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Gera: Erst K.o.-Tropfen, dann Vergewaltigung? Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten

Zwei Männern sollen sich an junger Frau vergangen haben

Erst K.o.-Tropfen, dann Vergewaltigung? Angeklagte müssen sich in Gera vor Gericht verantworten

Thüringen: Prozess gegen zwei mutmaßliche Vergewaltiger Frau mit K.o.-Tropfen betäubt
01:29 min
Frau mit K.o.-Tropfen betäubt
Thüringen: Prozess gegen zwei mutmaßliche Vergewaltiger

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Von Jan Dafeld, Frank Vacik und Kai Ziemen

Mit K.o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt und anschließend von zwei Unbekannten vergewaltigt – diesen Albtraum soll eine junge Frau im vergangenen August in Gera durchgemacht haben. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest. Im Falle einer Verurteilung droht den jungen Männern eine lange Haftstrafe.

Gera: Angeklagte sollen Opfer zusammen vergewaltigt haben

Die 22 und 24 Jahre alten Tatverdächtigen sollen die Frau in der Nacht vom 8. auf den 9. August 2021 zusammen vergewaltigt haben. Die mutmaßlichen Täter lernten die Frau nach einer Veranstaltung im Geraer Hofwiesenpark kennen, anschließend ging es gemeinsam in die Wohnung des 22-Jährigen, wo es zum Geschlechtsverkehr mit der jungen Frau kam.

Der Jüngere der beiden Angeklagten bestätigte diese Schilderungen am Montag vor Gericht und gab auch zu, Sex mit dem mutmaßlichen Opfer gehabt zu haben. Das hatten DNA-Spuren zuvor bereits nahegelegt. Allerdings: Laut dem Tatverdächtigen sei alles freiwillig passiert, von einer Vergewaltigung könne daher keine Rede sein.

Der 24-jährige Angeklagte stritt derweil ab, ebenfalls mit der Frau geschlafen zu haben. Er habe demnach lediglich neben ihr gelegen, um sie zu wärmen, behauptete er.

K.o.-Tropfen: Frau kann sich nicht mehr an die Tatnacht erinnern

Der Gang in den Gerichtssaal fiel der Frau am Montag sichtlich schwer. Wie unser Reporter die Situation im Gericht schildert, sehen Sie oben im Video.

Das mutmaßliche Opfer kann sich heute nicht mehr an die angebliche Tatnacht erinnern. Staatsanwalt Andreas Petzel erklärte, dass sie unter einem „kompletten Gedächtnisverlust“ leide. Es wird vermutet, dass der Frau K.o.-Tropfen verabreicht worden waren. Zwei weitere Frauen im Hofwiesenpark hatten nach der Veranstaltung ähnliche Symptome gemeldet.

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Gera: Angeklagten droht lange Haftstrafe

Die Spur zu den beiden Angeklagten entstand letztlich vor allem durch die Auswertung der GPS-Daten auf dem Handy des mutmaßlichen Opfers. Diese führten die Ermittler zur Wohnung des 22-Jährigen.

Dass die beiden Tatverdächtigen die K.o.-Tropfen selbst verabreicht haben, ist nicht Teil der Anklage. Sie sollen den wehrlosen Zustand der Frau jedoch bewusst und willentlich ausgenutzt haben.

Im Falle einer Verurteilung droht den beiden mutmaßlichen Tätern eine lange Strafe: Vergewaltigung zieht in Deutschland eine Mindeststrafe von zwei Jahren Haft nach sich, im Höchstfall könnten die Angeklagten sogar zu 15 Jahren hinter Gittern verurteilt werden.