Höhere Bedarfssätze

Düsseldorfer Tabelle 2020: So viel Unterhalt steht Ihrem Kind zu

Die "Düsseldorfer Tabelle" dient seit 1962 bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts.
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10. März 2020 - 18:24 Uhr

Mehr Geld vor allem für minderjährige Trennungskinder

Für Familiengerichte und Geschiedene oder getrennt lebende Eltern ist die "Düsseldorfer Tabelle" die Richtschnur für den Unterhalt, der Kindern zusteht. Die "Düsseldorfer Tabelle" sieht seit 1. Januar 2020 vor allem für minderjährige Trennungskinder höhere Bedarfssätze vor. Allerdings steigt auch der sogenannte Selbstbehalt der Unterhaltspflichtigen. Deswegen kommt es auf den Einzelfall an, ob wirklich mehr für die Kinder herausspringt.

Was steht in der "Düsseldorfer Tabelle"?

Seit 1962 gibt es die "Düsseldorfer Tabelle". Sie dient als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. Die Tabelle ist nach Alter des Kindes und Nettoeinkommen gegliedert: Wer mehr verdient, zahlt auch mehr für den Nachwuchs. Je älter die Kinder werden, desto höher wird auch der Unterhaltssatz.

Düsseldorfer Tabelle ab dem 1.1.2020

Nettoeinkommen

des Unterhaltspflichtigen

0-5

Jahre

6-11

Jahre

12-17

Jahre

ab 18

Jahre

1 bis 1.900 Euro 369 424 497 530
2 1.901 - 2.300 Euro 388 446 522 557
3 2.301 Euro - 2.700 Euro 406 467 547 583
4 2.701 Euro - 3.100 Euro 425 488 572 610
5 3.101 Euro - 3.500 Euro 443 509 597 636
6 3.501 - 3.900 Euro 473 543 637 679
7 3.901 - 4.300 Euro 502 577 676 721
8 4.301 - 4.700 Euro 532 611 716 764
9 4.701 - 5.100 Euro 561 645 756 806
10 5.101 - 5.500 Euro 591 679 796 848
ab 5.501 Euro: nach den Fall-Umständen

Das sind die Neuerungen seit 1. Januar 2020

  • Der Mindestunterhalt beträgt ab dem 1. Januar 2020 für Kinder im Alter bis fünf Jahre 369 Euro statt bislang 354 - ein Plus von 15 Euro. Das gilt für die niedrigste Einkommensgruppe der Unterhaltspflichtigen bis 1900 Euro Nettoeinkommen.

  • Kinder zwischen sechs und elf Jahren haben in dieser Einkommensklasse Anspruch auf mindestens 424 Euro statt bislang 406 Euro. In der dritten Altersgruppe bis zur Volljährigkeit sind es 497 Euro - ein Plus von 21 Euro.

  • Für volljährige Trennungskinder steigen die Sätze dagegen nur gering: von 527 auf 530 Euro in der niedrigsten Einkommensgruppe. Die Bedarfssätze volljähriger Kinder waren 2018 und 2019 völlig unverändert geblieben.
  • Der Bedarfssatz von Studenten, die nicht bei den Eltern wohnen, steigt dagegen deutlich von 735 auf 860 Euro.

Selbstbehalt ändert sich erstmals seit 2015

Erstmals seit 2015 änderte sich zum 1.1.2020 der sogenannte Selbstbehalt, der dem Unterhaltspflichtigen zusteht. Der Selbstbehalt von nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen steigt von 880 auf 960 Euro, der von Erwerbstätigen von 1080 auf 1160 Euro - ausgehend von einer Warmmiete von 430 Euro.

Der Selbstbehalt kann erhöht werden, wenn die Wohnkosten diesen Betrag überschreiten und nicht unangemessen sind. Der Selbstbehalt gegenüber Unterhaltsansprüchen von Eltern steigt von bisher 1800 Euro auf 2000 Euro.

Die "Düsseldorfer Tabelle" dient seit 1962 bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. Seit 1979 wird sie vom Oberlandesgericht Düsseldorf herausgegeben. Sie wird bei Gesprächen des Deutschen Familiengerichtstages mit allen Oberlandesgerichten regelmäßig angepasst.

Quelle: DPA/RTL.de