Lob für Austin Powers Verstappen

"Unglaublich, wie Max diese Reifen konserviert hat"

Prost: Max Verstappen gönnt sich nach seinem Austin-Erfolg einen Schluck aus der Sieger-Pulle
Prost: Max Verstappen gönnt sich nach seinem Austin-Erfolg einen Schluck aus der Sieger-Pulle
© dpa, Darron Cummings, DC pat

25. Oktober 2021 - 1:39 Uhr

Die Stimmen zum Großen Preis der USA

Was für ein Ritt über den Circuit of the Americas! Max Verstappen und Red Bull erobern dank einer aggressiven wie mutigen Strategie die Mercedes-Hochburg Austin. Der Holländer ist entsprechend happy, Teamberater Helmut Marko, aber auch Titelrivale Lewis Hamilton ziehen ihre Kapperln repsketive Cowboy-Hüte. Und Sebastian Vettel ist irgendwie auch mal wieder ganz zufrieden. Die Stimmen zum US-GP in Texas.

Perez saß auf dem Trockenen

Max Verstappen (Red Bull/Sieger): "Leider haben wir den Start verloren, dann mussten wir was anderes probieren. Der Reifen baut hier sehr stark ab, unsere Strategie war aggressiv, ich war mir nicht sicher, ob es reicht. Die letzten Runden haben viel Spaß gemacht. Ich bin superhappy, dass ich es durchgestanden habe."

Lewis Hamilton (Mercedes/Platz 2): "Gratulation an Max, er hat einen super Job gemacht. Das war ein hartes Rennen. Ich hatte einen guten Start, aber am Ende hatten sie die Oberhand. Danke ans Team, wir hatten super Boxenstopps. Eine Ehre, vor diesem Publikum zu fahren. Ich denke, die F1 ist jetzt hier in den USA akzeptiert. Ich hoffe, es gibt hier noch mehr Rennen."

Sergio Perez (Red Bull/Platz 3): "Seit Runde 4 hatte ich kein Wasser mehr, Mitte des ersten Stints wurde es ziemlich schwierig. Physisch mein härtestes Rennen, das ich je gefahren bin."

Leclerc wenig zu sehen, Ricciardo "hart, aber fair"

Charles Leclerc (Ferrari/Platz 4): "Viel im TV habt ihr von mir sicher nicht gesehen, bei mir ist nicht viel passiert. Aber wir waren sehr stark. Nur zehn Sekunden hinter Perez, das haben wir nicht erwartet. Und noch wichtiger: 25 Sekunden vor McLaren. Es fühlt sich gut an, weil wir uns schon voll auf nächstes Jahr konzentrieren. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht. Wir haben eine gute Grundlage. Ich denke, es sieht gut aus für uns für die letzten Rennen. Wir hätten hier gedacht, dass wir hinter McLaren sind. Ich hoffe, wir können das Momentum halten."

Daniel Ricciardo (McLaren/Platz 5): "Ich bin happy mit dem Ergebnis, da waren ein paar wichtige Momente im Rennen, in denen ich mich vor Carlos setzen musste. Das war cool. Er hat dann attackiert, ich musste mich verteidigen. Ich musste ihn mir vom Leib halten. Das war hart, aber fair. In Mexiko haben wir vielleicht beide Autos vor Ferrari. Wenn wir eine gute Track Position haben, können wir sie schlagen."

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Vettel sagt Ja

Sebastian Vettel (Aston Martin/Platz 10): "Schön, etwas Zählbares mitzunehmen. Das Rennen lief nicht ganz ideal, im ersten Stint haben wir etwas mehr Zeit verloren als geplant, weil wir hinter den McLaren und Ferrari fahren mussten, als die aus der Box kamen. Aber danach konnten wir gut aufholen, weil wir am Ende frischere Reifen hatten."

"Ja" … auf die Frage, ob Rang 10 auch ohne den Fehler von Kimi Räikkönen möglich gewesen wäre.

Mick Schumacher (Haas/Platz 16): "Es war warm. Es hat viel Spaß gemacht. Es war schwer, die Reifen am Leben zu halten. Aber generell können wir zufrieden sein. Zum Schluss haben wir auf Latifi ganz gut aufgeholt. Deren Strategie war etwas besser, da müssen wir schauen, was wir besser machen können.

… zur Überrundungs-Szene mit Verstappen kurz vor Schluss: "Na ja, Max hat am Ende DRS von mir gekriegt, ich kann mich ja nicht in Luft auflösen. Er hat das Rennen ja gewonnen."

Marko: "Da kommt das Leben zurück"

Helmut Marko (Red-Bull-Berater): "Wir haben das ganze Rennen gezittert. Der Start ist leider misslungen, ein Fehler im Druckpunkt, da kann Max nix dafür. Der Undercut hat dann funktioniert. Im Mittelstint waren wir aber zu langsam, dann haben wir abgewogen und sind reingekommen. Unglaublich, wie Max diese Reifen dann konserviert hat, da haben wir alle gezittert. Es scheint, dass der Mercedes mit vollen Tanks nicht so liegt, deswegen haben wir den Undercut gemacht, dass wir in der Phase vorne sind. Sonst hätte es nicht geklappt.

Es stimmt uns optimistisch, denn die letzten drei Rennen waren eigentlich alles Mercedes-Strecken. Jetzt kommen wir mit 12 Punkten Vorsprung nach Mexiko. Mexiko und Brasilien sollten uns wegen der Höhenlage liegen. Da sollten wir punkten, dann können wir uns auf den Middle-East-Strecken vielleicht etwas zurücklehnen, denn da gibt es lange Geraden, da wird Mercedes sicher unglaublich stark sein.

Perez war schnell genug, um Hamilton bei seinem Stopp zu zwingen, in die Richtung zu gehen, die für uns die richtige war. Er kommt immer besser in Schuss. Das brauchen wir. Einen Doppelsieg haben wir schon seit fünf, sechs Jahren nicht mehr gehabt. Die Stimmung hier - so eine tolle Atmosphäre. Da kommt das Leben zurück."

Toto Wolff (Mercedes-Teamchef): "Wenn man mir vor dem Rennen gesagt hätte, wir werden Zweiter und fighten um den Sieg, hätte ich es vielleicht so genommen. Sie haben einen sehr frühen Undercut gemacht, sehr aggressiv, sehr mutig. Credit to them. Unsere Pace auf dem Medium am Anfang war schwach, Verstappen konnte so viele Runden dranbleiben. Deshalb war Red Bull auch so mutig, so früh zu stoppen. Dieses Risiko wären wir nicht eingegangen, sonst hätten wir drei Mal stoppen müssen.

Unsere WM-Chancen sind absolut intakt. Das war ein sehr starkes Wochenende von Red Bull und auch von Perez, der hier voll dabei war. Alles offen. In der Konstrukteurs-WM sind wir vorne, das müssen wir jetzt ausbauen."

Andreas Seidl (McLaren-Teamchef): "Wir müssen zufrieden sein, Ferrari war dieses Wochenende klar schneller. Wir müssen happy sein, dass wir einen Ferrari und auch den Valtteri hinter uns haben halten können. Wir sind immer noch Dritter in der Konstrukteurs-WM, das wird eine enge Nummer. Nachlegen können wir nicht mehr, der Fokus liegt schon voll auf dem nächstjährigen Auto. Das Paket ist definiert, wir müssen Wochenende für Wochenende gegen ein starkes Ferrari-Team das Maximum rausholen. Auf der ein oder anderen Strecke könnten wir die Nase vorne haben, aber Ferrari sieht sehr stark aus.

Ich bin supper-happy mit dem, was Daniel gezeigt hat. Das zeigt, dass es in die richtige Richtung geht. Er hat dem Druck von Carlos standgehalten." (mar)