Daisy-May (9) wurden beide Unterschenkel amputiert

Kinder-Model ohne Beine läuft auf der New York Fashion Week

12. September 2019 - 19:54 Uhr

Im Video: So meistert Daisy-May Demetre (9) den Catwalk in New York

Dass Schönheit nicht einseitig, sondern vielfältig ist, zeigen immer mehr Designer auf den Laufstegen dieser Welt, indem sie ihre Mode an Models unterschiedlichen Alters, Gewichts und Aussehens präsentieren. Auf der New York Fashion Week hat die neunjährige Daisy-May Demetre jetzt alle umgehauen - und das obwohl ihr beide Unterschenkel fehlen.

Daisy-May hat fibulare Hemimelie

Daisy-May kam mit fibularer Hemimelie auf die Welt. Durch den angeborenen Gliedmaßendefekt waren ihre Unterschenkel bei der Geburt deformiert. Damit sie die Chance hat, jemals laufen zu können, entschieden Daisys Eltern, ihre Beine amputieren zu lassen. Damals war sie 18 Monate alt, heute kann die Neunjährige ganz normal gehen, rennen, springen und sogar modeln.

In ihrer Heimat England ist Daisy bereits ein gefragtes Model. Mit ihrem Auftritt auf der New York Fashion Week ist jetzt ein Traum für sie in Erfüllung gegangen. "Ich bin stolz auf mich", sagt sie im RTL-Interview. Mit ihrer positiven Art möchte Daisy ein Vorbild für andere sein. "Gib einfach nie auf. Mach, was du tun kannst", gibt sie als Tipp.

Auch Papa Alex Demetre (36) ist mächtig stolz auf seine Tochter: "Daisy ist etwas Besonderes. Sie macht all das, wovon ihre Ärzte gesagt haben, dass das nicht geht."

Als nächstes läuft Daisy-May bei den Fashion Weeks in London und Paris über die Laufstege - und zeigt damit der ganzen Welt, dass Schönheit voller Facetten steckt.

Das ist fibulare Hemimelie

Fibulare Hemimelie tritt bei etwa drei von 100.000 Neugeborenen auf. Je nach Ausprägung können ein oder beide Unterschenkel verkürzt bzw. fehlgebildet sein oder komplett fehlen. Die Ursache ist laut Mediziner Dr. Nonnendorfer von "MediLexi" bislang nicht ausreichend erforscht. Es wird eine Störung während der vierten und siebten Schwangerschaftswoche (in dieser Zeit entwickeln sich die Gliedmaßen beim Embryo) vermutet. Da die Krankheit auch innerhalb einer Familie häufiger auftritt, wird davon ausgegangen, dass sie zudem vererbbar ist.

Die Behandlung reicht, je nach Ausprägung der Fehlbildungen, von orthopädischen Schuhen bis hin zur operativen Beinverlängerung. Im schlimmsten Fall werden die betroffenen Gliedmaßen amputiert.

Die Fehlbildung der Füße und Unterschenkel nimmt meist mit steigendem Alter zu, weil der von der Erkrankung betroffene Knochen weniger wächst als gesunde Knochen. In manchen Fällen kommen weitere Fehlbildungen wie Herzfehler, asymetrischer Kleinwuchs, verzögerte Sprachentwicklung oder Fehlbildungen im Gesicht hinzu.