Eskalation in Regensburg

Absurder Nachbarschaftsstreit um Hundekacke-Christbaum

04. August 2021 - 13:54 Uhr

Schokolade oder Hundesch**** - was war in den Beuteln?

Ein absurder Nachbarschaftsstreit tobt in einer Siedlung in Regensburg. Er schwelt schon lange, so lange, dass eigentlich niemand mehr weiß, worum es eigentlich geht. Einer der Beteiligten soll seinen Nachbarn gar mit Beuteln voller Hundekot belästigt haben. Stimmt gar nicht, sagt der und behauptet, in den Säckchen sei Schokolade verpackt gewesen.

OB greift ein, als Anwohner sich über Eimer mit Hundekot beschweren

Einig sind sich die beiden Streithähne lediglich in einem Punkt: Schuld ist der andere! Das behaupten sie voller Überzeugung im Gespräch mit unseren Reportern. Hakan Kanca sagt, der Streit habe damit begonnen, dass Bernhard Schmeilzl ihn immer wieder zu Unrecht angeschwärzt habe.

Mal habe Schmeilzl behauptet, dass er ein illegales Bordell betreiben würde und Zuhälter sei. Was nicht stimme. Ein anderes Mal habe ihm der Anwalt vorgeworfen, seinen Dobermann kupiert haben lasse. Diese Art des Schwanz-Stutzens ist in Deutschland verboten. Der Hund sei kupiert, räumt Kanca ein, jedoch habe nicht er das veranlasst.

Letzten Endes spielt das auch keine Rolle, denn um den Schwanz des Hundes geht es schon lange nicht mehr. Sondern um etwas, das einige Zentimeter unter dem Hundeschanz den Körper des Vierbeiners ausgeschieden wird: Kot. Schmeilzl habe ihn sogar geschlagen, als es zu einem Streit zwischen den beiden kam, als der Dobermann auf öffentlichem Grund sein Geschäft erledigte, sagt Kanca.

Kanca hat das Haus inzwischen verlassen

Hakan Kanca bei einem Skype-Interview aus einem Cafe in der Türkei
Hakan Kanca bei einem Skype-Interview aus einem Cafe in der Türkei.

Er wehrte sich mit einer unfeinen Aktion, indem er die Häufchen seines Hundes in entsprechenden Beuteln sammelte und in einem Eimer vor dem Haus verwahrte. Der sei der täglich geleert worden sagt er. Allerdings wurde der Eimer so platziert, dass der Nachbar auf dem Weg zu seinem Auto daran vorbeigehen musste. Und es soll auch unangenehm gerochen haben.

Kanca räumt ein, eine gewisse Befriedigung empfunden zu haben, dass Schmeilzl sich offenbar darüber geärgert und dies auch gezeigt habe. Allerdings habe er die Sache mit dem Eimer eingestellt, nachdem die Oberbürgermeisterin ihn in einem Brief darauf hinwies, dass sich mehrere Anwohnerinnen und Anwohner über Gestank und Fliegen beschwert hätten.

Inzwischen sei er ohnehin ausgezogen und lebe in der Türkei, vielleicht sogar dauerhaft. Den Nachbarn hinterließ er zum Abschied ein Gerüst in seinem Garten, an dem er Hunde-Hygienebeutelchen hängte. Er habe ihnen zugerufen, dies sei "Ein Kacke-Christbaum, damit ihr nicht vergesst, wie scheiße ich euch finde", sagt Anwalt Schmeilzl. Kanca legt Wert darauf, dass es sich bei diesen Beuteln nur optisch um Kotsäckchen gehandelt habe. in Wirklichkeit sei Schokolade sowie jeweils ein Stein darin gewesen, damit sie schwerer seien.

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Dauerfehde läuft zunehmend aus dem Ruder

Bernhard Schmeilzl in seinem Regensburger Garten.
Bernhard Schmeilzl in seinem Regensburger Garten.

Sein Kontrahent hatte von dieser Aktion die Nase derart voll, dass er die Beutel selbst entfernte und das Gerüst eigenhändig abbaute. Anschließend habe er sich selbst angezeigt, berichten lokale Medien.

Schmeilzl selbst sagt zu der Dauerfehde, Kanca würde seit Jahren versuchen, ihn aus seinem Haus zu vertreiben. Immer wieder käme es zu Provokationen und Beschimpfungen. Außerdem würde der Nachbar in illegal per Video überwachen, sagt er. Er glaube auch nicht, dass sein Nachbar dauerhaft in der Türkei und das Haus untervermieten würde. Vielmehr befürchte er, dass er "die nächste Eskalationsstufe" vorbereiten würde, wie er dem RTL-Reporter sagt.

Ein Ende des absurden Nachbarschaftsstreits von Regensburg scheint jedenfalls nicht in Sicht. Sollten die Beteiligten keine Lösung finden, muss vermutlich die Justiz entscheiden, wie der Zoff ausgeht. (uvo)