RTL-Reporter wagt das Experiment

Gefangen im Auto! Was tun nach einem Überschlag auf spiegelglatter Fahrbahn?

Was tun nach einem Überschlag auf spiegelglatter Fahrbahn? Gefangen im Auto!
09:24 min
Gefangen im Auto!
Was tun nach einem Überschlag auf spiegelglatter Fahrbahn?

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von Thorsten Sleegers

Das Auto kommt ins Rutschen, plötzlich geht alles ganz schnell – Schnee und Eis sind oft unberechenbar. Wenn sich der Wagen dann auch noch überschlägt, ist es oft unmöglich, sich selbst zu befreien. Eine ähnliche Situation habe ich selbst vor Jahren erlebt. In einem spannenden Selbstexperiment mit dem ADAC und Rettungskräften zeige ich jetzt, was man tun kann, um im Ernstfall nicht in Panik zu geraten.

Überschlagen und im Straßengraben gelandet

Dreharbeiten in Kleinarl, Österreich
RTL-Reporter Thorsten Sleegers im Selbstexperiment
Robert Hinz, RTL

Für mein Selbstexperiment bin ich nach Wagrain-Kleinarl gefahren. In dem österreichischen Skiort trainieren Rettungskräfte der Feuerwehr und des Roten Kreuzes regelmäßig den Ernstfall. Gerade Touristen unterschätzen oft die Gefahren von Schnee und Eis auf den Straßen. Passiert der Unfall dann noch irgendwo im „Nirgendwo“ kann man als Unfallopfer schnell in Panik geraten. Das habe ich selbst vor vielen Jahren erlebt, als ich früh morgens zur Arbeit fuhr und plötzlich die Kontrolle über mein Auto verlor. Mit einem Totalschaden bin ich damals im Straßengraben gelandet, weit und breit war keine Menschenseele.

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Einsam und allein im Autowrack

Es schneit leicht, und die Temperaturen sind auf -10 Grad gesackt. Ich klemme in einem Autowrack, dass kopfüber auf einer kleinen abgelegenen Straße liegt. Der Wind pfeift durch die zerborstene Windschutzscheibe, und ich merke, wie mir immer kälter wird. Dieses Gefühl holt die Erinnerungen meines eigenen Unfalls wieder hoch. Zwar habe ich mich dabei nicht überschlagen, aber das Gefühl, im eigenen Auto gefangen zu sein, treibt mir damals wie heute noch einen gewaltigen Schauer über den Rücken – obwohl ich weiß, dass es sich heute lediglich um ein TV-Experiment handelt.

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Irgendwann während unserer Dreharbeiten werden Rettungskräfte an die „Unfallstelle“ kommen – wann genau, das weiß ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Zunächst einmal soll ich das sprichwörtlich Beste aus dieser Situation machen und versuchen, mich aus dem Wrack zu befreien. Dabei kann man aber viele folgenschwere Fehler machen, wie ich später noch lernen werde. Mehrere Kameras halten fest, wie schwer es mir fällt, die Orientierung zu behalten. Das Auto steht Kopf, gewohnte Handgriffe sind auf einmal seitenverkehrt. In diesem Moment fühlt sich das alles sehr real an. Mein Handy liegt irgendwo im Auto und die Hupe ist kaputt.

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Vorbereitung im ADAC-Überschlagsimulator

Um ein Gefühl für einen Überschlag mit dem Auto zu bekommen, bin ich im Vorfeld in einen Überschlagsimulator gestiegen. Alexander Kuhl vom ADAC-Fahrsicherheitszentrum in Grevenbroich dreht mich mehrfach um die eigene Achse, lässt mich einmal auf dem Kopf zum Stehen kommen, einmal auf der Seite. Das Gefühl ist unbeschreiblich. Nicht nur, dass mir das Blut in den Kopf schießt, ich verliere sofort die Orientierung. Mein Sicherheitsgurt hält mich fest, als ich kopfüber mit dem Experten spreche. „Viele geraten in Panik, und versuchen auf Biegen und Brechen den Gurt zu lösen“, sagt Alexander Kuhl. Ein fataler Fehler, denn: Wenn man mit voller Wucht mit dem Kopf auf das Dach kracht, kann das schwerste Verletzungen im Nacken oder der Wirbelsäule nach sich ziehen. Wie man sich am besten aus so einer misslichen Lage befreit, sofern es die Verletzungen zulassen, sehen Sie im Video.

Die Rettung naht

Reales Übungsszenario mit Rettungskräften
Rettungskräfte befreien unseren Reporter aus dem Wrack
Robert Hinz, RTL

Im realen Unfallszenario ist inzwischen mehr passiert als erwartet. Ich bin unterkühlt, habe kaum noch Gefühl in Händen und Füßen, alle Bewegungen laufen nur noch sehr langsam ab. Seit etwa 30 Minuten liege ich bereits in dem kaputten Auto. Ohne Skikleidung wäre mein Körper bereits nach fünf Minuten komplett ausgekühlt, erzählt mir im Laufe des Experiments ein Sanitäter.

Als die ersten Feuerwehrautos und Krankenwagen am Drehort eintreffen, geht alles ganz schnell. Die Rettungskräfte müssen so agieren, als wäre es ein realer Unfall. Einsatzleiter Gerhard Kader hat alles im Blick und gibt genaue Anweisungen. Endlich bekomme ich eine wärmende Decke, und dann geht es darum, mich so aus dem Wrack zu ziehen, dass mein Kopf möglichst nicht bewegt wird. Der Grund: Durch den gerissenen Gurt könnte ich mir Verletzungen an der Halswirbelsäule zugezogen haben.

Worauf es für Ersthelfer am Unfallort ankommt und was Sie auf keinen Fall tun sollten, bevor ein Notarzt eintrifft, erfahren Sie im Video!