Edle Kugelspinne verteilt Bakterien

Lebensgefahr: Diese Spinne tötet nicht nur mit Gift

Die Edle Kugelspinne tötet nicht nur durch Gift, sondern auch durch die Übertragung von Bakterien.
Die Edle Kugelspinne tötet nicht nur durch Gift, sondern auch durch die Übertragung von Bakterien.
© picture alliance/dpa

07. Dezember 2020 - 9:59 Uhr

Doppelt gefährlich: Gift und Bakterien

In Großbritannien werden nach Spinnenbissen immer wieder schwere Verletzungen, wie eiternde Wunden und drohende Amputationen beobachtet. Auch die Zahl der Todesfälle ist angestiegen. Irische Forscher fanden nun heraus, dass nicht das Gift der Spinnenart Steatoda nobilis dafür verantwortlich ist, sondern Bakterien, die die Spinne überträgt.

Zoologen finden heraus, warum diese Spinnenbisse so gefährlich sind

Die Edle Kugelspinne oder Noble Fettspinne (Steatoda nobilis) steht in dem Ruf, mit ihrem Biss für erhebliche Infektionen zu sorgen. Experten hatten das bisher eher bezweifelt. Doch nun ist ein irisches Forscherteam der besonders perfiden Masche der Spinne auf die Spur gekommen.

Ein Team von Zoologen und Mikrobiologen der National University of Ireland (NUI) in Galway konnte nachweisen, dass beim Biss der Spinne antibiotikaresistente Bakterien übertragen werden, berichtet ntv.de. "Etwa zehn in Nordwesteuropa verbreitete Spinnenarten haben Reißzähne, die stark genug sind, um die menschliche Haut zu durchbohren und Gift zu injizieren, aber nur eine von ihnen, Steatoda nobilis, auch falsche Witwe genannt, hat medizinische Bedeutung", wird der Zoologe John Dunbar in einer Mitteilung der Universität zitiert.

Meistens führt ein Spinnenbiss lediglich zu Rötungen und leichten Schmerzen. "In einigen Fällen scheinen die Opfer jedoch lang anhaltende Infektionen zu entwickeln, für die eine starke Antibiotikabehandlung - und manchmal ein Krankenhausaufenthalt - erforderlich ist", so Dunbar.

Spinne ist verantwortlich für eiternde Wunden und drohende Amputationen

Mit den Bissen von Steatoda nobilis werden geschwollene Hände, eiternde Wunden, drohende Amputationen und sogar Todesfälle in Verbindung gebracht. Bisher wurde meist vermutet, dass die Opfer selbst für den Eintrag der gewebeabtötenden Bakterien verantwortlich waren, indem sie an dem juckenden Wunden kratzten. Dunbars Team sammelte nun verschiedene Spinnenarten und ihre Netze und untersuchte sie im Labor. Dabei wurden an den Körpern und den Mundgliedmaßen Bakterienproben entnommen, außerdem wurde Gift gesammelt.

Die RNA-Analyse ergab eine Vielzahl von Mikroben auf den Spinnen. Insgesamt wurde fast ein Dutzend Gattungen identifiziert. Damit aber nicht genug. Von den 22 Bakterienarten, die bei der Edlen Kugelspinne gefunden wurden, waren 12 potenziell krankmachend für den Menschen. "Unsere Studie zeigt, dass Spinnen nicht nur giftig sind, sondern auch Träger gefährlicher Bakterien, die schwere Infektionen hervorrufen können", sagt der Mikrobiologe Neyaz Khan. Die größte Bedrohung bestehe darin, dass einige dieser Bakterien multiresistent sind, was es besonders schwierig macht, sie mit regulären Medikamenten zu behandeln.

Wo kommt die Edle Kugelspinne vor?

Die Spinnenart aus der Familie der Haubennetzspinnen war in den 1870er-Jahren in Großbritannien entdeckt worden, wahrscheinlich wanderte sie auf Schiffen von Madeira oder den Kanarischen Inseln aus ein. Wegen der zunehmenden Ausweitung des Verbreitungsgebiets und des Anstiegs dichter Populationen falscher Witwenspinnen in städtischen Gebieten in Irland und Großbritannien ist es in den zurückliegenden zehn Jahren zu einem Anstieg der Bisse gekommen.

Auch in Deutschland wurde die Edle Kugelspinne laut Medinberichten schon gesichtet, bisher allerdings nur in Gartencentern.

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