Erholen von der Geburt

Nachgeburtliche Symptome: Der weibliche Körper ist keine Maschine

Eine Geburt ist für den weiblichen Körper ein einschneidendes Erlebnis, von dem er sich erst einmal erholen muss. Dabei können einige nachgeburtliche Symptome auftreten.
Eine Geburt ist für den weiblichen Körper ein einschneidendes Erlebnis, von dem er sich erst einmal erholen muss. Dabei können einige nachgeburtliche Symptome auftreten.
© iStockphoto, Natalia Deriabina

17. September 2020 - 11:36 Uhr

Wenn der Körper sich von der Geburt erholt

Unter nachgeburtlichen Symptomen versteht man gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Geburt eines Kindes. Die Liste dieser Symptome ist lang, denn eine Geburt ist nun mal kein Vergnügen. Innere und äußere Verletzungen müssen abheilen und der Körper muss eine massive Hormonumstellung verkraften. Jeder weiß, dass junge Mütter nach der Geburt stets müde sind  und trotzdem den Alltag mitsamt neuer Familienstruktur bewältigen müssen. Die Bedürfnisse der Mutter bleiben dabei häufig auf der Strecke. Seelischer Druck und Erschöpfung können den körperlichen Heilungsprozess verzögern oder gar stören, so dass es zu massiven Problemen kommen kann.

Symptome im Wochenbett

Innerhalb der ersten Tage nach der Geburt regeneriert sich der weibliche Körper. Darum sollte sich jede Frau diese Auszeit gönnen und sich nicht sofort wieder in den Alltag stürzen. Leichte Blutungen  nach der Geburt – der sogenannte Wochenfluss – sind normal und weisen auf den Heilungsprozess der Gebärmutter hin.

Sind diese jedoch sehr stark, sollten Sie bei Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme ernsthaftere Probleme ausschließen lassen. Dies kann eine zuvor unerkannte innerliche Wunde sein oder die Gebärmutter selbst, die während des Geburtsvorgangs verletzt wurde. Auch Reste des Mutterkuchens, die in der Gebärmutter zurückgeblieben sind, können zu verstärkten Blutungen führen.

Hören Sie auf ihren Körper

Wenn es während der ersten Woche zu hohem Fieber oder Schmerzen im Unterleib kommt, könnte ein Stau des Wochenflusses die Ursache sein. Dieser kann zu einer Entzündung der Gebärmutter oder der Eileiter und Eierstöcke führen. Zu einem Stau kommt es durch die Verlegung des Gebärmutterhalses, ausgelöst durch ein Abknicken oder durch zurückgebliebene Eihäute.

Der Wochenfluss wird weniger und riecht. Dies liegt an Bakterien, die sich im Gebärmutterhals angesammelt haben. Manche Frauen leiden anfangs lediglich unter Kopf- oder Ohrschmerzen, die sie nicht zuordnen können. Auch diese unspezifischen Symptome können ein Hinweis auf eine Entzündung sein.

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Kurzatmigkeit ist ein ernstes Symptom

Wenn Sie selbst in einer Ruhephase das Gefühl haben, zu wenig Sauerstoff zu bekommen, könnte dies eine Lungenembolie, ein Blutgerinnsel in der Lunge, sein. Auch Schmerzen in der Brust können dafür sprechen, wobei es sich in diesem Fall aber auch um eine Brustentzündung handeln kann. Schmerzen in der Wade weisen auf eine Thrombose hin.

Anhaltende Schlaflosigkeit und Wahnvorstellungen deuten auf eine Schwangerschaftspsychose hin, die jedoch sehr selten ist. Manch junge Mutter kann unter einer postnatalen Depression leiden, die mit Selbstmordgedanken und tiefer Traurigkeit einhergeht. Tun Sie diese Symptome nicht ab, sondern suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf.

Stehen Sie zu ihren Bedürfnissen

Unwohlsein nach der Geburt, angeschwollene Hämorrhoiden und leichte Depressionen sind nachgeburtliche Symptome, unter denen viele Frauen leiden. Öffentlich wird kaum darüber gesprochen: Unsere Gesellschaft liebt das Bild der jungen, schönen Mutter, die Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit mit einem Lächeln auf dem Gesicht meistert.

Die Realität sieht oft weniger rosig aus. Mütter sind oft müde, nervös und schlapp nach der Geburt. Manche haben massive körperliche Probleme, andere leiden seelisch. Beobachten Sie ihren Körper und reden Sie über ihre Bedürfnisse. Wenn Sie lange nicht auf die Beine kommen oder sich krank fühlen, reden Sie mit ihrer Hebamme oder dem Arzt. Unnötig leiden sollten Sie auf keinen Fall.

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