Deswegen kann Zucker krank machen!

Fertigprodukte enthalten zu viel Zucker: So reduzieren Sie Ihren Zuckerkonsum!

Donuts auf der Internationalen Süßwarenmesse ISM in der KoelnMesse. Köln, 03.02.2020 *** Donuts at the International Sw
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14. Juli 2020 - 15:42 Uhr

80 Prozent unserer Lebensmittel enthalten Zucker

Es ist fast unmöglich, sich mit Fertigprodukten zuckerfrei zu ernähren. Denn rund 80 Prozent unserer Lebensmittel enthalten Zucker. Eine Tatsache, die auch die Verbraucherorganisation foodwatch oder Ökotest regelmäßig kritisieren. Was aber macht Zucker so ungesund? Und wie können Sie es schaffen, Ihren Zuckerkonsum herunterzufahren?

Sogar Leberwurst oder Fertigpizza enthalten Zucker

Fakt ist: Vier von fünf Lebensmitteln enthalten Zucker. Oftmals auch und gerade Lebensmitteln, von denen wir es gar nicht erwarten würden. Wussten Sie beispielsweise, dass sogar Leberwurst, abgefüllter Rotkohl oder Fertigpizza aus dem Tiefkühlregal Zucker enthalten? Mit der Verleihung des Negativ-Preises Goldener Windbeutel macht foodwatch immer wieder auf solche Verbrauchertäuschungen aufmerksam. Nicht immer, aber manchmal mit Erfolg, wie ein aktuelles Beispiel zeigt:

So hatte foodwatch den Bio-Hersteller Zwergenwiese im Jahr 2019 für seine zuckrige Kinder-Tomatensauce mit dem Goldenen Windbeutel ausgezeichnet. Als erster Hersteller überhaupt hatte Zwergenwiese den "Preis" angenommen und eine Überprüfung aller Kinderlebensmittel angekündigt. Nun hat der Hersteller angekündigt, den Zuckergehalt seiner für Kinder beworbenen Lebensmittel deutlich zu reduzieren. Laut Zwergenwiese soll die Kinder-Tomatensauce künftig 43 Prozent weniger Zucker enthalten und damit den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für an Kinder beworbene Lebensmittel entsprechen. Auch für einen Kinder-Ketchup und einen Kinder-Brotaufstrich will Zwergenwiese die Rezepturen entsprechend der WHO-Empfehlungen anpassen.

Warum ist Zucker schlecht?

Auch wenn dies ein positives Zeichen ist: Zwergenwiese ist nur einer von vielen Lebensmittel-Herstellern, die ihren Produkten teils hohe Mengen Zucker zusetzen. Stark zuckerhaltige Lebensmittel sind deswegen so ungesund, weil Zucker ein reines Süßungsmittel ist. Er enthält weder Ballaststoffe, noch Eiweiß, Fett, Vitamine oder Mineralstoffe oder Spurenelemente. Somit liefert er keinerlei Nährstoffe, dafür aber reichlich "leere" Kalorien.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt maximal sechs Teelöffel (= 25 Gramm = 8 Stücke Würfelzucker) Zucker pro Tag. Die Realität sieht jedoch anders aus: Jeder Deutsche isst im Durchschnitt 35 kg Zucker pro Jahr. Das entspricht etwa 100 Gramm Zucker oder 33 Stücken Würfelzucker pro Tag (Stand: 2018).

So wirkt Zucker im Körper

Unser Körper kann Weißmehl und Zucker sehr leicht aufspalten. Das führt dazu, dass diese schnell ins Blut gelangen – folglich steigt der Blutzuckerspiegel stark an. Der Körper schüttet daraufhin Insulin aus, sodass der Zucker in die Zellen gelangt und der Blutzuckerspiegel folglich wieder abfällt. Die Folge: Wir haben wieder Hunger!

Wer über längere Zeit regelmäßig zu viel Zucker aufnimmt, riskiert Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2, Karies, Übergewicht/ Adipositas und chronische Entzündungen. 

So erkennen Sie zugesetzten Zucker auf der Zutatenliste!

Um zu erfahren, wie viel Zucker ein Lebensmittel enthält, hilft bei abgepackten Lebensmitteln ein Blick auf die Zutatenliste: Je weiter vorne Zucker in der Zutatenliste eines Lebensmittels steht, desto mehr ist darin enthalten.

Doch nicht immer ist Zucker auf den ersten Blick als solcher zu erkennen. Denn es gibt rund 70 verschiedene Begriffe für Zucker, wie beispielsweise Glukose-Fruktose-Sirup, Süßmolkenpulver, Dextrose oder Fruktose. Dies erschwert die Einordnung enorm. "Zur groben Orientierung lässt sich sagen, dass Begriffe wie Fruchtsüße, Sirup, Saft oder Malz sowie die Endung "-ose" in der Regel auf den Gehalt oder Zusatz von Zucker hinweisen", erklärt RTL-Ernährungsexpertin Nora Rieder.  

Weniger Zucker - so klappt es im Alltag!

Rieder gibt folgende Tipps:

  • Lesen Sie Zutatenlisten und verbannen Sie Zuckerbomben.
  • Steigen Sie von Vollmilch- auf Zartbitterschokolade um.
  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit Fertigprodukte – diese erkennen Sie unter anderem an einer langen Zutatenliste.
  • Mischen Sie Fruchtjoghurt mit Naturjoghurt – erst ein Löffel, dann zwei,…
  • Trinken Sie statt Softdrinks und Saft pur nur Saftschorlen aus Direktsaft und Wasser - mischen Sie dafür den Saft mit Wasser im Verhältnis 1:3.
  • Greifen Sie bei Heißhunger zu Nüssen, Samen und Kernen.
  • Wenn Sie naschen, dann direkt nach einer Hauptmahlzeit – so naschen Sie nicht nur automatisch weniger, sondern vermeiden auch unnötige, zusätzliche Blutzuckerspitzen.
  • Kochen Sie so oft wie möglich frisch – so wissen Sie, was drin ist.

Und hier finden Sie weitere Tipps, mit denen Sie im Alltag ganz leicht Zucker einsparen können.