Feuerwehr rettet und schlägt jetzt AlarmJugendliche treiben mit Eisscholle auf die Ostsee

Winterspaß wird zu Winterhorror.
In Scharbeutz geraten zwei jugendliche Spaziergänger auf eine Eisscholle, die sie immer weiter vom Strand abtreiben lässt. Sie schaffen es nicht mehr allein ans Land. Jetzt warnen Einsatzkräfte: Das sieht nach Winterspaß aus, ist aber hochgefährlich.
Die Jugendlichen hatten Glück
Die Ostsee vor Scharbeutz sieht zurzeit aus wie ein zugefrorener Teppich: gefrorene Wasserflächen, zerbrochene Schollen, dazwischen Spaziergänger, die das seltene Winterbild genießen. Zwei Jugendliche von ihnen wagen sich am Wochenende weiter hinaus. Sie betreten das Eis. Aber dann löst sich ein Stück von der gefrorenen Fläche und treibt langsam ab. „Durch ihr Gewicht hat sich die Eisscholle in Bewegung, Richtung Ostsee gesetzt”, erklärt Gemeindewehrführer Malte Levgrün im Gespräch mit RTL.
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Am Sonntag (15. Februar) geht gegen 14 Uhr der Notruf ein. Als die ersten Feuerwehrleute eintreffen, ist die Scholle bereits deutlich vom Strand entfernt. Ein Rückweg aus eigener Kraft ist nicht mehr möglich. Die Einsatzleitung sichert die Jugendlichen zunächst mit einer Leine, um ein weiteres Abdriften zu verhindern. Parallel bereitet das Team die eigentliche Rettung vor. „Die Jugendlichen konnten dann über eine Steckleiter an Land gebracht werden”, so Levgrün.
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Fast jeden Tag ein Eis-Einsatz
Für die Feuerwehr Scharbeutz ist es längst nicht der erste Einsatz dieser Art. In den vergangenen zehn Tagen rückt sie gleich sechs Mal aus, weil Menschen oder Tiere im Eis einbrechen oder darin feststecken.
„Die Menschen sind neugierig, aber wir können nur sagen: seid vorsichtig!”, sagt Levgrün. Der Wehrführer beschreibt das Grundproblem: Die Ostsee sei ein bewegtes Gewässer, unter dem Eis wirkten Strömungen, die von oben nicht zu sehen seien. Eisschollen könnten sich jederzeit lösen, das Eis sei dünn und brüchig. Deshalb warnt die Feuerwehr.
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Bürgermeisterin warnt in den sozialen Medien
Unterstützung bekommt die Feuerwehr aus der Politik. Die parteilose Bürgermeisterin Bettina Schäfer warnt auf Facebook: „Die Ostsee ist immernoch kein kein Spielplatz” und fordert die Menschen auf, „Mors an Land und Füße auf festen Boden“ zu lassen. Wer das Eis betrete, gefährde sich selbst und im Ernstfall auch die Einsatzkräfte, die unter schwierigen Bedingungen retten müssen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche



