Wunder der Natur im Wochenbett

Warum die Gebärmutterrückbildung so wichtig ist

Wunder der Natur: In den Wochen nach der Geburt bildet sich die stark gedehnte Gebärmutter der Mutter langsam wieder zurück.
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28. Juli 2020 - 15:32 Uhr

Gebärmutterrückbildung nach der Geburt: Ein Wunder der Natur

Die Gebärmutter vergrößert sich im Verlauf der Schwangerschaft etwa um das Zwanzigfache. Das Gewicht erhöht sich dabei von rund 50 bis 60 Gramm auf 1.000 bis 1.500 Gramm. Es gibt kein anderes Organ, das seinen Muskel so schnell so groß wachsen lassen kann. Erstaunlich rasch zieht sich der Muskel binnen weniger Wochen nach der Geburt auch wieder zusammen. Dabei findet eine Kompression der Blutgefäße und eine Blutstillung an der Stelle statt, an der der Mutterkuchen haftete. Dieser Vorgang ist ein Wunder der Natur, das Sie mit geeigneten Maßnahmen unterstützen können.

Wie verändert sich die Gebärmutter in der Schwangerschaft und nach der Geburt?

Während der Schwangerschaft dehnt sich die Gebärmutter aus, um dem Baby ausreichend Platz zu bieten. Die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt erfolgt innerhalb der ersten acht Wochen nach der Entbindung und unmittelbar nach dem Abstoßen der Plazenta. Man nennt diese Zeit auch Wochenbett. Die Rückbildung wird durch die Nachwehen unterstützt, die dafür sorgen, dass die Gebärmutter wieder ihren ursprünglichen Zustand erhält.

Bei Erstgebärenden machen sich die Nachwehen häufig als leichtes Ziehen bemerkbar, nach mehreren Geburten kann dieser Vorgang oft schmerzhafter sein. Die Hebamme oder der Frauenarzt überprüfen bei der Nachsorge durch Abtasten, wie weit sich die Gebärmutter bereits zusammengezogen hat. 

Wie lange dauert die Gebärmutterrückbildung?

Der Fundusstand sollte nach rund zehn Tagen beim Abtasten von außen nicht mehr zu fühlen sein. Nach etwa sechs Wochen hat die Gebärmutter im Normalfall ihre Ursprungsgröße von ungefähr sechs bis zehn Zentimetern erreicht. Nach einem Kaiserschnitt oder bei Mehrlingsgeburten kann sich die Rückbildung jedoch verzögern. Auch wenn Sie bereits mehrere Geburten hinter sich haben, dauert der Vorgang unter Umständen etwas länger und kann etwas schmerzhafter sein, als bei den ersten Geburten. Bei Beschwerden helfen zumeist Ruhe, Wärme sowie ein regelmäßiger Gang zur Toilette.

Was fördert die Rückbildung der Gebärmutter?

Der Vorgang der Gebärmutterrückbildung lässt sich durch die geeigneten Maßnahmen auch effektiv unterstützen. Mütter können so beispielsweise die Oxytocinausschüttung anregen, indem sie zur Rückbildung der Gebärmutter das Baby häufiger zum Stillen anlegen. Das häufige Stillen des Säuglings beschleunigt den Vorgang.

Außerdem wirkt sich Ruhe günstig aus, schließlich heißt die Zeit der Gebärmutterrückbildung nicht umsonst "Wochenbett". Ungünstig hingegen ist eine volle Harnblase, weshalb Sie regelmäßig die Toilette besuchen sollten. Von Vorteil kann auch das gelegentliche Liegen auf dem Bauch sein, das etwa zweimal am Tag für rund 30 Minuten bereits ausreicht.

Was können Sie noch für die Rückbildung und Ihre Gesundheit tun?

Nach dem Wochenbett können Sie mit einem Rückbildungskurs beginnen. Bei einer vaginalen Geburt starten sie frühestens nach sechs Wochen, nach einem Kaiserschnitt beträgt die Wartezeit zwischen zehn und zwölf Wochen. Dies entspricht in etwa der eigentlichen Rückbildung der Gebärmutter.

Bei der Rückbildungsgymnastik trainieren und kräftigen Sie Ihren Beckenboden und beugen einer Gebärmuttersenkung, etwaigen Unterleibsschmerzen und einer Inkontinenz vor. Außerdem hilft Ihnen diese sanfte Art des Sports dabei, Ihre ursprüngliche Figur wieder zu erhalten. Jeder frischgebackenen Mutter steht ein Kurs mit zehn Einheiten zu, der teilweise von der Krankenkasse übernommen werden kann.