Glock fordert Konsequenzen für Mazepin

„Wenn er es nicht versteht, Rennsperre“

Nikita Mazepin beim Rennen in Sotschi.
Nikita Mazepin beim Rennen in Sotschi.
© Pool via REUTERS, YURI KOCHETKOV, jb

05. Oktober 2021 - 9:20 Uhr

"Würde zeitnah durchgreifen“

Manöver, Kollisionen, Fahrweise: Nikita Mazepin bleibt das große Gesprächsthema in dieser Formel-1-Saison. Nun fordert der ehemalige F1-Pilot Timo Glock Konsequenzen für das Rennverhalten des Haas-Piloten.

Glock: Lieber früher als später ein Zeichen setzen

Nikita Mazepin, Haas-Teamkollege von Mick Schumacher, ist so etwas wie das Schreckensgespenst der Formel 1. Jüngst zog er beim Rennen in Sotschi den Unmut von Yuki Tsunoda (AlphaTauri) auf sich, den er beim Überholvorgang blockierte. "Was zur Hölle?!", funkte der Japaner erbost. Zuvor hatte es gleich mehrere Zwischenfälle mit Stallrivale Schumacher gegeben. In Zandvoort zog Mazepin in Schumachers Linie. Durch das Manöver wäre Schumi jr. beinahe in einen Poller gerast. Eine Woche später in Monza kam es zur Kollision, bei der sich Schumacher drehte.

So werden die Rufe lauter, von Seiten der FIA ein Machtwort zu sprechen. Rennleiter Michael Masi teilte nach dem Russland-GP allerdings mit, dass er sich keine größeren Sorgen wegen der Mazepin-Fahrweise mache. "Er war vielleicht ein paar Mal bei den Stewards, aber da gibt es wahrscheinlich andere Fahrer, die öfter dort sind. Wir schauen uns jeden Zwischenfall völlig losgelöst an, aber ich habe bei ihm keine besonderen Bedenken."

F1-Experte Timo Glock ist da etwas anderer Meinung. "Die Problematik ist: Man greift immer erst dann durch, wenn es zu spät ist. Das kommt immer erst dann, wenn einer hinten drauf fährt und dann abfliegt", sagte der 39-Jährige bei "Speedweek.com". "Wenn das in Zandvoort im falschen Moment passiert, fliegt Mick in die Boxengasse rein – aufsteigend. Da würde ich zeitnah durchgreifen. Antanzen, und wenn er es nicht versteht, Rennsperre."

Glock komme es so vor, als sei der Russe teils überfordert. "Blaue Flaggen, Situationen lesen – viele Dinge, die er falsch einschätzt. Die Fehlerquote spricht für sich", analysiert der frühere Rennfahrer.

Vorbild George Russell?

Für Schumacher hat er den Tipp: nicht provozieren lassen, "dass die Sicherung mal durchbrennt im falschen Moment". Der 22-Jährige sei damit aber bisher sehr abgeklärt umgegangen, "Ich hoffe, dass er innerhalb des Teams seine Position auch klarmacht." Eine Revanche-Aktion würde vor allem Mick selbst schaden.

Für ein potentielles Ferrari-Cockpit in mittelfristiger Zukunft gibt er den Rat: "20 Mal den Kollegen bügeln, immer vor ihm ankommen und dann schauen, was passiert." Als Beispiel könnte George Russell dienen, so Glock. "Da sein, wenn es darauf ankommt, wenn die Möglichkeiten da sind, liefern und wenig Spielraum lassen für Kritik." (msc)