Schutzkonzept der Berufsgenossenschaft

Hygiene, Abstand & Preisanstieg: Das erwartet Sie, wenn Sie jetzt zum Friseur gehen

Ein Friseurbesuch wie vor dem Coronavirus wird es vermutlich so schnell nicht mehr geben.
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06. Mai 2020 - 10:39 Uhr

Friseursalons waren vom Coronavirus-Shutdown betroffen

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus mussten auch Friseursalons schließen. Seit dem 4. Mai dürfen sie bundesweit wieder öffnen - aber unter besonderen Auflagen. Wir zeigen, was Friseure und Kunden bei der Behandlung beachten müssen und welche Vorsichtsmaßnahmen nun gelten. Warum der Friseurbesuch auch teurer werden wird, erklären wir hier.

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Pandemie-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk gibt jetzt klare Regeln vor

Welche Regeln und Vorsichtsmaßnahmen jetzt beim Friseurbesuch gelten, ist im Pandemie-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk klar geregelt. Dieses wurde von der  Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) für die Branche erarbeitet. Mit diesem Standard soll garantiert werden, dass Friseure während der Corona-Pandemie sicher arbeiten können und auch Kunden sich gut geschützt fühlen. Die Regelungen sind für alle Friseurbetriebe verbindlich.

Mund-Nasen-Maske ist beim Friseurbesuch Pflicht

Schon bei der Terminvergabe wird man nach Coronavirus-Symptomen und einem möglichen Kontakt zu Erkrankten befragt. Sowohl das Zeitfenster des Besuchs als auch die Kontaktdaten werden dokumentiert, damit eine mögliche Infektionskette nachvollzogen werden kann. Ein Kunde wird nur bedient, wenn er dieser Dokumentation einwilligt.

Nach Betreten des Salons muss der Kunde zunächst seine Hände waschen und desinfizieren. Während er wartet, bis er an der Reihe ist, bekommt er leider weder einen Kaffee noch eine Zeitschrift zum Zeitvertreib: Bewirtungen sind derzeit nicht gestattet. Auch bezahlt werden sollte möglichst kontaktlos.

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Haarewaschen muss sein, Selberföhnen geht nicht mehr

Haarewaschen ist beim Friseurbesuch jetzt für alle Kunden Pflicht - erst dann darf der Friseur Arbeitsutensilien wie Kämme, Bürsten oder Wickler am Kopf des Kunden benutzen. Zudem müssen die Utensilien nach jeder Benutzung gereinigt werden, bevor sie an einem anderen Kunden zum Einsatz kommen. Auch das Föhnen dürfen Kunden derzeit nicht selbst übernehmen, denn auch der Kontakt mit Arbeitsgeräten muss so gering wie möglich gehalten werden. Außerdem gilt: Nach jedem Kunden müssen nicht nur die Arbeitsgeräte, sondern auch sämtliche Kontaktflächen wie Friseurstuhl und Ablagen gereinigt werden.

Friseure müssen von der Begrüßung des Kunden bis nach dem Haarewaschen Einmalhandschuhe tragen. Werden dem Kunden die Haare geschnitten, kann dabei natürlich kein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Deshalb müssen sowohl der Friseur als auch der Kunde beim Haarschneiden eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Kunden müssen im Salon außerdem einen Umhang tragen, der alle möglichen Kontaktpunkte verdeckt. Zudem dürfen sich nur der Kunde und der oder die zuständige Beschäftigte einander nähern. 

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"Nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter sollen sich sicher fühlen"

Wie viele Kunden gleichzeitig in einem Salon behandelt werden dürfen, hängt von dessen Größe und den Gegebenheiten ab. Es muss jedoch immer garantiert werden, dass zwischen jedem Friseurarbeitsplatz samt Kunden mindestens 1,5 Meter Abstand zum nächsten gehalten wird.

Mit diesen Maßnahmen sollen sich beim Friseurbesuch alle Beteiligten sicher fühlen können. "Dabei geht es nicht nur um die Kunden, es ist auch wichtig, dass sich die Mitarbeiter sicher fühlen und keine Angst haben, sich bei der Arbeit anzustecken", so Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia.

Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Rasur, Bartpflege oder das Färben von Wimpern oder Augenbrauen sind derzeit nicht möglich. Mit gutem Grund: "Wenn am Hinterkopf gearbeitet wird, besteht kaum ein Infektionsrisiko zwischen Kunde und Friseur. Augenbrauen zupfen oder Rasieren, also Tätigkeiten am Gesicht, sind gefährlicher", sagt auch Dr. Zinn.

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Videoplaylist: Alles, was Sie über das Coronavirus wissen müssen

TVNOW-Doku Folge 3: Was wir aus der Krise lernen

In der dritten Folge der TVNOW-Doku zum Coronavirus geht es um die Frage: Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen das Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind?