Politische Botschaften nur mit Erlaubnis

"Volle Macht" - FIA-Boss droht Hamilton und Co. mit Strafen

BAHRAIN, BAHRAIN - MARCH 28: Lewis Hamilton of Great Britain and Mercedes GP takes a knee on the grid in support of the Black Lives Matter movement prior to the F1 Grand Prix of Bahrain at Bahrain International Circuit on March 28, 2021 in Bahrain, B
Lewis Hamilton macht in der Formel 1 immer wieder auf gesellschaftspolitische Themen aufmerksam
JB1 / AJB, Getty Images, Bongarts

Will Lewis Hamilton die Formel-1-Bühne weiterhin nutzen, um gesellschaftspolitische Themen zu setzen, muss er sich das künftig vom Motorsport-Weltverband FIA absegnen lassen. Tut er das nicht, drohen ihm Strafen, wie FIA-Boss Mohammed Ben Sulayem klarstellt.

Fahrer sollen fahren - und gut ist

Die FIA – sie möchte nicht, dass die Formel 1 eine politische Bühne wird, hat den 20 F1-Fahrern quasi einen Maulkorb verpasst. Den Funktionären dürfte nicht gefallen haben, wie sich die Superstars Lewis Hamilton und Sebastian Vettel in den vergangenen Jahren in der Startaufstellung zu Themen wie „Black Lives Matter“ oder LGBTIQ+ positioniert haben.

"Was kann der Fahrer am besten? Fahren. Sie sind so gut darin, und sie machen das Geschäft, sie machen die Show, sie sind die Stars. Niemand kann sie aufhalten. Es gibt andere Plattformen, um das auszudrücken, was sie wollen. Jeder hat sie, und sie sind herzlich willkommen, das Verfahren der FIA zu durchlaufen“, sagte FIA-Boss Sulayem in einer Medienrunde.

Lese-Tipp: Nico Hülkenberg stört sich nicht an FIA-Vorschrift

Heißt: Will ein Fahrer künftig auf F1-Territorium Botschaften verbreiten, darf er das nur, wenn diese „zuvor schriftlich von der FIA für internationale Wettbewerbe oder vom zuständigen ASN für nationale Wettbewerbe in ihrem Zuständigkeitsbereich genehmigt wurden." So steht es im entsprechenden Artikel des Internationalen Sportkodex’ der FIA, den der Weltverband extra angepasst hat.

Playlist: 19 Videos

Er wolle, dass der Sport „sauber“ sei, so Sulayem. Der FIA gehe es nicht darum, "irgendwelche Fahrer auszuschließen". Aber: "Ich glaube, die FIA sollte neutral sein, und wir brauchen die Superstars, um den Sport zu gestalten. Und sie machen einen großartigen Job, wenn es um den Wettbewerb geht, den wir alle genießen."

Übersetzen könnte man das mit: Fahrt und haltet die Klappe, wenn ihr euch innerhalb des Formel-1-Zirkus’ bewegt.

Sulayem betonte, wie wichtig Klarheit im Reglement sei – und stellte klar, dass den Fahrern Strafen blühen, sollten sie ohne FIA-Passierschein ‘politisch aktiv’ werden. In diesem Fall obliege es den Stewards, Sanktionen zu verhängen. „Wenn es etwas gibt, nimmt man die Erlaubnis. Wenn nicht, wenn sie irgendeinen anderen Fehler machen, ist es wie mit der Geschwindigkeitsüberschreitung in der Boxengasse. Wenn man das macht, ist es ganz klar, was man bekommt." Die Stewards hätten „die volle Macht“, auf Verstöße gegen den Sportkodex zu reagieren.

Spannend wäre ein Praxistest: Lässt der Weltverband seinen Worten wirklich Taten folgen, wenn Lewis Hamilton, DIE Galionsfigur der Formel 1, dieses Jahr mit einem „Black-Lives-Matter-Shirt“ durchs Fahrerlager läuft? (mar mit sport.de)