Albon sollte Hamilton-Manöver nachstellen

Die seltsamen "Beweise" von Red Bull gegen Mercedes

Max Verstappen und Helmut Marko gucken in die Röhre, die FIA schmetterte den Red-Bull-Protest ab
Max Verstappen und Helmut Marko gucken in die Röhre, die FIA schmetterte den Red-Bull-Protest ab
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30. Juli 2021 - 12:41 Uhr

Red-Bull-Protest krachend gescheitert

Man habe "neue Beweise", die den Silverstone Crash der Formel-1-Rivalen Max Verstappen und Lewis Hamilton "in anderem Licht" erscheinen ließen, hatte Red-Bull-Berater Helmut Marko im RTL-Interview angekündigt. Die FIA sah das freilich anders. Red Bulls Antrag, die Causa Cops Corner neu aufzurollen und die 10-Sekunden-Strafe für Hamilton nachträglich zu verschärfen, ist krachend gescheitert. Was neben dem Urteil hängen bleibt, sind auch die sonderbaren "Beweise", die die "Bullen" den Kommissaren vorlegten.

FIA schmettert Antrag auf zwei Seiten ab

Runde 1 vor dem Ungarn-GP geht an Mercedes. Man hoffe, dass die Entscheidung der FIA nun das "Ende der Versuche des Managements von Red Bull Racing ist, den guten Ruf und die sportliche Integrität von Lewis Hamilton zu beschmutzen", teilte der Weltmeister-Rennstall genüsslich mit. Rumms! Von Red Bull kam nichts.

Zuvor hatte die FIA den "Einspruch" Red Bulls auf zwei DIN-A4-Seiten abgeschmettert. Kurz zusammengefasst: Was Christian Horner und Co. den Regelhütern präsentiert hatten, seien weder neue noch signifikante Beweise gewesen, die eine Neubewertung des Silverstone-Urknalls der WM-Rivalen gerechtfertigt hätten.

RTL-Reporter Reichert zur FIA-Entscheidung - weiteres "Kleinholz" droht

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Sonderbare Beweise für Hamilton-Schuld

Im Fahrerlager war von der Entscheidung kaum einer überrascht. Die FIA hat bisher nur ganz selten getroffene Entscheidungen der Rennkommissare nachträglich geändert oder neuinterpretiert. Und: Die "Beweise", die Red Bull vorlegte, muten in der Tat sonderbar bis verzweifelt an.

Was hatte Red Bull in petto? GPS-Daten zum Crash (die, wie die FIA süffisant anmerkte, den Stewards zur Verfügung standen), Simulationen des Vorfalls, sowie mehreren Vergleiche der Hamilton-Linie im Manöver gegen Verstappen und später gegen Charles Leclerc. Schön und gut, kann man versuchen. "Beweismittel 4" ließ die Augenbrauen vieler Beobachter allerdings zucken (oder deren Köpfe schütteln).

Red Bull hatte nämlich einen Tag nach den Pirelli-Tests in Silverstone die Strecke für einen privaten Test gemietet. Ersatzfahrer Alex Albon sollte dabei im RB15 von 2019 Hamiltons Linien in Runde 1 "nachstellen" und beweisen, dass der Mercedes-Fahrer nie die Kurve bekommen hätte, die Schuldfrage also eindeutig sei.

Bei aller Simulationskunst und Daten-Akribie: Kann man einen Rad-an-Rad-Kampf zweier Ausnahmepiloten kurz nach einem Rennstart wirklich "nachstellen", und dann auch noch mit einem Boliden von 2019? Klare Antwort der Stewards: Nein! (mar)