400 Exemplare – zwölf Stück sind bei der WMSchränke voller Trikots - Dennis (43) aus Jüchen sammelt Shirts der australischen Nationalmannschaft
Australien und Jüchen trennen mehr als 16.000 Kilometer. Trotzdem gibt es zwischen dem Land am anderen Ende der Welt und Dennis Kylau eine ganz besondere Verbindung. Der 43-Jährige sammelt seit fast 30 Jahren Trikots der australischen Nationalmannschaft. Mit seiner Kollektion hat er es inzwischen sogar bis zur Fußball-Weltmeisterschaft geschafft: Einige seiner Exemplare hängen aktuell im WM-Camp des australischen Teams in den USA.
Leidenschaft für Australien begann vor drei Jahrzehnten
Gelb und grün bestimmen das Zuhause von Dennis Kylau. Die Farben Australiens sind seine Lieblingsfarben. Wände und Schränke sind voller Trikots, Trainingsshirts und Erinnerungsstücke. Rund 400 Exemplare hat der 43-Jährige mittlerweile gesammelt. Angefangen hat alles 1997 mit einem Geschenk seines Patenonkels. Er brachte ihm ein Trikot aus Australien mit und legte damit den Grundstein für seine Sammelleidenschaft. Die Jagd nach den begehrten Stücken begeistert ihn bis heute. Dennis Kylau erklärt: „Das Land an sich war immer meine Leidenschaft. Auch dadurch, dass ich selbst Fußball gespielt habe. Das hat sich einfach sehr gut kombinieren lassen und da wollte ich unbedingt ein Australien Trikot haben und es war einfach unmöglich, eins zu bekommen. Irgendwie war da schon dieser Nervenkitzel, etwas zu bekommen, was nicht leicht zu haben ist.“
Jedes Trikot erzählt seine eigene Geschichte
Die Sammlung umfasst Trikots aus den Jahren 1973 bis 2026. Mehr als die Hälfte davon wurde sogar von Spielern getragen. Besonders stolz ist Kylau auf ein Trikot aus dem Finale des Asien-Cups 2015. Damals gewann Australien gegen Südkorea und sicherte sich den Titel. Das signierte Trikot des Siegertorschützen hat heute einen Wert im unteren vierstelligen Bereich. Auch sein persönliches Lieblingsstück erinnert ihn an einen besonderen Moment. 2004 sah Dennis Kylau ein Spiel der australischen Nationalmannschaft zum ersten Mal live im Stadion in London. Das Trikot konnte er über eine Online-Plattform erwerben - ausgerechnet an seinem Geburtstag.
Fußballverband wurde auf Sammler aufmerksam
Für seine Leidenschaft reist der Jüchener regelmäßig um die Welt. 33 Spiele der australischen Nationalmannschaft hat er schon live verfolgt. Dafür ging es unter anderem nach Japan, England, Dänemark und natürlich auch nach Australien. In der internationalen Sammlerszene ist er längst kein Unbekannter mehr. Auch dem australischen Fußballverband ist sein Name nicht fremd. Vor Kurzem erhielt er deshalb eine besondere Anfrage aus Down Under: Der Verband möchte zwölf Trikots aus seiner Sammlung ausleihen. Die historischen Shirts sollen während der Weltmeisterschaft die Wände des WM-Camps der australischen Mannschaft schmücken und den Spielern Motivation sowie Ansporn bieten. Für Dennis Kylau ist das die Anerkennung von fast drei Jahrzehnten Sammelleidenschaft. Die Erinnerungsstücke wollte er allerdings nicht per Post verschicken. Stattdessen brachte er die Trikots persönlich ins Teamhotel der australischen Nationalmannschaft in den USA.
Mehr als 80.000 Euro für seine Leidenschaft investiert
Die Suche nach seltenen Trikots sorgt bei Dennis Kylau bis heute für Nervenkitzel. Manche Exemplare findet er online, für andere steigt er ins Flugzeug. Drei Mal hat er schon Urlaub in Australien gemacht. Im November geht es erneut ans andere Ende der Welt. Dann sollen die ausgeliehenen WM-Trikots wieder an ihren Besitzer zurückgegeben werden. Nach dem Turnier reisen sie zunächst mit der Mannschaft nach Australien, bevor sie ihren Weg zurück an den Niederrhein finden. Über die Jahre hat Dennis Kylau mehr als 80.000 Euro für Trikots und Reisen ausgegeben. Beim Testspiel gegen Mexiko war er zuletzt live im Stadion und feuerte die Australier an. Nun fiebert er aus der Entfernung mit. Auch ein nächtlicher Anpfiff schreckt ihn nicht ab. Australien gilt zwar nicht als Favorit, doch Dennis Kylau hofft, dass die „Socceroos“ für eine Überraschung sorgen. Seine Trikots sind jedenfalls schon mittendrin.

































