Sie schützen nur den Träger, nicht die Mitmenschen!

Deswegen warnen Experten vor FFP2-Masken mit Ausatemventil

Eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP und Einweghandschuhe. Foto: Christian Beutler/KEYSTONE/dpa/Archivbild
Eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP und Einweghandschuhe. Foto: Christian Beutler/KEYSTONE/dpa/Archivbild
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15. Juni 2020 - 9:51 Uhr

Maske ist nicht gleich Maske!

Seit Anfang Juni empfiehlt auch die WHO das Tragen von Mund-Nasen-Masken. Doch Maske ist nicht gleich Maske. Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, erklärt, welche Atemschutzmasken er für sinnvoll hält und warum Sie von FFP2-Masken mit Ausatemventil besser die Finger lassen sollten.

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Atemschutzmasken sollen vor Tröpfcheninfektion schützen

Generell soll das Tragen von Schutzmasken vor einer Tröpfcheninfektion mit Viren schützen. Bei dieser Form der Infektion werden Krankheitserreger, die in kleinen Speicheltröpfchen in der Luft vorliegen, durch Einatmen dieser Tröpfchen aufgenommen. Auf diese Weise verbreitet sich auch das Coronavirus. Durch die Schutzmasken sollen die infektiösen Tröpfchen abgefangen werden.

Unterscheidung in Voll-, Halb- und Viertelmasken

Grundsätzlich können die Atemschutzmasken in Voll-, Halb- und Viertelmasken eingeteilt werden, je nachdem, wie viel des Gesichts durch die Maske bedeckt wird. So reichen Vollmasken über das gesamte Gesicht, während Halbmasken Mund, Nase und Kinn bedecken, die Augenpartie aber frei lassen. Die Viertelmasken bedecken nur Nase und Mund.

Experte warnt vor FFP2-Masken mit Ausatemventil

Der klassische Mund-Nasen-Schutz (MNS) soll die Verbreitung von Tröpfchen in die Umgebung durch den Träger verhindern und dient somit in erster Linie dem Schutz der Mitmenschen. Die sogenannten Partikel-filternden Halbmasken (filtering face piece, FFP), die ganz oder teilweise aus nicht auswechselbarem Filtermaterial bestehen, dienen vor allem dem Schutz des Trägers.

Diese Halbmasken sind in drei Schutzstufen erhältlich, wobei FFP1-Filter mindestens 80 Prozent, FFP2-Filter 94 Prozent und FFP3-Filter 99 Prozent eines NaCl-Prüfaerosols zurückhalten müssen. Maximal darf beim Träger entsprechend 20 Prozent (beim Tragen von FFP1-Masken), 6 Prozent (beim Tragen von FFP2-Masken) beziehungsweise 1 Prozent (beim Tragen von FFP3-Masken) des Aerosols ankommen. Das Robert Koch Institut (RKI) empfiehlt zur Behandlung und Pflege von Patient*innen mit einer Infektion durch das Coronavirus SARS-CoV-2 FFP2- sowie FFP3-Masken. Teilweise verfügen diese FFPs über ein Ausatemventil, das für eine geringere Belastung beim Tragen sorgen soll. Und genau vor Masken mit diesem Ventil warnt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia: "Diese Masken schützen nur den Träger, aber nicht den, der zum Beispiel im Supermarkt vor mir steht".

Durch das Ventil würden Viren und Flüssigkeitspartikel ganz einfach abgegeben – und somit im Falle einer Erkrankung auch das Coronavirus. An Menschen, die sich dringend schützen müssen, weil Sie zu einer Risikogruppe zählen, appelliert Zinn mit folgender Bitte: "Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören und Sie tragen eine FFP2-Maske, dann bitte eine ohne Ausatemventil". Im Normalfall, also bei Menschen ohne Vorerkrankungen oder sonstige Risikofaktoren, sei der industriell hergestellte Mund-Nasen-Schutz (MNS) besser.

Mund-Nasen-Maske kann keinen hundertprozentigen Schutz vor Corona bieten

Einen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus wie auch mit anderen Viren kann allerdings keine Atemschutzmaske gewährleisten, worauf auch das Robert Koch-Institut (RKI) hinweist. Sie verringert lediglich das Risiko, andere Personen beim Sprechen, Husten oder Niesen anzustecken.

Diese Schutzmaßnahmen hingegen helfen erwiesenermaßen: richtiges Händewaschen, das Einhalten der Abstandsregeln sowie der Husten- und Niesettikette.

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