Jet startet mit mehr als 13 Stunden Verspätung nach Gran Canaria

Er war einfach zu voll - Pilot kann Flugzeug nicht starten - Chaos in Saarbrücken

Wütende Passagiere warten 13 Stunden auf Urlaubsflug "Wer gibt mir die Zeit zurück!"
01:43 min
"Wer gibt mir die Zeit zurück!"
Wütende Passagiere warten 13 Stunden auf Urlaubsflug

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von Roger Saha, Diana Heuschkel und Ralf Benkö

Er war einfach zu voll – deshalb kann der Pilot den Airbus A320 von Saarbrücken nach Gran Canaria nicht starten. Die Folge: 180 Passagiere müssen mehr als 13 Stunden warten, bis es endlich losgehen kann. Die Fluggesellschaft Smartlynx hat am Montag die Fragen von RTL beantwortet – und dabei gibt es wenigstens eine gute Nachricht für die Urlauber.

Das war der Grund für die Hammer-Verspätung nach Gran Canaria

Smartlynx erklärt RTL detailliert, was alles schief gelaufen ist:

  1. Mit dem eigentlichen Flugzeug gibt es Probleme. Der Routine-Check sei zeitlich aus dem Ruder gelaufen. Daraufhin fordert Smartlynx eine Ersatzmaschine an. Die erreicht Saarbrücken mit Verspätung
  2. Der Pilot der Ersatzmaschine hat zu viel getankt. Er habe "unglücklicherweise ein Maximum an Kerosin aufgenommen", heißt es in der Stellungnahme an RTL. "Insgesamt wurde die Maschine bei einer maximalen Anzahl an 180 Passagieren mit Gepäck zu schwer. Ein Enttanken der Maschine vor Ort war nicht möglich, da das entsprechende Gerät am Flughafen Saarbrücken fehlt."
  3. Irgendwann ist klar: Entweder muss eine Menge Gepäck ausgeladen werden – oder 15 Urlauber müssen freiwillig am Boden bleiben. „Eine entsprechende Lösung mit den Passagieren zu finden“ sei verständlicherweise schwierig umzusetzen gewesen. „Bis diese Situation geklärt werden konnte, kam es somit zu einer weiteren Verzögerung." Schlussendlich seien 163 Passagiere mit der Ersatzmaschine nach Las Palmas geflogen, die verbleibenden Fluggäste umgebucht worden.

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Airline entschuldigt sich - Passagieren steht Entschädigung zu

RTL-Reiseexperte Ralf Benkö kritisiert das Vorgehen der Airline Smartlynx.
RTL-Reiseexperte Ralf Benkö kritisiert das Vorgehen der Airline Smartlynx.

Warum es überhaupt zur Übertankung der Maschine kommen konnte, darüber wundert sich auch RTL-Reiseexperte Ralf Benkö. „Normalerweise wird das berechnet: Wie viel Sprit kann man tanken, wie schwer darf die Maschine sein? Dazu gibt es Computer und Vorbereitungen.“ Warum das hier nicht passiert sei, müsse nun von Seiten der Airline untersucht werden, findet der Reiseexperte. „Dass das aber dann dazu führt, dass die Passagiere ein stundenlanges Chaos erleben - DAS darf nicht sein“, sagt Benkö. Denn in der Zeit hätte es möglich sein können, den zu viel getankten Sprit auszufliegen oder ein anderes Flugzeug zu organisieren, so der Reiseexperte weiter.

Allen betroffenen Passagieren stehe nun eine Entschädigung nach den gesetzlichen Vorgaben (EU-Fluggastrechteverordnung 261) zu, gibt die Airline SmartLynx zu. „Wir entschuldigen uns bei allen betroffenen Passagieren ausdrücklich und werden alles tun, damit wir diese Saison ohne weitere Zwischenfälle fliegen werden", heißt es in der Stellungnahme an RTL. (dhe)

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