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Frankfurter Kita-Gehalt-Affäre: Warum verdient die Frau des Oberbürgermeisters so viel Geld?

AWO-Kita-Gehalt-Affäre in Frankfurt

Warum verdient die Frau des Oberbürgermeisters so viel Geld?

Warum verdient die Ehefrau des OBs so viel? Frankfurter Kita-Gehalt-Affäre
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Frankfurter Kita-Gehalt-Affäre
Warum verdient die Ehefrau des OBs so viel?

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Andere müssen für ihr Gehalt 15 Jahre länger arbeiten als Zübeyde Feldmann

Wie viel darf eine Kita-Leiterin verdienen? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit die Menschen in Frankfurt am Main. Der Anlass: Zübeyde Feldmann (32), die Ehefrau des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann, verdient nach internen Unterlagen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zu viel Geld für ihren Posten als Leiterin einer deutsch-türkischen Kita. Für ihr Gehalt müsste sie laut Tarifvertrag eigentlich 17 Jahre in ihrem Job gearbeitet haben - und nicht nur, wie in ihrem Fall, zwei. Sie bekommt also deutlich mehr, als sie in ihrer Gehaltsklasse im öffentlichen Dienst verdienen dürfte. Ein Dienstwagen kommt hinzu. Nach tagelangem Schweigen hat der Oberbürgermeister sich nun erstmals schriftlich geäußert. Im Video sehen Sie, wie ein RTL-Reporter Feldmann mit den Vorwürfen konfrontiert.

Peter Feldmann: Habe kein Einfluss auf Gehalt genommen

Feldmann hat früher selbst bei der AWO in Frankfurt gearbeitet. Später hat seine jetzige Ehefrau Zübeyde dort angefangen und eine Blitzkarriere hingelegt. Die Frage, die nun im Raum steht: Hatte der OB bei der Turbo-Beförderung und dem Gehalt seine Finger im Spiel?

In einer Mitteilung Feldmanns von Mittwachnachmittag heißt es: „Auf die Gestaltung der Arbeitsverträge bei der AWO, auch des Vertrags meiner Frau, einschließlich Bezahlung und Dienstwagenregelung, habe ich keinen Einfluss genommen. Die Eingruppierung entscheidet der Arbeitgeber. Meine Ehefrau war mehr als zehn Jahre in diesem Bereich tätig, eine Berufsausbildung gemacht, ein Doppelstudium anschließend draufgesetzt. Das alles hat sie sich auf einen Hauptschulabschluss aufgebaut. Darauf ist sie stolz, und ich auf sie. Gehaltszettel oder Verträge meiner Frau habe ich nicht kontrolliert. Meine Ehefrau schuldet mir keine Rechenschaft, was sie im Monat verdient."

Vetternwirtschaft bei der AWO?

Die Informationen über das Gehalt von Zübeyde Feldmann sind Volker Siefert, einem Journalisten des Hessischen Rundfunks, zugespielt worden. Er sagt im Gespräch mit RTL: "Das Skandalöse an der Geschichte ist, dass die AWO von der Stadt Frankfurt im Berich Kita bezahlt wird. Das heißt, das Geld, das die AWO dort bekommt, bekommt sie von eben der Stadt, der Peter Feldmann vorsitzt."

Die AWO wies die Vorwürfe zurück. Es seien "weder Vorteile noch Privilegien" gewährt worden. Der Verband hatte zudem vor wenigen Tagen eine "Transparenzoffensive" angekündigt, um den Vorwürfen zu begegnen. Die Berichte fallen in ohnehin bewegte Zeiten für die AWO. So ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche des Kreisverbands Frankfurt wegen des Verdachts des Betruges und der Untreue mit Geldern der Stadt. Feldmann sagte in seiner Stellungnahme, er vertraue auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: "Missstände müssen benannt und ausgeräumt werden."