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Formel 1: Toto Wolff: Mercedes hat mit Rauswurf von Rennleiter Michael Masi nichts zu tun

Silber-Teamchef beteuert

Wolff: Mercedes hat mit Masi-Rauswurf nichts zu tun

Wegen seiner umstrittenen Handhabung des Safety Cars beim Formel-1-Saisonfinale 2021 muss Michael Masi seinen Hut als FIA-Rennleiter nehmen. Der Weltverband lobt den Australier nonchalont weg, künftig wird es mehrere Rennleiter und einen Virtual Control Room geben – also eine Art Video-Schiedsrichter wie beim Fußball. Und Mercedes? Hat mit dem Absägen Masis nichts zu tun, beteuert Toto Wolff.

Wie der Silber-Chef die neue Rennleiter-Struktur und den Videobweis einschätzt – im Video.

Im Video: Hamiltons erste Ausfahrt im neuen Mercedes

Quid pro Quo zwischen Mercedes und FIA?

Masis Abzug des Saftey Cars in Abu Dhabi sowie die Ansage, überrundete Autos zwischen dem Führenden Lewis Hamilton und Verfolger Max Verstappen dürften sich rechtzeitig vor der letzten Runde des GP zurückrunden, kosteten Hamilton seine achte WM-Krone.

Entsprechend erbost war Mercedes, der Rennstall legte direkt zwei Proteste ein, die die FIA allerdings abschmetterte. Mercedes kündigte daraufhin zunächst an, Einspruch gegen das Urteil einzulegen, ein juristisches Nachspiel um den WM-Titel drohte – und Red Bull tobte. Letztlich verzichtete Mercedes auf seine Anwälte, die FIA sagte zu, die Geschehnisse in der Wüste zu untersuchen und etwaige Konsequenzen zu ziehen. Das ist nun geschehen, Masi ist als Rennleiter Geschichte.

Doch welche Rolle spielte Mercedes dabei? Schon im Januar hatte die BBC von einem Quid-pro-Quo-Deal zwischen den Silbernen und der FIA im Nachgang des WM-Finales berichtet. Inhalt: Mercedes legt keinen Einspruch gegen das WM-Urteil ein, dafür sägt der Weltverband Masi ab.

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Neue FIA-Struktur "notwendig"

„Dass wir den Einspruch haben sein lassen, hat nichts damit zu tun, dass irgendjemand die FIA verlässt“, sagte Mercedes-Teamchef Wolff am Rande der Präsentation des neuen Silberpfeils. Eine veränderte Struktur in der FIA, um Entscheidungen zu fällen, sei „notwendig“ gewesen. „Letztes Jahr war eine großartige Saison, aber manche Entscheidungen haben sehr polarisiert und waren nicht immer einfach zu verstehen“, so Wolff.

Überhaupt nicht zu verstehen war für den Silber-Häuptling freilich Masis Abu-Dhabi-Handling. Hinzu kam, dass der Rennleiter in seiner Begründung im Team-Radio genau die gleiche Wortwahl wie die Mercedes-Rivalen von Red Bull wählte und Wolff böse abkanzelte . Als dieser verzweifelt „Michael, Michael, das ist nicht richtig“, schrie und forderte, der Rennleiter möge das Ergebnis der vorletzten Runde wieder in Kraft setzen, entgegnete Masi: „Toto, es ist ein Autorennen!“ Also der Österreicher verblüfft „wie bitte“ fragte, legte der Rennleiter nach: „Wir sind zum Autorennen gegangen.“

Entsprechend klar fiel Wolffs Antwort auf die Frage von RTL-Reporter Peter Reichert aus, ob er Masi eine Träne nachweine . „Nein“, sagte der Mercedes-Chef – und schmunzelte. (mar)