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Formel 1: Stiller Geburtstag von Lewis Hamilton: Von wegen Rücktritt! 2022 könnte sein Jahr werden

Stiller Geburtstag, aber ...

Von wegen Rücktritt! 2022 könnte das Jahr von Hamilton werden

 HAMILTON Lewis F1 Team Mercedes AMG F1 FIA Grand Prix von Qatar 2021 am 18.11.2021 in Doha *** HAMILTON Lewis F1 Team Mercedes AMG F1 FIA Grand Prix of Qatar 2021 on 18 11 2021 in Doha
Lewis Hamilton.
www.imago-images.de, imago images/Laci Perenyi, Jerry Andre via www.imago-images.de

Von Emmanuel Schneider

Wie geht’s weiter bei Lewis Hamilton? Der Brite feiert einen stillen Geburtstag. Auch zum 37. Ehrentag gibt es bis zum späten Abend kein offizielles Statement des entthronten Champions. Das wird sich wohl schon bald ändern. Denn 2022 könnte wieder sein Jahr werden.

Hamilton schweigt auch an seinem Geburtstag

Fast einen Monat ist der letzte Instagram-Eintrag von Lewis Hamilton alt. Aus dem vergangenen Jahr, gefühlt einer anderen Ära. Das Foto datiert vom 11. Dezember, als die Welt noch in Ordnung schien, der F1-Titel, der achte, in mehr als greifbarer Nähe. Allein: Ein Crash von Nicholas Latifi und eine wilde Safety-Car-Phase mit einer Verstappen-Eruption in der allerletzten Runde von Abu Dhabi begruben den Traum vom Rekordtitel.

Mercedes, und damit sind vor allem Hamilton und Teamchef Toto Wolff gemeint, waren offenkundig in einer Art Schockzustand. Als die Einsprüche und Proteste abgewiesen waren, brach Wolff als Erster das Schweigen und erklärte, wie groß die Enttäuschung und der Ärger wirklich gewesen seien.

Hamilton gratulierte nach dem Rennen dem neuen Champion brav – begab sich dann in den Mental-Tunnel. Kein Statement, die verpflichtende FIA-Gala geschwänzt, Funkstille in den ansonsten ebenfalls brav gepflegten Social-Media-Accounts, er entfolgte sogar allen Profilen. Hamilton brauchte offenbar Ruhe. Ruhe von dem Final-Stress und langen Jahr mit dem Rekordkalender von 22 Rennen.

Und wie das dann so ist: Die Rücktrittsgerüchte schwappten schneller rüber, als der geneigte Mercedes-Fan „Michael Masi“ rufen kann. Ex-F1-Boss Bernie Ecclestone mischte sich aus dem F1-Off ein: Er glaube nicht daran, dass Hamilton zurückkehre würde. So weit, so der normale Zirkus.

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Im Video: F1-Experte ordnet Hamilton Gerüchte ein

Die verlorene WM-Krone war definitiv ein schwerer Schlag in die Mercedes-Magengrube – allen voran für Hamilton, den erfolgsverwöhnten Seriensieger. Und mit nun 37 Jahren ist der Brite auch nicht mehr der Jüngste – nach dem Rücktritt von Kimi Räikkönen sogar der zweitälteste Pilot im Feld hinter Fernando Alonso, mit dem er sich in Ungarn ein episches Duell geliefert hatte.

Ansonsten spricht allerdings sehr wenig für einen Rücktritt. Im Gegenteil. 2022 wird das Jahr sein, in dem Mercedes nun mal wieder der Jäger ist, Jäger der „Bullen“ – mit Messern zwischen den Zähnen.

Der Rennstall hat etwas gutzumachen. Im vergangenen Jahr verpennten die Silberpfeile (die sie 2022 mit ihrer Lackierung wieder sein werden), die Unterboden-Änderung im Reglement. Mit ihrem Low-Rake-Konzept (niedriger Anstellwinkel) kassierte das Team einen dicken Aero-Dämpfer. Seit Jahren gab‘s endlich wieder ein Duell auf Augenhöhe. Und wäre nicht Hamilton in Top-Form gewesen – Red Bull und Verstappen wären dem Rennstall mit dem Stern davongefahren. Der siebenmalige Weltmeister machte kaum Fehler, presste das Maximum aus dem Wagen heraus, was sich auch an der mageren Ausbeute seinen Teamkollegen Valtteri Bottas ablesen lässt.

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Russell macht Hamilton Feuer

Der Garagennachbar Hamilton hat in diesem Jahr allerdings einen neuen Namen. George Russell kommt von Williams und gilt als Kronprinz, als kommender Weltmeister. Bislang gab es viele nette Worte zwischen den beiden. Trotzdem: Russell wird Hamilton ordentlich Feuer machen – gleichzeitig aber, dafür muss man sich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, eine größere Hilfe im Kampf gegen die „Bullen“ Verstappen und Sergio Perez sein. Und Hamilton hat zwar schon viel gewonnen, die Aussicht auf den achten WM-Titel, mit dem er Michael Schumacher hinter sich lassen würde – dürfte Dopamin und Adrenalin durch Hamiltons Körper schießen lassen. Apropos Schumi. Viele Rekorde hat der 37-Jährige dem deutschen F1-Kaiser abgeluchst, ein paar fehlen aber auch hier noch – zum Beispiel Hattricks und schnellste Rennrunden. Und nicht vergessen: Einen gültigen Arbeitsvertrag hat er auch noch bis Ende 2023.

Neues Auto, neue Regeln, neuer Teamkollege, Aussicht auf Rekord und Revanche und die Möglichkeit, es noch einmal allen zu zeigen: An Motivation für Hamilton mangelt es nicht. Und auch Erfahrung mit Niederlagen hat er. Nach dem bitteren K.o. gegen Nico Rosberg 2016 gewann er vier Titel in Serie.

Das Jahr 2022 beginnt für Hamilton also mit Stille. Es könnte schon bald aber wieder lauter werden und mit einem Rekord-Knall enden.