Teil-Zustimmung vom Bundeskartellamt

Edeka darf zunächst 44 von 72 Real-Standorten übernehmen

Real steht vor dem Aus. Die Märkte werden zerschlagen und zum Teil von Kaufland, Edeka und Co. übernommen.
Real steht vor dem Aus. Die Märkte werden zerschlagen und zum Teil von Kaufland, Edeka und Co. übernommen.
© dpa, Oliver Berg

01. März 2021 - 10:17 Uhr

Zwischenstand beim Kartellverfahren

Edeka darf bis zu 44 Real-Standorte übernehmen. Das geht aus einem Zwischenstand zum Kartellverfahren hervor. Angemeldet hatte der deutsche Marktführer im Lebensmitteleinzelhandel allerdings 72 Standorte. Bedeutet: Bei 28 Filialen sagt die Bonner Behörde derzeit Nein, denn es gibt Bedenken.

Kartellamt zeigt Edeka die gelbe Karte

Der Supermarkt-Riese Edeka stößt mit seinen Plänen zum Kauf von Real-Märkten beim Bundeskartellamt auf Widerstand. Die Bonner Kartellwächter meldeten bei der Übernahme von bis zu 72 Real-Märkten bei 28 Standorten wettbewerbliche Bedenken an.

Die Behörde will nun versuchen, in Gesprächen mit Edeka und dem Real-Eigner, dem russischen Investor SCP, die Bedenken auszuräumen. Die Unternehmen können dazu Zugeständnisse anbieten. Es fänden bereits "konstruktive Gespräche" mit den Wettbewerbshütern statt, sagte ein SCP- Sprecher. SCP sei optimistisch, den Real-Beschäftigten bald vollständige Klarheit geben zu können.

Welche Filialen konkret übernommen werden, dazu wollte sich Edeka auf RTL-Nachfrage nicht äußern und verwies auf das noch laufende Verfahren vor dem Bundeskartellamt.

Russischer Investor will die Supermarktkette zerschlagen

Der Düsseldorfer Metro-Konzern hatte die Supermarktkette Real mit rund 270 Märkten und rund 34.000 Beschäftigten an SCP verkauft. Metro konzentriert sich auf das Geschäft rund um den Großhandel, Real passte nicht mehr zu diesem Konzept. SCP will die Kette zerschlagen. Das Kartellamt hatte dem Konkurrenten Kaufland bereits grünes Licht für die Übernahme von bis zu 92 Real-Märkten gegeben. Allerdings stehen auch etliche Filialen vor dem aus. Zunächst standen acht Real-Filialen auf der Liste, seit Ende Januar ist klar: Es schließen zehn weitere Filialen. Von diesen Filialen müssen wir uns 2021 verabschieden.

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SCP hatte im Zuge dieser Entscheidung zugesagt, Standorte mit einem Beschaffungsvolumen von insgesamt mindestens 200 Millionen Euro an mittelständische Lebensmitteleinzelhändler zu veräußern. Für einen solchen Einzelhändler, die Globus-Gruppe, hatte die Behörde die Übernahme von bis zu 24 Real-Standorten freigegeben.

Das Kartellamt sieht den deutschen Lebensmittel-Einzelhandel von nur wenigen großen Konzernen beherrscht. Deshalb prüft es Übernahmen in dem Sektor sehr genau.

Quelle: DPA / RTL.de

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