Bringen Hausmittel etwas?

Fußpilz behandeln: Was wirklich hilft und wie Sie vorbeugen

© iStockphoto, Murat Deniz

26. Oktober 2019 - 7:57 Uhr

So werden Sie Fußpilz schnell wieder los

Fußpilz ist ein unangenehmes Leiden, das die Lebensqualität der Betroffenen einschränkt. Und betroffen sind ganz schön viele, denn Studien zufolge steckt sich jeder dritte Bundesbürger im Laufe seines Lebens mindestens ein Mal mit Fußpilz an. Wir zeigen Ihnen, wie Ihre Füße gesund werden - oder gesund bleiben, falls es Sie noch nicht erwischt hat. Eine gute Nachricht vorweg: Fußpilz lässt sich schnell und effektiv behandeln.

Wie entsteht die Pilz-Infektion am Fuß überhaupt?

Medizinisch betrachtet ist mit Fußpilz eine Pilzinfektion der Füße durch so genannte Fadenpilze gemeint. Dabei setzt sich der Pilz insbesondere in den Zehenzwischenräumen und an den Fußsohlen fest und befällt in erster Linie die Hornhaut in diesem Bereich - also Haut, Haare und Nägel. Betroffene klagen über zeitweise kaum erträglichen Juckreiz.

Die Übertragung der Fußpilzerreger erfolgt von Mensch zu Mensch. Eine Ansteckung ist überall dort möglich, wo Menschen barfuß gehen und der Pilz über Flüssigkeiten ausgetauscht werden könnte. Beispielsweise im Schwimmbad, unter der Dusche oder auch in der Sauna.

Gefördert wird eine Fußpilz-Erkrankung durch Fußschweiß oder zu enge Schuhe. Neben Diabetikern sind auch Menschen mit einer Fehlstellung des Fußes gefährdet, die zu besonders engen Zehenzwischenräumen führt. Diese Enge schafft ein für den Pilz ideales, feucht-warmes Klima.

Daran erkennen Sie Fußpilz

In der Regel treten bei einer Fußpilz-Infektion mehrere Symptome auf:

  • Entzündungserscheinungen auf der Haut (im Randbereich der Nägel oder auch am behaarten Teil des Kopfes)
  • lästiger Juckreiz
  • Rötungen der Haut
  • Einrisststellen an der Haut
  • Bläschen- und Schüppchenbildung

Eine Fußpilz-Infektion beginnt meist in den feuchten Zehenzwischenräumen. Aber auch andere Teile des Fußes sind gefährdet. Denn von den Zehenzwischenräumen aus kann er sich auf Fußsohle, den Fußrücken oder auf den Nagel ausbreiten. Bei einer ausgeprägten Infektion der Zehenzwischenräume kommt es zu stärkerem Aufquellen der Haut.

Das fiese an Fußpilz ist, dass er einfach keine Ruhe gibt. Wenn Betroffene keine Gegenmaßnahmen ergreifen, breitet sich der Fußpilz weiter aus und greift tiefer liegende Hautschichten an. Er wächst dann sozusagen von außen in die Haut hinein und nistet sich dann in den unteren Hautschichten ein. Dort vermehrt er sich.

Fußpilz vorbeugen und behandeln: So geht's

Wer sich vor Fußpilz schützen will, sollte seine Zehenzwischenräume trocken halten, Badeschuhe in Schwimmbädern, öffentlichen Duschen oder Saunen tragen und auf Teppichböden in Hotelzimmern am besten nicht barfuß gehen. Zudemm sollten Sie stets auf Veränderungen, Rötungen, Verletzungen und Schuppungen in den Zehenzwischenräumen achten.

Um vorsichtshalber Kleidungsstücke und Schuhe zu reinigen, reicht eine 60-Grad-Wäsche mit der Waschmaschine. Auf Textilien sind Fußpilzsporen dann nicht mehr nachweisbar. Gut sind deshalb "Socken aus Baumwolle, die bei 60 Grad gewaschen werden können", sagt Dr. Christoph Viergutz, Facharzt für Innere Medizin, dem Patientenmagazin "HausArzt". Nach dem Duschen sollten die Füße behutsam abgetrocknet werden - zwischen den Zehen am besten mit einem weichen Papiertuch.

Medikamentöse Behandlung
Zur Linderung und Ausheilung sind Mittel notwendig, die den Fußpilz in allen Hautlagen angreifen. Denn Pilzinfektionen halten sich sehr hartnäckig. Ein Besuch des Haus- oder Hautarztes ist absolut sinnvoll, um eine Infektion zu bestätigen. Der Mediziner verschreibt im Normalfall Cremes, Puder, Gels, Sprays oder auch Lösungen mit den Wirkstoffen Bifonazol, Econazol oder Terbinafin, um das Problem in den Griff zu bekommen (beispielsweise Canesten-Salbe*, Clotrimazol-Creme* oder Fungizid-Creme* von Ratiopharm.

Zur Therapie werden die Mittel ein bis zwei Mal täglich direkt auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen. Auch wenn die Symptome schnell gelindert werden, sollten Betroffene die Behandlung noch ein paar Wochen weiterführen. Experten empfehlen eine Anwendungsdauer von drei bis vier Wochen. Auch wichtig: Schuhe und Socken regelmäßig desinfizieren.

Was taugen Hausmittel gegen Fußpilz?

Zur Vorbeugung von Fußpilz ist Fußpuder* zu empfehlen. Durch das Puder bleibt der Fuß trocken, so dass Pilze es schwer haben, sich einzunisten. Auch spezielle Einlegesohlen mit Aktivkohle* halten die Füße trocken. Ein weiterer leicht umsetzbarer Tipp: Luftige Schuhe tragen und sie täglich wechseln.

Der Frage, ob Hausmittel gegen Fußpilz helfen, ist die Stiftung Warentest auf den Grund gegangen - mit enttäuschendem Ergebnis: Für die Wirksamkeit fehlen wissenschaftliche Belege. Teebaumöl habe keine Effekte gebracht, Kräuterfußbäder oder das Auftragen von Apfelessig sei bisher kaum in medizinischen Studien untersucht worden. Die Test-Experten raten zu einer Therapie mit Antimykotika, am besten begleitet vom Hausarzt.

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