Einzelkritik für das DFB-Team

Die Mannschaft - das Zeugnis

© dpa, Federico Gambarini, nic

17. November 2019 - 0:01 Uhr

So haben wir das DFB-Team bewertet

Die deutsche Nationalmannschaft steht nach dem souveränen 4:0-Sieg in Mönchengladbach gegen Weißrussland als EM-Teilnehmer fest. Wir haben die Leistung der Löw-Elf unter die Lupe genommen.

Die Taktik

Schon am Tag vor dem Aufeinendertreffen hatte Bundestrainer Joachim Löw einen Großteil seiner Aufstellung verraten. Er schickte seine Elf im offensiven 4-3-3-System auf den Rasen im Borussia-Park. Vor der Nummer eins Manuel Neuer verteidigte der neue Abwehrchef Matthias GInter neben Robin Koch. Das Dreiergespann Ilkay Gündogan, Joshua Kimmich und Toni Kroos zog im Mittelfeld die Fäden, vorne stürmten Timo Werner, Serge Gnabry und Leon Goretzka.

TOR

Manuel Neuer: War kaum gefordert. Erntete nach einer klassischen Manuel-Neuer-Libero-Aktion den Applaus der Zuschauer (12.) und vereitelte mit einer Sprungeinlage die überraschende Führung der Weißrussen (39.). Sammelte Pluspunkte mit dem entschärften Strafstoß (75.).

Note: 1

ABWEHR

Lukas Klostermann: Der Außenflitzer brachte große Gefahr über die rechte Seite. Fast alle deutschen Angriffe liefen über seine Außenbahn. Schlug viele gefährliche Flanken ins Zentrum. Note: 2

Matthias Ginter: Der neue DFB-Abwehrboss war mehr vorne als hinten gefordert. Sein abgefälschter Schuss in der Anfangsphase landete fast im weißrussischen Tor (15.), in der 41. Minute erzielte er dann bei seinem Heimspiel im DFB-Dress die Führung und sein erstes Nationalelf-Tor - und das auch noch mit der Hacke (!). Vor dem zweiten Treffer ließ er geschickt durch, die dritte Bude bereitete er vor. Note: 2

Robin Koch: Ginters Nebenmann war häufig der letzte Absicherungsposten im deutschen Spiel. Verlor einen Zweikampf im Sechzehner in der kurzen weißrussischen Drangphase. Durch sein ungestümes Zweikampfverhalten verursachte er einen Elfer. Note: 4

Nico Schulz: konnte sich im Offensivspiel selten einbringen, die linke Seite fiel im Vergleich zur rechten deutlich ab. Säbelte zu Beginn der Halbzeit an einer Flanke von Gündogan vorbei. Note: 4

MITTELFELD

Joshua Kimmich: sein Distanzschuss landete im kalten Mönchengladbacher Nachthimmel (10.), wenige Offensivaktionen, aber durchaus solider Auftritt. Note: 3

Ilkay Gündogan: scheiterte in der Anfangsphase mit einer Direktabnahme, seine Hackenvorlage auf Klostermann war ein echter Zungenschnalzer. Note: 3

Toni Kroos: stand nach Verletzungspause wieder im Kader und war direkt wieder Mr. Stabilisator im deutschen Spiel. Sein erster Schuss (20.) ging ans Außennetz. Der direkte Freistoß war präzise, aber nicht stark genug. Seine Ecke führte zum 2:0. Mit feiner Schusstechnik knallte er das DFB-Team zum dritten Tor (55.), zauberte dann auch das vierte Tor aus dem Ärmel. Note: 2

STURM

Serge Gnabry: Wir lernen: Auch ein Gnabry trifft nicht immer. War nicht ganz so aktiv wie in den vergangenen Spielen, oft fehlten in den Aktionen Präzision und Durchschlagskraft. Segelte nach Werner-Hereingabe knapp am Ball vorbei (16.), legte aber den Traum-Führungstreffer auf. Note: 3

Leon Goretzka: hatte die erste Kopfballchance in der 3. Minute, anschließend war von ihm weniger zu sehen als von seinen beiden Offensiv-Nebenmännern. Meldete sich aber nach dem Seitenwechsel stark zurück. Reagierte gedankenschnell nach Kroos' Ecke und erzielte das zweite Tor des Abends. Note: 3

Timo Werner: ähnlich wie Gnabry viel am Wirbeln mit wenig Ertrag und ungewohnten Ungenauigkeiten, eine Direktabnahme landete über dem Tor (19.), die große Chance zur Führung "verköpfte" er (38.). Note: 4

Einwechslungen

68.: Julian Brandt für Timo Werner

84.: Luca Waldschmidt für Serge Gnabry

90.+1 Sebastian Rudy für Luca Waldschmidt