Tödlicher Unfall in Frankfurt-Nied

An diesem Bahnübergang musste Cindy (16) sterben - Jetzt starten endlich die Bauarbeiten!

Tödlicher Bahn-Unfall bei offener Schranke in Frankfurt
Tödlicher Bahn-Unfall bei offener Schranke in Frankfurt
© dpa, Boris Roessler, brx kde

18. Oktober 2021 - 12:44 Uhr

1,5 Jahre nach dem tragischen Unfall startet der Umbau

Ein Zug erfasst die 16-jährige Cindy im Mai 2020, als sie den Bahnübergang in Frankfurt-Nied überquert. Weil die Bahnschranke nicht schließt, muss die 16-Jährige sterben und ein Radfahrer und eine Autofahrerin werden verletzt. Seit Jahrzehnten fordern Anwohner an genau dieser Stelle eine Unterführung – jetzt, anderthalb Jahre nach dem tragischen Unfall, hat die Deutsche Bahn mit den Bauarbeiten begonnen.

Erster Schritt zur Unterführung

"Die Schranke in Nied muss weg" heißt die Bürgerinitiative, die die Pläne der Deutschen Bahn, bis 2024 eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer fertigzustellen, bisher regelmäßig anzweifelte. Doch jetzt wird der erste Schritt des Stufenplanes in die Tat umgesetzt: Die Stadt Frankfurt am Main und die DB wollen zunächst mit einer neuen Sicherungslage die Verkehrssituation am Bahnübergang an der Oeserstraße in Frankfurt-Nied verbessern.

"Im zweiten Schritt folgt der Bau einer Unterführung für die Fußgänger:innen. In der letzten Stufe entsteht eine Unterführung für den Straßenverkehr. In der zweiten Hälfte der 2020er Jahre ist der Bahnübergang dann komplett ersetzt", heißt es in der aktuellen Pressemitteilung der Deutschen Bahn.

Autofahrer müssen den Bahnübergang in Frankfurt-Nied nun vom 18. Oktober bis zum 3. Dezember 2021 umfahren, für Fußgänger und Radfahrer gibt es einen provisorischen Übergang.

Anwohner kämpfen seit über 100 Jahren für die Unterführung

Die Bauarbeiten beinhalten nicht nur für die Angehörigen der gestorben Cindy eine besondere Tragik. RTL-Reporter Cord Eickhoff recherchiert im Mai 2020 nach dem tödlichen Unfall: "Die Anwohner kämpfen hier seit 1915 - also seit 105 Jahren - für eine Bahnunterführung. Zum einen, weil es hier oft lange Wartezeiten bis zu 20 Minuten gibt, zum anderen in der großen Sorge, dass ein solches Unglück geschehen könnte."

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Für Cindy kommen die Bauarbeiten zu spät

Tragik: Zur Verkehrslage kam im Mai 2020 der Fehler der Schrankenwärterin

Zur unübersichtlichen Verkehrslage vor Ort kam im Mai 2020 ein Fehler der Schrankenwärterin am Unfallort: Ein Jahr nach dem Tod von Cindy stellte ein Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung in Bonn fest, dass der Fahler der Wärterin "Primär ereignisursächlich" war. Möglicherweise habe sie irrtümlich angenommen, der Zug sei bereits vorbeigefahren und habe die Schranke daher vorzeitig geöffnet.

Aus der Untersuchung geht auch hervor: Die Frau hätte nie an der Schranke eingesetzt werden dürfen. Sie habe die nötigen Prüfungen zwar bestanden und sei vor Ort eingewiesen worden. Doch eine Bescheinigung über die erfolgte Ausbildung am Arbeitsplatz habe nicht vorgelegen, weshalb "zumindest formal" die Voraussetzungen zum Einsatz der Wärterin gefehlt hätten. (gmö)