"Eine Uhr, die läuft, ..."

Häkkinen rät Mercedes: Behaltet Bottas

25. August 2021 - 8:24 Uhr

Häkkinen lobt Bottas - und zählt Perez an

Bleibt Valtteri Bottas 2022 bei Mercedes oder muss der Finne George Russell weichen? Formel-1-Legende Mika Häkkinen empfiehlt den Silberpfeilen, weiter auf seinen Landsmann zu setzen. "Wenn man sich die Fakten anschaut, die Ergebnisse in all den Jahren, in denen Valtteri zusammen mit Lewis für Mercedes gefahren ist, was das Team mit diesen zwei Fahrern erreicht hat – das kann man nicht schlagen, das ist unglaublich, das ist brillant", sagte Häkkinen im exklusiven RTL-Interview. Seine geradezu philosophische Begründung sehen Sie im Video.

Zu viel Kritik an Bottas

Bottas sei ein "brillanter" Fahrer, so der 52-Jährige: "Er wird viel zu viel kritisiert – viel zu viel." Neben dem siebenmaligen Weltmeister Lewis Hamilton zu fahren, sei "kein Kinderspiel. Talentiert und schnell zu sein, reicht nicht. Die Erfahrung, die diese Leute haben, ist unglaublich. Das lernt man nicht im Internet oder aus Büchern", sagte Häkkinen im Gespräch mit RTL-Reporter Peter Reichert.

Der zweimalige Weltmeister glaubt, dass Mercedes trotz aller medialen Kritik mit seiner Nummer 2 Bottas zufrieden ist. "Teamintern bin ich sicher, sagen sie: Valtteri: Du bist ein fantastischer Rennfahrer." Es gebe ein altes Sprichwort, so Häkkinen: "Wenn du eine Uhr hast, die läuft, mach sie nicht auf und versuche sie besser zu machen. Lass sie einfach laufen." Will heißen: Mercedes sollte am bewährten Personal festhalten, Bottas auch 2022 als Hamilton-Wingman beschäftigen.

Mika Häkkinen, Michael Schumacher, Nürburgring, 1998
Mika Häkkinen - hier mit seinem Dauerrivalen Michael Schumacher - gewann zwei WM-Titel und 20 Grands Prix
© Imago Sportfotodienst

Perez zu langsam

Bottas sei im WM-Kampf gegen Red Bull ein solides Blatt, betonte Häkkinen. Der langjährige Schumi-Rivale zählte dagegen Max Verstappens Stallkollegen Sergio Perez an. "Bei Red Bull hängt momentan alles an Max. Ich mag Sergio, er ist ein toller Kerl, aber er muss näher an Max herankommen, wenigstens auf zwei Zehntel, weiter weg darf er nicht sein, sonst geht die Entwicklung des Autos über ein Wochenende nicht schnell genug voran", kritisierte Häkkinen die Leistungen des Mexikaners.

Um die WM zu gewinnen, brauche Red Bull "zwei Fahrer, die konstant punkten, die sich mit knappen Rundenzeiten pushen, um so das Auto zu entwickeln. Jeder Grand Prix zählt da." (pre/mar)