DLRG zieht Zwischenbilanz:

Bereits 184 Badetote in 2021

05. August 2021 - 16:00 Uhr

Auffällig starker Anstieg in Mecklenburg-Vorpommern

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2021 sind in deutschen Gewässern mindestens 184 Menschen ertrunken. Das sind vier weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bekannt. "Die Zahl der Ertrunkenen ist zumeist sehr wetterabhängig. Das spiegelt sich in den erfassten Zahlen besonders mit Blick auf den Sommer wider", erklärte DLRG-Chef Achim Haag.

Bayern beklagt die meisten Badetoten

Die Todesfälle durch Ertrinken stiegen trotz des leichten Gesamtrückgangs mit Blick allein auf die Sommermonate an: Ertranken im Juni und Juli des Vorjahres (bis zum Stichtag 21. Juli) mindestens 95 Menschen, waren es jetzt zum gleichen Zeitpunkt 116 Menschen. Das sind rund zwei Drittel aller bisherigen Ertrinkungsfälle in 2021.

Von den 184 ertrunkenen Personen sind im Ländervergleich in Bayern mit 29 Fällen (-5 im Vergleich zum Vorjahr) die meisten Opfer zu beklagen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 23 (-1) und Mecklenburg-Vorpommern mit 21 (+12). "Der auffällig starke Anstieg in Mecklenburg-Vorpommern ist vor allem durch eine gestiegene Zahl an Badeunglücken in der Ostsee zu erklären", so Haag.

Die meisten Unfälle ereignen sich im Binnenland

20.07.2021, Baden-Württemberg, Neuried: Ein Schild mit Aufschrift «Baden verboten! - Lebensgefahr» steht am Ufer eines Überflutungsgebietes in der Nähe des Rheins während im Hintergrund ein Baum im Wasser steht. Angesichts der Hochwasser-Katastrophe
Ein Schild mit Aufschrift «Baden verboten! - Lebensgefahr» steht am Ufer eines Überflutungsgebietes in der Nähe des Rheins bei Neurioed (Baden-Württemberg)
© dpa, Philipp von Ditfurth

An den deutschen Küstengewässern sind demnach 16 Personen in Folge eines Badeunfalls ums Leben gekommen, darunter 15 an der Ostsee und eine Person in der Nordsee. Im Vorjahr ertranken mit zehn Personen etwas weniger Menschen im Meer als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (drei in der Nord-, sieben in der Ostsee).

Die meisten Unfälle ereignen sich dennoch weiterhin im Binnenland - insbesondere an ungesicherten Badestellen. Über 75 Prozent der ertrunkenen Menschen starben allein in Seen und Flüssen. Während in Flüssen die Zahl von 74 Fällen im Vorjahr auf 53 sank, stieg die Zahl im Zusammenhang mit Badeunfällen an Seen von 64 auf 86 an.

Weiterhin sind Menschen in Kanälen (11), Teichen (5), Bächen (3), Pools (2), Gräben (1), Hafenbecken (1) und sonstigen Gewässern (4) (z.B. Rückhaltebecken) ertrunken. In Schwimmbädern fanden mit zwei Badegästen vergleichsweise wenige den nassen Tod.

Im Geschlechtervergleich bleiben die Männer mit 79 Prozent wie gehabt die Risikogruppe. Hauptgründe für das Ertrinken sind vor allem das Baden an unbewachten Abschnitten, Leichtsinn, Selbstüberschätzung und der Einfluss von Alkohol.

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Info DRLG

Ein Helfer der DLRG
Ein Helfer der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft). Foto: Patrick Seeger/dpa/Archivbild
© deutsche presse agentur
  • Die DLRG ist mit über 1,7 Millionen Mitgliedern und Förderern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt.
  • Seit ihrer Gründung im Jahr 1913 hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
  • Von 1950 bis 2020 hat sie über 22,7 Millionen Schwimmprüfungen und fast fünf Millionen Rettungsschwimmprüfungen abgenommen.
  • In rund 2.000 Gliederungen leisten die ehrenamtlichen Helfer pro Jahr rund sechs Millionen Stunden freiwillige Arbeit für die Menschen in Deutschland

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