"Am Mittwoch gehört der Volkspark Dir ganz allein"

Franz Beckenbauer verabschiedet sich mit emotionalem Brief von Uwe Seeler

ARCHIV - 23.01.2014, Berlin: Fußball-Legende Franz Beckenbauer und HSV-Ikone Uwe Seeler (l) lachen am 23.01.2014 im Velodrom in Berlin nach dem Startschuss für das 103. Berliner Sechstagerennen. 16 Zweierteams gehen an den Start, die Veranstalter rec
Beckenbauer und Seeler spielten zusammen in der Fußball-Nationalmannschaft (Archivbild).
han hak jai, dpa, Hannibal Hanschke

Mit emotionalen Worten hat sich Franz Beckenbauer von der Fußball-Legende Uwe Seeler verabschiedet. „Mit Dir, mein Freund, in der deutschen Nationalmannschaft spielen zu dürfen, war mir, dem neun Jahre jüngeren, eine große Ehre“, schrieb der 76 Jahre alte Weltmeister von 1974.

Beckenbauer bewunderte Seeler

„Ich habe Dich schon beim Umziehen in der Kabine aus der Distanz respektvoll bewundert“, heißt es in dem Brief weiter, den das „Hamburger Abendblatt“ veröffentlichte. „Deine Gedanken schienen schon vor der letzten Motivationsansprache des Bundestrainers auf dem Platz zu sein.“ Die Worte von Bundestrainer Helmut Schön habe Seeler kaum noch aufgenommen. „Und wehe, wenn sich dann nach dem Anpfiff ein Kamerad Alibi-Fußball erlaubte. Da wurde der Hanseat Seeler richtig laut.“ „Uwe, Uwe“ zu rufen sei die die beste Art gewesen, „Deutschland, Deutschland“ zu rufen.

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"Du bleibt unvergessen"

Seeler war am 21. Juli im Alter von 85 Jahren gestorben. Er wurde am vergangenen Donnerstag im Familienkreis beigesetzt. An diesem Mittwoch findet im Volksparkstadion für das größte Idol des Hamburger SV eine Trauerfeier mit zahlreichen Gästen - unter anderen Bundeskanzler Olaf Scholz - statt.

„Am Mittwoch gehört der Volkspark Dir ganz allein“, schrieb Beckenbauer. „Da ehrt Fußball-Hamburg einen großen Deutschen und Menschen mit einer Trauerfeier.“ Er selbst werde die Zeremonie aus gesundheitlichen Gründen nur am Fernseher verfolgen.

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Der langjährige Kapitän und Präsident des FC Bayern München und Seeler spielten unter anderem bei den WM-Turnieren 1966 in England und 1970 in Mexiko zusammen. Er habe schon damals „eine ganz besondere Zuneigung“ gespürt. Der Brief endet mit den Worten: „Lieber Uwe, dieser letzte Gruß kommt aus tiefstem Herzen: Du bleibst für immer unvergessen. Servus und Tschüs.“ (dpa/lgr)