Regenerieren nach der Schwangerschaft

Rückbildungskurs: Gezieltes Training nach der Schwangerschaft

Im Rückbildungskurs lernen Sie, mit welchen Übungen Sie Ihrem Körper bei der Regeneration von der anstrengenden Schwangerschaft helfen können. 1
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23. Oktober 2020 - 15:54 Uhr

Rückbildungskurs: Wenn der Babybauch zurückwächst

Während der Schwangerschaft ist Ihr Körper erheblichen Belastungen ausgesetzt. Ihr Becken weitet sich, viele Muskelbereiche dehnen sich stark aus und sogar einige Organe verändern ihren Standort, um Platz für das Baby zu schaffen. Nach der Geburt macht der Körper viele dieser Prozesse wieder rückgängig. Um diesen Rückbildungsprozess zu unterstützen, sollten Sie verschiedene Übungen durchführen. In einem Rückbildungskurs erfahren Sie, wie das geht. Dieses Training wirkt sich nicht nur auf Ihr Erscheinungsbild aus; darüber hinaus verhindert es viele körperliche Probleme, die häufig nach der Schwangerschaft entstehen.

Rückbildungskurs: Was ist das eigentlich?

Viele Muskelbereiche werden bei der Schwangerschaft extrem stark gedehnt. Nach der Geburt regenerieren sie sich zwar, doch ohne ein spezielles Training erreichen sie ihre ursprüngliche Kraft in der Regel nicht wieder. Ein Rückbildungskurs trainiert speziell die Muskelgruppen, die die Schwangerschaft beeinträchtigt.

Von besonderer Bedeutung ist dabei der Beckenboden. Fehlendes Beckenbodentraining ist dafür verantwortlich, dass viele Frauen nach der Schwangerschaft beim Husten, Niesen oder beim Springen ungewollt Urin verlieren. Darüber hinaus trainiert dieser Kurs die Muskulatur im Bereich des Bauchs, der Beine und des Pos. Selbstverständlich sind die Übungen sehr schonend, um den durch die Schwangerschaft empfindlichen Körper nicht zu belasten.

Für wen ist ein Rückbildungskurs sinnvoll?

Ein Rückbildungskurs bietet sich für alle Frauen nach der Schwangerschaft an – unabhängig davon, ob Sie gerade Ihr erstes Kind bekommen haben oder ob Sie bereits mehrere Schwangerschaften hinter sich haben. Er ist sowohl für junge als auch für etwas ältere Mütter sinnvoll.

Wenn durch die Schwangerschaft keine weiteren Komplikationen entstanden sind, können Sie rund sechs Wochen nach der Entbindung mit dem Rückbildungskurs beginnen. Doch auch ein späterer Starttermin ist möglich. In jedem Fall sollten Sie Ihren Arzt fragen, bevor Sie mit den Übungen anfangen.

Verschiedene Arten von Rückbildungskursen

In der Regel übernehmen Hebammen die Leitung der Rückbildungskurse. Diese verfügen über die notwendigen Fachkenntnisse, um ein Trainingsprogramm zu erstellen, das sich gut für die Rückbildung nach der Geburt eignet. Alternativ gibt es auch Physiotherapeuten, die entsprechende Kurse anbieten.

Wenn Sie es vorziehen, zu Hause zu trainieren, finden Sie entsprechende Anleitungen auch online, in Büchern oder auf DVDs. Allerdings steht Ihnen dabei kein Kursleiter zur Seite. Manche Trainingsprogramme müssen Sie ohne Baby besuchen. Es gibt jedoch auch Angebote mit Kinderbetreuung. Manchmal können Sie die Rückbildung auch mit Baby durchführen, sodass Sie gemeinsam trainieren.

Was zeichnet einen guten Rückbildungskurs aus: Kriterien für die Auswahl

Eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl passender Kurse für die Rückbildung ist die fachliche Qualifikation des Leiters oder der Leiterin. Dabei sollte es sich in der Regel um eine Hebamme handeln. Diese lernen während ihrer Ausbildung genau, was bei den Übungen nach der Schwangerschaft zu beachten ist.

Auch Physiotherapeuten verfügen über die notwendigen Kenntnisse. Verzichten sollten Sie hingegen auf gewöhnliche Fitnesskurse, bei denen keine entsprechend qualifizierten Übungsleiter zur Verfügung stehen. Darüber hinaus stellt die Teilnehmerzahl ein wichtiges Kriterium dar. Je kleiner die Gruppen sind, desto besser ist die Betreuung, sodass Sie dabei Ihren Körper optimal trainieren.

Die Kostenübernahme: Zahlt die Krankenkasse?

Ein wichtiger Punkt bei den Überlegungen zur Durchführung eines Rückbildungskurses ist die Kostenübernahme. Da diese Angebote manchmal erhebliche Ausgaben mit sich bringen, sollten Sie sich frühzeitig um die Finanzierung kümmern. In der Regel übernehmen die Kosten dafür die Krankenkassen – allerdings nur für Kurse bei einer Hebamme. Außerdem ist die Dauer dabei auf zehn Stunden begrenzt und die Ausgaben werden bis maximal neun Monate nach der Entbindung erstattet.

Darüber hinaus sind die Kosten, die die Krankenkassen dabei pro Übungseinheit übernehmen, relativ gering. Daher haben die entsprechenden Kurse normalerweise eine hohe Teilnehmerzahl. Sollten Sie eine individuellere Betreuung wünschen, sind Zuzahlungen erforderlich.