Millionen Masken sollen kostenlos verteilt werden

Wer bekommt die Gratis-FFP2-Masken? Was Sie jetzt wissen müssen

12. Januar 2021 - 14:43 Uhr

Wann, wo und wer? 27-Millionen Bürger sollen die gratis FFP2-Masken erhalten

Deutschlands Apotheken rechnen am Dienstag mit einen Mega-Ansturm. Denn: Mehr als 27 Millionen Menschen aus Corona-Risikogruppen können sich dort kostenlos FFP2-Masken abholen. Ab Montag soll es eine entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums geben. Die Ausgabe der Schutzmasken erfolgt in einem stufenweisen Verfahren, das der Epidemiologe Prof. Ulrichs im RTL-Interview als widersprüchlich bezeichnet. Auf was Sie ab Dienstag achten müssen, haben wir für Sie zusammengefasst.

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Wer bekommt die ersten kostenlosen FFP2-Masken?

In einem ersten Schritt sollen über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen drei der gut schützenden Mund-Nase-Bedeckungen gratis in der Apotheke holen können. Demnach müssen folgende Kriterien erfüllt werden:

  • Wohnhaft in Deutschland
  • über 60 Jahre alt
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale
  • chronische Herz- oder Niereninsuffizienz
  • Zerebrovaskuläre Erkrankung, insbesondere Schlaganfall
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • aktive, fortschreitende oder metastasierte Krebserkrankungen
  • eine Therapie, die die Immunabwehr beeinträchtigt
  • eine Organ- oder Stammzellentransplantation
  • eine Risikoschwangerschaft

Wann können die kostenlosen Masken abgeholt werden?

Ab Dienstag sollen die ersten Masken in den örtlichen Apotheken zur Verfügung stehen. Zum Abholen ist Zeit bis zum 6. Januar. Laut Informationen des Ministeriums genügt dazu die Vorlage des Personalausweises "oder die nachvollziehbare Eigenauskunft über die Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen". Zur Abholung könne auch eine andere Person bevollmächtigt werden. Durch dieses vereinfachte Verfahren soll die Verteilung beschleunigt werden.

Im zweiten Schritt können diese Menschen ab 1. Januar weitere zwölf Masken erhalten. Dafür sollen sie von der Krankenkasse fälschungssichere Coupons für zweimal je sechs FFP2-Masken bekommen - vorgesehen ist dafür dann ein Eigenanteil von jeweils 2 Euro für je sechs Masken.

Den Bund kostet die Aktion insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz. Gesundheitsminister Jens Spahn mahnte dennoch zur Vorsicht: "Auch FFP2-Masken bieten keinen 100-prozentigen Schutz vor dem Corona-Virus. Aber sie senken die Gefahr für eine Ansteckung erheblich."

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Apotheken befürchten einen riesigen Ansturm

Die Landesapothekerkammer in Hessen warnt vor chaotischen Zuständen bei der Ausgabe von kostenlosen FFP2-Masken an Risikopatienten. "Das ist eine riesige Aufgabe, die wir zu stemmen haben", sagte die Vorsitzende Ursula Funke am Montag. Die Apotheken trügen das unternehmerische Risiko beim Kauf der Masken auf Vorrat und gingen zunächst in Vorleistung. "Wir können die Masken erst ausgeben, wenn die Verordnung in Kraft tritt", sagte Funke, die Inhaberin einer Wiesbadener Apotheke ist.

Aber nicht nur die Anschaffung, auch die Ausgabe der Masken stellt die Apotheken laut Ursula Funke vor eine große Herausforderung. Kollegen suchten nach einer sinnvollen Lösung, ob beispielsweise "an der Tür, durch das Fenster oder im Hof". Ob Patienten berechtigt seien, müssen sie demnach entweder "glaubhaft versichern" oder über einen Personalausweis nachweisen. "Es wird völlig chaotisch", sagte Funke.

Auch die Münchner Apothekerin Martina Zubak erwartet am Dienstag einen Ansturm. Viele Kunden seien bereits am Montag in die Apotheke gekommen und hätten nach den kostenlosen FFP2-Masken gefragt. Sie mahnt die Menschen an, am Dienstag nicht gleich in die Apotheke zu stürmen, um lange Schlangen zu vermeiden sowie auf Abstand und eine Mund-Nase-Bedeckung zu achten.