Grand Prix von Aserbaidschan steht an

Baku-Favoriten: Red Bull setzt auf Faktor Top-Speed

Red Bull reibt sich vor dem Formel-1-Wochenende in Aserbaidschan die Hände. Die „Bullen“ wähnen sich auf dem Baku City Circuit erstmals seit der Premiere des Grand Prix am Kaspischen Meer in der Favoritenrolle. Und das aus einem bestimmten Grund, wie „Bullen“-Eminenz Helmut Marko im Interview mit RTL/ntv erklärt.

Red Bull in Baku lange nur dritte Kraft

Okay, zweimal schon hat Red Bull das Rennen auf dem Stadtkurs Bakus gewonnen. 2017 düpierte Daniel Ricciardo Mercedes, im Vorjahr nutzte Sergio Perez einen kapitalen Bremsbock von Lewis Hamilton zum Sieg. Aber: Eigentlich war die Strecke in Aserbaidschans Hauptstadt seit der Premiere 2016 Silberpfeil-Territorium, wenngleich Ferrari und Sebsatian Vettel bisweilen mitmischten. Red Bull spielte zumeist nur die dritte Geige, weil Mercedes und Ferrari schlicht die stärkere Power Unit im Heck hatten und den „Bullen“ auf der langen Geraden davon rasten.

Das ist dieses Jahr ganz anders, betont Marko. 2022 sieht der Chefberater des Teams Red Bull gerade „wegen der sehr langen Geraden“ in der Favoritenrolle. Der Österreicher spricht die 2,2 Kilometer lange Gerade an, die auf Start/Ziel führt und zu heißen Windschattenduellen und gewagten Überholmanövern in den engen Knick am Ende der Vollgas-Passage einlädt.

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Vorteil Red Bull, aber auch Vorteil Ferrari

„Erstmals seit der Hybridära haben wir ein Auto, das auf der Geraden zu den absolut schnellsten zählt, vorher waren wir eigentlich immer die Langsamsten“, frohlockt Marko und zieht zur empirischen Beweisführung die Rennen in Saudi-Arabien und Miami heran. „Das war ein Vorteil beim Rennen in Dschidda und auch Miami, wodurch wir Ferrari geschlagen haben wegen des höheren Top-Speeds.“ Ein Lob für den Honda-Motor, den Red Bull nach dem Formel-1-Abschied der Japaner Ende der Vorsaison übernommen hatte.

Allerdings weiß Marko auch um die Stärken der roten Konkurrenz aus Maranello. „Ferrari ist in engeren Kurven besser als wir“, räumt der 79-Jährige ein. Und davon gibt es in Baku eben auch einige, vor allem die Einfahrt in die Altstadt mit der schmalsten Stelle (acht Meter) im Rennkalender.

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Aber: Bei Red Bull setzt man voll auf den Faktor Power, darauf, dass Max Verstappen und Sergio Perez im Highspeed-Abschnitt genug Zeit herauszufahren, um Ferrari und Charles Leclerc in den langsamen Ecken in Schach zu halten. „Ich hoffe, dass wir unsere Vorteile wieder ausnutzen können“, so Marko: „Wir wollen nun aus eigener Kraft zuschlagen.“ Denn: Bei den vergangenen Grands Prix in Spanien und Monaco staubten die „Bullen“ die Siege nur ab, weil Ferrari patzte. (fgö/mar/msc)