Umstrittener Politiker auf „NRW-Tour“Protest gegen Björn Höcke (AfD): Tausende Menschen demonstrieren bei Veranstaltung in Düsseldorf

von Sebastian Reddig und Vanessa Brodka

Tausende Demonstranten waren bei dem Protest am Montagabend (23.02.) in Düsseldorf-Garath. Sie protestierten gegen Björn Höcke (AfD) und seine Partei. Die Polizei zieht Bilanz.

AfD-Anhänger treffen auf Demonstranten

Der Andrang war groß am Montagabend (23.02.) in Düsseldorf-Garath. Draußen demonstrierten rund 7.000 Teilnehmer gegen Björn Höcke (AfD). Sie wollten nicht, dass der AfD-Politiker in der Landeshauptstadt eine Bühne bekommt und eine Rede hält. Die Demo verlief überwiegend friedlich laut Polizei. Beide Lager waren durch einen Zaun getrennt. Trotzdem wurden vier Einsatzkräfte leicht verletzt. Außerdem fertigte die Polizei neun Strafanzeigen an – unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung und wegen Beleidigung. Eine Person wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen, erklärt Daniel Dammann von der Polizei Düsseldorf.

Im Video: Interview mit RTL WEST Reporter Sebastian Reddig

RTL WEST Reporter Sebastian Reddig war bei der Demo vor Ort. Er hat live für RTL WEST geschaltet. Im Gespräch berichtet er, wie er selbst die Proteste erlebt hat.

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Höcke zu seiner „NRW-Tour“

Organisiert hat die AfD-Veranstaltung der Düsseldorfer Kreisverband. Besucher konnten sich vorab anmelden. Der Verfassungsschutz stuft Höcke als rechtsextrem ein. Das gleiche gilt für seine Thüringer Landtagsfraktion. Auf seiner Tour durch Nordrhein-Westfalen traf der 53-Jährige auch Matthias Helferich. Er ist zwar in der AfD-Bundestagsfraktion, aber kein Parteimitglied mehr, denn das Landesschiedsgericht der NRW-AfD hat ihm die Mitgliedschaft entzogen. Grund sollen Äußerungen sein, die sich nicht mit dem Grundgesetz decken. Trotzdem sagt Björn Höcke gegenüber RTL WEST, dass er mit diesem Treffen kein Signal in eine bestimmte Richtung senden wolle. Vielmehr wolle er zeigen, dass die Partei „eine Einheit“ sei. Politikwissenschaftler Norbert Kersting sieht das anders und erklärt: „Es gibt historisch innerhalb der AfD schon in den letzten Jahren starke unterschiedliche Gruppierungen, die sich gegenseitig bekämpfen zum Teil und nur bei Wahlkampfzeiten dann wieder stärker zusammenhalten und dann auch moderater agieren.” Als vergleichsweise gemäßigt gilt die NRW-AfD. Martin Vincentz ist derzeit der Vorsitzende. Die Spitze wird voraussichtlich im März 2026 neu gewählt.