"Eine der traumatischsten körperlichen Erfahrungen, die ich hatte"

Beim Einsetzen der Spirale: TV-Moderatorin wird vor Schmerzen ohnmächtig

21. Juli 2021 - 16:21 Uhr

Naga Munchetty: „Ich fühlte mich verletzt, schwach und wütend!“

Naga Munchetty, Moderatorin bei "BBC Radio 5 Live", wollte eigentlich nur einen Routineeingriff bei ihrer Gynäkologin vornehmen lassen – wie so viele andere Frauen auch: das Einsetzen einer Spirale zur Verhütung. Doch das Erlebnis wird für sie zu einer traumatischen Qual. Gleich zweimal verliert sie wegen unglaublicher Schmerzen das Bewusstsein.

Auch die Kölner Influencerin "Die Kim" hat mit ihrer Hormonspirale negative Erfahrungen gemacht. Warum sie das Verhütungsmittel nach nur drei Monaten wieder entfernen ließ und mit welchem krassen Erlebnis eine Gynäkologin die Schmerzen beim Einsetzen vergleicht, sehen Sie im Video.

Schmerzhafter Eingriff

Vor ein paar Jahren hat Naga Munchetty beschlossen, sich die Hormonspirale einsetzen zu lassen. Laut ihrem Interview im "BBC Radio 5 Live" soll der fünfminütige Eingriff zu ihrem schmerzhaftesten Erlebnis geworden sein: "Ich werde nicht auf alle Details eingehen, aber meine Schreie waren so laut, dass mein Mann versuchte herauszufinden, in welchem ​​Raum ich mich befand, damit es aufhörte."

Aber nicht nur ihr Ehemann, James Haggar (47), auch alle anderen im Wartezimmer der Klinik waren wohl in Panik, als sie Munchetty schreien hörten.

BBC-Moderatorin Naga Munchetty
Naga Munchetty ist beim Einsetzen der Hormonspirale zweimal ohnmächtig geworden.
© deutsche presse agentur, DPA

Die Schmerzen waren sogar so schlimm, dass die Moderatorin ohnmächtig geworden ist. Und das nicht nur einmal, wie sie im "BBC Radio 5 Live"-Interview erzählt: "Mein Arzt hat mich zwischendurch gefragt, ob ich den Eingriff stoppen möchte. Aber ich war so davon überzeugt, dass sich die Schmerzen, die ich bisher erlitten hatte, nicht wiederholen würden. Also sagte ich: 'Wir sind so weit gekommen, lassen Sie es uns beenden'. Und ich bin gleich zweimal ohnmächtig geworden."

Aber damit nicht genug. Nur ein Jahr später hat sie sich die Hormonspirale wieder rausnehmen lassen. Und dieser Eingriff war genauso schmerzhaft, erzählt die 46-Jährige im Interview. Sie vermutet, dass es sie so schlimm getroffen hat, weil sie nie schwanger war. "Daher ist mein Gebärmutterhals bis dahin noch nie geöffnet worden."

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Gynäkologin sagt: Das Einsetzen der Spirale ist häufig "so schmerzhaft" für Frauen

Laut Gynäkologin Doktor med. Irmgard Zierden aus Köln kann das Einsetzen der Hormonspirale, auch Intrauterinpessar-Einlage genannt, "oft so schmerzhaft sein" und viele junge Frauen wüssten das überhaupt nicht.

In der Tat liegt Munchetty mit ihrer Vermutung richtig, erklärt uns die Expertin: "Bei der IUP (Intrauterinpessar) Einlage wir der Gebärmutterhals gedehnt, durch diesen muss man hindurch , um die Spirale im Gebärmutterkörper zu platzieren. Diese Dehnung verursacht bei Frauen, die noch nicht geboren haben unterschiedlich starke Schmerzen."

Die Expertin sieht es auch als nicht ungewöhnlich, dass die 46-Jährige dabei zweimal ohnmächtig wurde: "Da neben dem Gebärmutterhals ein wichtiger Nerv (nennt sich Vagus) verläuft, kann dessen Reizung sogar zu einem Puls und Blutdruckabfall mit Ohnmacht führen." Deshalb empfiehlt Dr. Zierden Frauen, die nicht vaginal geboren haben, eine IUP-Einlage in Kurznarkose.

Hormonspirale
So sitzt die T-förmige Hormonspirale in der Gebärmutter.
© Sven Bähren - Fotolia

Nachteile der Spirale

Die Hormonspirale wird zwar von Frauenärzten als besonders sichere und schonende Verhütungsmethode empfohlen, dennoch ist sie nicht unumstritten.

+++ Sie denken über eine hormonfreie Verhütung nach? Wir haben mit Gynäkologin Doktor Irmgard Zierden über Alternativen ohne Hormone gesprochen +++ (dbö/rka)

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