Schockdiagnose mit nur 19 Jahren

Ex-Topmodel-Kandidatin Anna Wilken hat Endometriose

06. September 2019 - 17:02 Uhr

Ob sie jemals Kinder bekommen kann, ist nicht sicher

Mit nicht mal 20 Jahren schon über Kinder nachdenken? Die wenigsten jungen Frauen setzen sich schon in diesem Alter mit dem Thema auseinander – schließlich ist noch so viel Zeit. Das dachte auch Anna Wilken, die 2014 Kandidatin bei Germany's Next Topmodel war. Bis sie mit nur 19 Jahren die Schockdiagnose bekommt: Endometriose - eine Erkrankung an der Gebärmutter, die nicht nur ihre Fruchtbarkeit extrem hemmt, sondern auch ständig Schmerzen verursacht. Was das für ihr Liebesleben bedeutet, wie sehr sie im Alltag darunter leidet und was sie auf sich nimmt, um doch eines Tages ihr eigenes Kind im Arm halten zu können, erzählt sie im Video.

Annas Wunsch: Weg mit dem Tabu

Anna ist mit über 200.000 Fans auf Instagram eine erfolgreiche Influencerin, führt seit Jahren eine glückliche Beziehung mit Fußballer Sargis Adamyan. Doch sie will sich nicht hinter dem schönen Schein verstecken: Die 23-Jährige leidet an Endometriose. Vor vier Jahren bekam sie die Diagnose, die ihrem langen Leiden endlich einen Namen gab. Jetzt kämpft sie mit ihrer Popularität dafür, dass die Krankheit ernstgenommen wird und Betroffene den Mut haben, offen darüber zu sprechen – so wie sie selbst. In ihrem Buch "In der Regel bin ich stark" und auf ihrem Instagram-Account schreibt sie über ihre Erfahrungen und die schwere Reise, die ihr bisher unerfüllter Kinderwunsch für sie bedeutet.

Endometriose – was ist das?

Bei einer Endometriose kommt es zu Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die in den Bauchraum außerhalb des Uterus wachsen und so extreme Beschwerden und Schmerzen verursachen können – bis hin zur Unfruchtbarkeit. Jede zehnte Frau zwischen 15 und 50 Jahren leidet unter dieser Krankheit. Doch wahrscheinlich sind es weitaus mehr, denn oft dauert es aufgrund der vielfältigen Symptome Jahre, bis sie diagnostiziert wird. Manche Fälle bleiben auch unerkannt, wodurch sich das wuchernde Gewebe immer weiter ausbreiten kann und die Betroffenen im Alltag mit immer heftigeren Einschränkungen zu kämpfen haben.

Mögliche Endometriose-Symptome sind:

  • Starke Menstruationsschmerzen
  • Schmerzen in Bauchraum und Rücken auch außerhalb der Periode
  • Schmerzen beim Sex und beim Toilettengang
  • Ungewollte Kinderlosigkeit

Therapie der Endometriose

  • Hormonelle Therapie
    Vielen Betroffenen Frauen hilft neben Schmerzmitteln die Einnahme der Anti-Baby-Pille dabei, ihre Regelschmerzen in den Griff zu bekommen. In sehr extremen Fällen können die entsprechenden Hormone komplett geblockt werden – so wie bei der Betroffenen Thessy, die so mit nur 27 Jahren in die Wechseljahre kam.

  • Operation
    Mittels Bauchspiegelung, der sogenannten Laparoskopie, wird zum einen der Befund gesichert, zum anderen werden die Endometrioseherde direkt entfernt. Durch winzige Schnitte in der Bauchdecke werden zunächst die Wucherungen oder Zysten mit der Kamera lokalisiert, dann werden sie - sofern sie operabel sind - entfernt.

    In extremen Fällen, vor allem, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist, raten Ärzte nicht selten zur kompletten Entfernung der Gebärmutter.

Endometriose gilt bisher als nicht heilbar; nur die Symptome können behandelt werden. Hilfe bekommen betroffene unter anderem in Zertifizierten Endometriosezentren. Die Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. bietet hierzu eine interaktive Deutschlandkarte an.