Le Castellet ist nicht Baku oder Monaco

Wieder ganz der Alte? - Frankreich-GP "Standortbestimmung" für Vettel

Sebastian Vettel erwartet in Frankreich eine echte Standortbestimmung für sich und Aston Martin
Sebastian Vettel erwartet in Frankreich eine echte Standortbestimmung für sich und Aston Martin
© dpa, James Gasperotti, zeus fgj kno

16. Juni 2021 - 13:06 Uhr

Hält der Vettel-Trend auch in Südfrankreich?

Auf den Stadtkursen in Monaco und Baku erlebte Sebastian Vettel eine Formel-1- Wiederauferstehung. Beim Großen Preis von Frankreich am Sonntag (15 Uhr, live im RTL-Ticker) in Le Castellet erwartet den Aston-Martin-Piloten allerdings eine ganz andere Strecke.

Vettel nach vielen Tiefschlägen wieder da

Sebastian Vettel hat den unverhofften Podestbesuch in Baku mit seinem Aston-Martin-Team ausgiebig gefeiert. Nach Wochen und Monaten voller Tiefschläge fühlte sich der viermalige Formel-1-Weltmeister gar auf "Wolke sieben". Ob der Höhenflug von Dauer ist, wird sich am Wochenende zeigen. "Frankreich wird mehr eine Standortbestimmung sein", sagte Vettel vor dem siebten Saisonrennen in Le Castellet.

Der Circuit Paul Ricard ist breit und bietet das volle Spektrum von langsamen, mittelschnellen und schnellen Kurven. Dazu gibt es drei mittellange Geraden und riesige Auslaufzonen. Kurzum: Le Castellet ist eine deutlich "normalere", eine ganz andere Rennstrecke als die Kurse in Monaco und Baku, wo der 33-Jährige auf die Plätze fünf respektive zwei vorfuhr und von den Formel-1-Fans jeweils zum Fahrer des Tages gewählt wurde.

"Endlich stimmen die Ergebnisse wieder mit seinem Können überein"

Formel-1-Sportchef Ross Brawn rechnet damit, Vettel auch künftig in der oberen Hälfte des Klassements zu finden. Der Deutsche sei "wieder ganz der Alte", schrieb Brawn in seiner Kolumne bei formula1.com: "Seb scheint sich jetzt wieder in einem Umfeld zu bewegen, in dem er sich wohlfühlt, mit der richtigen Mischung aus Unterstützung, Nestwärme und Druck. Endlich stimmen die Ergebnisse wieder mit seinem Können überein."

Etwas anders sieht das Gerhard Berger. Der frühere Formel-1-Pilot und einstige Weggefährte Vettels bei Toro Rosso (2007 bis 2008) wähnt den 33-Jährigen "rein von der Leistungsfähigkeit her über seinem Zenit". Berger präzisierte bei Sport1: "Er fordert ja immer öfter, dass ein Auto zu seinem Fahrstil passen muss." Bei den letzten beiden Rennen hat Vettel allerdings einen guten Kompromiss gefunden, es habe "Klick" gemacht erklärte er seine starke Perofrmance.

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

Video: Bottas' Tage bei Mercedes sind gezählt

Le Castellet kein Kurs für Underdogs

Dem Qualifying wird in Frankreich große Bedeutung zukommen, und gerade die Pace auf einer schnellen Runde war in der bisherigen Saison eine der Schwächen von Aston Martin. "Jeder in der Formel 1 kann schnell Auto fahren, deshalb machen im Mittelfeld Kleinigkeiten den Unterschied aus", erläuterte der 33-Jährige - der nicht jedes Mal das Glück haben wird, dass die WM-Topfavoriten Max Verstappen (Red Bull) und Lewis Hamilton (Mercedes) sowie der Finne Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil leer ausgehen.

Zudem überzeugte Ferrari zuletzt besonders im Qualifying, holte zwei Pole Positions in Folge durch Vettels früheren Teamkollegen Charles Leclerc, McLaren präsentierte sich bei jedem Streckenprofil auf gutem Niveau.

Auch ist Le Castellet üblicherweise kein Kurs, auf dem man als Underdog durch geschicktes Taktieren weit nach vorne kommen kann. Erwartet wird ein Ein-Stopp-Rennen bei südfranzösischem Sommerwetter, die Wahrscheinlichkeit für ein Safety Car ist wegen der großzügigen Auslaufzonen deutlich geringer als in Monaco und Baku. "Regelmäßig in die Punkte zu fahren", lautet daher Vettels Ziel für die anstehenden Rennen. (sid/mar)

Auch interessant