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Gefährlich oder nicht: Warum bekomme ich Ohrendruck im Flieger?

Ganz schön unangenehm!

Gefährlich oder nicht: Warum bekomme ich Ohrendruck im Flieger?

Mann hält sich die Ohren zu im Flieger.
Autsch, das tut weh! Ohrendruck im Flieger kann im schlimmsten Fall zu einem geplatzten Trommelfell führen.
iStock, iStockphoto

Wer kennt’s nicht? Kaum hebt der Flieger ab oder setzt zur Landung an, gehen die Ohren zu. Aber woher kommt dieser Druck eigentlich? Und kann er dazu führen, dass das Trommelfell platzt?

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Bei Start und Landung: Der Luftdruck verändert sich

Ein unangenehmes Gefühl in den Ohren nehmen die meisten Flugpassagiere während des Starts und während der Landung wahr. Das liegt daran, dass sich besonders in diesen Flugphasen die Druckverhältnisse im Flugzeug in Abhängigkeit zur Flughöhe verändern.

Bei vielen Menschen gleicht das Ohr diese Druckverhältnisse ohne Probleme über die sogenannte Eustachische Röhre – auch Ohrtrompete genannt – aus, wie die AOK auf ihrer Internetseite erklärt.

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Die Ohrentrompete: Anpassung an die Außenverhältnisse

Die Eustachische Röhre verbindet das Mittelohr und den Nasen-Rachen-Raum miteinander, wie es bei der AOK weiter heißt. Komme es nun zu veränderten Druckverhältnissen, könne es dazu kommen, dass sich das Trommelfell wölbt und die Ohrentrompete verschließt – ein automatischer Druckausgleich ist nicht mehr möglich.

Die Folge: Ein unangenehmer Druck und ein Spannungsgefühl in den Ohren. Zwar sei das kein schönes Gefühl, doch in den meisten Fällen sei der Ohrendruck ein harmloses Phänomen.

Nase zu? Dann kann's gefährlich werden!

Während der Ohrendruck normalerweise nach einer kurzen Zeit wieder nachlässt, gibt es durchaus Situationen, in denen das unangenehme Gefühl einfach nicht weggehen will. Das ist meist dann der Fall, wenn der Nasen-Rachen-Raum und die Ohren ohnehin schon angeschlagen sind – beispielsweise durch eine Erkältung. Der sonst in der Regel passiv stattfindende Druckausgleich kann dann nicht mehr erfolgen. Starke Kopf- und Ohrenschmerzen können die Folge sein. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einem Riss des Trommelfells kommen.

Aus diesem Grund ist es im Fall einer starken Erkältung immer besser, auf einen Flug zu verzichten. Kann der Flug unter keinen Umständen verschoben werden, können neben der Verwendung von Nasenspray einige Tipps dabei helfen, die Ohren wieder frei zu bekommen.

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So klappt's mit dem Druckausgleich

  • Gähnen: Um diesen Trick anzuwenden, müssen Sie nicht darauf warten, dass Sie die nächste Müdigkeit überkommt. Sie können ganz einfach ein Gähnen imitieren und so dafür sorgen, dass die Ohren wieder frei werden und das störende Druckgefühl verschwindet.
  • Schlucken und Kauen: Durch die Bewegung des Kiefers beim Essen oder durch das Schlucken beim Trinken wird der Gehörgang wieder frei. Ein bewährtes Mittel gegen Ohrendruck ist das Kaugummikauen. Auch Kleinkindern, denen der Druckausgleich von Natur aus schwerer fällt als Erwachsenen, sollten während Start und Landung am besten etwas trinken.
  • „Valsalva-Manöver“: Klingt befremdlich, haben aber sicher die meisten schon einmal durchgeführt. Bei diesem Manöver hält man sich die Nase zu und den Mund verschlossen. Gleichzeitig wird der Nasen- und Mundraum mit Luft aus der Lunge befüllt.

(vho)