Füllkrugs Vorgänger im DFB-Team

Diese Spieler wurden überraschend in die Nationalelf berufen - so verliefen ihre Karrieren

So sah "Lücke" früher aus DFB-Liebling Niclas Füllkrug
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DFB-Liebling Niclas Füllkrug
So sah "Lücke" früher aus

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Bevor es für Deutschland am Donnerstagabend gegen Costa Rica um alles oder nichts geht (ab 20 Uhr im RTL-Liveticker), hofft ganz Fußball-Deutschland, dass Bundestrainer Hansi Flick Mut zur Lücke beweist – und Niclas Füllkrug vielleicht sogar einen Startelfeinsatz schenkt. Während der Stürmer nach seiner überraschenden Nominierung und dem DFB-Debüt zum deutschen WM-Shootingstar avanciert, schauen wir zurück auf Füllkrugs Vorgänger. Welche Spieler einst überraschend Turnier-Tickets für Deutschland bekamen – und wie es dann für sie weiterging:

Paul Steiner

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Paul Steiner 2014
imago/Norbert Schmidt, imago sportfotodienst

Er gehört zu unseren Weltmeistern von 1990: Paul Steiner. Auch wenn sein Name neben denen von Fußball-Größen wie Lothar Matthäus, Rudi Völler oder Jürgen Klinsmann selten fällt. Naja, eigentlich nie. Trainer Franz Beckenbauer holte Steiner damals als Ältesten in den WM-Kader. Ein erfahrener Charakter für die Verteidigung. Und das größte Karriere-Highlight im Spätherbst von Steiners Laufbahn. 1991 machte er nach zehn Jahren und 291 Spielen beim 1. FC Köln Schluss und zog sich aus dem Profi-Fußball zurück. Als Weltmeister. Mehr geht ja auch nicht.

David Odonkor

ARCHIV - 14.06.2006, Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Fußball: Weltmeisterschaft 2006, Vorrunde, Gruppe A, 2. Spieltag, Deutschland - Polen im Westfalenstadion. Deutschlands David Odonkor (l) freut sich mit Oliver Neuville, dem Torschützen zum 1:0. (zu
David Odonkor (li:) nach "seinem" größten Moment bei der WM 2006.
fab jai hak, dpa, Michael Hanschke

Heim-Weltmeisterschaft 2006. Und David Odonkor durfte mit dabei sein. Damals spielte er sich bei Borussia Dortmund überraschend in den Kader und bekam beim Stand von 0:0 gegen Polen seine große Chance – die er nutzte: Auf dem Flügel trat er zum Sprint an, flankte. Und der Rest gehört zur besonderen Geschichte des deutschen Fußballmärchens. Odonkors Fußball-Traum ging danach in Spanien bei Betis Sevilla weiter. Und endete 2011 zunächst in der Vereinslosigkeit. Über spätere Stationen bei Alemannia Aachen und in der Ukraine rutschte Odonkor weiter ab: in die Vergessenheit. Dass er jetzt noch mit 38 Jahren für die zweite Mannschaft des SC Düsseldorf West kickt, ist für ihn wohl nicht mehr als eine nette Randnotiz.

Lese-Tipp: So tickt WM-Shootingstar Niclas „Lücke“ Füllkrug privat

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Heiko Westermann

Der Fußball-Nationalspieler Heiko Westermann spielt Tischtennis am Dienstag (18.11.2008) vor einer Pressekonferenz in Berlin. Die Schützlinge von Bundestrainer Löw treffen am kommenden Mittwoch im Olympiastadion auf die Auswahl der Engländer zu einem
Heiko Westermann 2008 im Dress des DFB-Teams.
dpa, A9999 Markus Gilliar

Was für ein Top-Timing: Pünktlich zum Start ins EM-Jahr 2008 gab Heiko Westermann sein Länderspiel-Debüt für die A-Nationalelf. Am 6. Februar war er damals beim 3:0-Sieg im Test gegen Österreich dabei. Und bekam kurze Zeit später prompt auch seinen Platz im EM-Kader von Jogi Löw. Kurz vor dem Turnier-Start verabschiedete er sich zwar spontan vom Team, um die Heimreise zu seiner hochschwangeren Frau anzutreten. Als frisch gebackener Papa kam er aber zurück – machte kein EM-Spiel, darf sich seitdem aber Vize-Europameister von 2008 nennen.

Seine Zeit beim FC Schalke 04 endete 2010, als Westermann bei der WM in Südafrika zuschauen musste. Es folgten fünf Jahre beim Hamburger SV. Dort war Westermann alles andere als unumstritten – aber immerhin von den Fans mit eigenen Fangesängen gefeiert. „HW4“ (Heiko Westermann, Rückennummer 4) zog es nach Stationen in Amsterdam und Wien runter vom Feld und rauf auf die Trainerbank. Derzeit ist er Co-Trainer der deutschen U17. Und spielt bei Kadernominierungen nun also auf der anderen Seite mit.

Lese-Tipp: Matthäus ewartet klaren Sieg der Deutschen gegen Costa Rica

Christoph Kramer

(140713) -- RIO DE JANEIRO, July 13, 2014 (Xinhua) -- Germany s Christoph Kramer leaves the field during the final match between Germany and Argentina of 2014 FIFA World Cup at the Estadio do Maracana Stadium in Rio de Janeiro, Brazil, on July 13, 20
Christoph Kramers WM-Finale 2014 endete vorzeitig.
imago/Xinhua, imago sportfotodienst

Erinnern Sie sich noch an Christoph Kramers Einsatz im WM-Finale 2014 von Rio de Janeiro? Ja? Dann wissen Sie mehr als er selbst. Denn Kramer wurde nicht für seine Glanzleistung gegen Argentinien bekannt. Sondern für seinen Blackout nach einem Zusammenprall im Spiel mit Ezequiel Garay. Der Gladbacher ging damals zum italienischen Schiedsrichter Nicola Rizzoli. Der berichtete: „Nach dem Schlag kam Kramer zu mir und fragte: ‚Schiri, ist das das Finale?‘ Ich dachte, er macht einen Witz, und sagte, er soll die Frage wiederholen. Da sagte er: ‚Ich muss wissen, ob das wirklich das Finale ist.‘ Ich sagte verblüfft ‚Ja‘, und er antwortete: ‚Danke, das war wichtig, das zu wissen.“ Rizzoli sprach mit DFB-Kapitän Bastian Schweinsteiger und der sorgte dafür, dass der offensichtlich schwer angeschlagene Kramer nach 30 Minuten ausgewechselt wurde.

Eine Geschichte, die den damals überraschend für die WM nominierten Kramer medial groß machte. Seinen Gladbachern blieb der Weltmeister trotzdem bis heute treu. Große Fußball-Turniere begleitet er aber auch nur noch als Experte für das ZDF. Und an seine Spielminuten im Finale von 2014 kann er sich noch immer nicht erinnern.

Kevin Großkreutz

03.09.2014, Fussball, Saison 2014/15, DFB Laenderspiel in Duesseldorf, Deutschland - Argentinien Kevin Grosskreutz (Kevin Großkreutz, Deutschland), li., und Lukas Podolski (Deutschland) nach dem Spiel.03 09 2014 Football Season 2014 15 DFB Country ga
Kevin Großkreutz (li.) für Deutschland im Einsatz.
imago/Team 2, imago sportfotodienst

Fliegende Döner. Damit wurde Kevin Großkreutz 2014 in den Medien immer wieder in Verbindung gebracht. Der Ex-Dortmunder wurde damals beschuldigt, einem Mann in Köln einen Döner ins Gesicht geworfen zu haben. Großkreutz gab bei der Polizei nach seiner Anzeige zu Protokoll, dass er beleidigt wurde und den Döner lediglich auf den Boden geworfen habe. Am Boden war damit aber auch das Image des Weltmeisters, der kurz zuvor in Rio beim Titelgewinn dabei war. Hinter Philipp Lahm war er im Kader zwar chancenlos auf den großen Glanz. Aber immerhin gewann er so den ganz großen Titel in seiner Karriere, die nun im Amateur-Fußball beim TuS Bövinghausen ausplätschert. (ana)