“Es ist hart für meine Mutter”

Formel-1-Star Charles Leclerc spricht über Crash-Ängste

F1 Gran Prix of Hungary Charles Leclerc of Scuderia Ferrari during free practice 2 ahead of the F1 Grand Prix of Hungary. Mogyorod Hungaroring Hungary Copyright: xMarcoxCanonierox
Charles Leclerc.
www.imago-images.de, IMAGO/Marco Canoniero, IMAGO

Die Formel 1 ist ein gefährliches Geschäft. Zwar ist die Rennserie in den vergangenen Jahren deutlich sicherer geworden. Brutale Crashs mit gravierenden Folgen sind aber jederzeit möglich. Wie das die Sorgen einer Rennfahrer-Mutter beeinflusst, berichtet nun Formel-1-Star Charles Leclerc ungewohnt offen.

Das Rest-Risiko bleibt

Der Feuer-Unfall von Romain Grosjean (Bahrain, 2020), der parkende Renner auf dem Kopf von Lewis Hamilton (Monza, 2021) der Horror-Crash von Guanyu Zhou Silverstone, 2022) – auch in den vergangenen Jahren gab es in der Formel 1 einige brenzlige Szenen. Zum Glück gingen sie zuletzt immer glimpflich aus. Grosjean hatte Handverletzungen, Hamilton Kopfweh und Zhou blieb nahezu unverletzt.

Lese-Tipp: Bei Horror-Crash – wie das Halo in Silverstone zum Lebensretter wurde

Trotzdem bleibt ein nicht wegzudiskutierendes Rest-Risiko. In jedem Rennen. Wenn die Piloten ins Cockpit steigen, das Visier schließen, sind sie ganz für sich mit der Gefahr. Die Piloten gehen in den Tunnel, blenden das Risiko aus, anders geht es auch kaum. Dennoch fiebern und zittern viele Angehörige und die Familien der Fahrer mit.

Charles Leclerc mit seinem Bruder und Mutter Pascale

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"Werde nicht sagen, dass ich vorsichtig bin"

Ferrari-Star Charles Leclerc hat nun offen über die Ängste und Sorgen seiner Liebsten gesprochen. Nur selten geben die Formel-1-Piloten Einblick in diese Gedankenwelten.

„Es ist hart für meine Mutter”, erklärte der Monegasse der „GQ”. Was er ihr daraufhin antworten soll, sei ihm immer noch unklar. „Außer: Ich liebe, was ich tue.” Es gebe auch gar nichts Spezielles, „was ich ihr sagen kann, damit sie sich besser fühlt.”

Leclerc sagt ehrlich: „Ich werde ihr nicht sagen, dass ich vorsichtig bin. Das wäre nicht wahr. Aber ich gebe mein Bestes.”

2020 starb Leclerc-Freund auf der Strecke

Seine Mutter wisse, dass es ein „gefährlicher Sport” ist. Auch wenn es in den vergangenen Jahren massiv sicherer geworden ist: „Es wird für immer ein gefährlicher Sport bleiben”.

Leclerc war bei einer der großen Motorsport-Tragödien der letzten Jahre hautnah dabei. 2020 starb sein Freund Anthoine Hubert im Formel-2-Rennen in Spa-Francorchamps, nachdem ein anderer Fahrer in der berüchtigten Eau Rouge frontal in ihn hineingefahren war. Trotzdem gelte für Leclers Mutter Pascale: „Sie weiß, dass ich am Glücklichsten bin, wenn ich im Wagen sitze.”

Leclerc selbst hatte auch schon einen dieser Schreck-Momente wie Grosjean, Hamilton oder Zhou. In seiner Rookie-Saison 2018 flog Fernando Alonso nach einem heftigen Crash über Leclercs Wagen, touchierte diesen oberhalb des Kopfes. Der Überrollbügel, das sogenannte Halo-System, rettete ihn wohl vor schweren Verletzungen. Zuvor hatte der junge Pilot noch die Einführung des Halos kritisiert. Nach dem Unfall blickte er ganz anders darauf. Für seine Mutter ist es ein kleiner, aber wichtiger Punkt, sich während der Rennen etwas besser zu fühlen. (msc)