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G7-Gipfel zu Afghanistan - Wie lange können Ortskräfte noch evakuiert werden?

G7-Gipfel berät sich zu Afghanistan

Truppenabzug bis zum 31. August immer wahrscheinlicher

Kramp-Karrenbauer: Afghanistan-Einsatz war richtig! Persönliche Konsequenzen für Minister?
01:18 min
Persönliche Konsequenzen für Minister?
Kramp-Karrenbauer: Afghanistan-Einsatz war richtig!

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G7 trifft sich auf virtueller Konferenz

Was wird aus den Ortskräften und Helfern des Westens, die bisher noch keinen Flug aus Afghanistan bekommen haben? Das ist nur eine der vielen Fragen, die heute auf der virtuellen G7-Konferenz besprochen werden sollen. Denn das Zeitfenster bis zum Truppenabzug der US-Amerikaner schließt sich langsam und es wird immer wahrscheinlicher, dass es keine Verlängerung gibt.

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Keine Verlängerung in Sicht

Beim Gipfel beraten die sieben führenden Industriestaaten USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien über die Situation in Afghanistan. Eine große Rolle dürfte die Frage spielen, ob die Evakuierungen über den 31. August hinaus fortgesetzt werden können. Denn: Viele Ortshelfer der westlichen Nationen haben es noch nicht aus dem Land geschafft. Die Taliban, die in Afghanistan das Kommando übernommen hat, pocht allerdings darauf, dass sich die westlichen Truppen bis zum 31. August aus Afghanistan verabschieden.

RTL hat aus Regierungskreisen erfahren, dass die USA eine Vereinbarung mit den Taliban in Doha geschlossen haben, die offenbar die Taliban-Truppen in Kabul sehr eng führen und befehligen. Die Vereinbarung läuft bis zu eben diesem 31. August. Bis dahin sollen alle Truppen das Land verlassen haben – es sei denn die USA und Taliban verlängern. Danach sieht es auf beiden Seiten derzeit aber nicht aus.

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Johnson will sich für Verlängerung stark machen

Auch der britische Verteidigungsminister Ben Wallace rechnet nicht mehr mit einer Verlängerung der Frist. „Nicht nur wegen dem, was die Taliban gesagt haben, sondern es ist auch unwahrscheinlich angesichts der öffentlichen Äußerungen von US-Präsident Biden“, so Wallace. Es lohne sich aber, für eine Verlängerung zu werben - „und das werden wir“, sagte der Minister dem Nachrichtensender „Sky News“. Biden schließt eine Verlängerung zwar nicht kategorisch aus, hält es aber nicht für zwingend notwendig. Zumal sich dadurch der Konflikt mit der Taliban verschärfen könnte. Die neuen Heerscher Afghanistans haben sogar mit Krieg gedroht.

"Bei einer Verlängerung der Mission bin ich sehr skeptisch" Politikwissenschaftler Kaim
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Politikwissenschaftler Kaim
"Bei einer Verlängerung der Mission bin ich sehr skeptisch"

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Bundesregierung will weitere Evakuierungsflüge ermöglichen

Die Bundesregierung bemüht sich derweil darum, Evakuierungsflüge auch für die Zeit nach dem geplanten Abzug der US-Truppen zu ermöglichen. Es würden mit den USA, der Türkei und den Taliban Gespräche geführt, um einen zivilen Weiterbetrieb des Flughafens für diesen Zweck zu erreichen, sagte Außenminister Heiko Maas. „Darüber werden wir auch weiter mit den Taliban sprechen müssen und tun dies auch“, betonte er.

Der Außenminister erwartet heute noch eine Entscheidung, ob die Evakuierungen am 31. August enden werden. Es ist eine sehr, sehr schwierige Abwägung", sagte Maas bei "Bild TV". Sollte das Mandat tatsächlich Ende des Monats auslaufen, bräuchten die Amerikaner vermutlich allein ein bis zwei Tage, um ihr eigenes Militär auszufliegen, entsprechend sei früher Schluss. (xst,dpa, rtrs)