Nähe und Wärme in der Isolation

Ergreifendes Foto geht viral: Corona-Patienten bekommen "die Hand Gottes"

Der Journalist Sadiq ‘Sameer’ Bhat hat auf Twitter ein Bild aus einem brasilianischen Krankenhaus geteilt, das seit Veröffentlichung viral geht.
Der Journalist Sadiq ‘Sameer’ Bhat hat auf Twitter ein Bild aus einem brasilianischen Krankenhaus geteilt, das seit Veröffentlichung viral geht.
© Twitter, sadiquiz

13. April 2021 - 9:29 Uhr

Weil Corona-Patienten nicht von Angehörigen besucht werden dürfen...

Ein ergreifendes Foto aus einem brasilianischen Krankenhaus geht auf Twitter viral. Darauf zu sehen: Die Hand eines Corona-Patienten, der auf der Intensivstation liegt. Die Hand des Patienten wird nicht etwa von Angehörigen gehalten, sondern von zwei mit warmem Wasser gefüllten Handschuhen. Diesen "Trick" hat sich das Krankenhauspersonal überlegt, um für ihre schwer kranken Patienten menschliche Berührung und Nähe zu simulieren. Sie nennen den Trick "die Hand Gottes."

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

"Eine eindringliche Erinnerung, in welcher düsteren Lage sich die Welt befindet."

Brasilien ist nach den USA das von der Corona-Pandemie am zweitstärksten betroffene Land. Bis zu 100.000 Neuinfektionen am Tag wurden dort in den vergangenen Wochen vermeldet – das Gesundheitssystem des Landes steht kurz vor dem Zusammenbruch. Dass in diesem Zustand für die Betreuung jedes einzelnen Patienten kaum Zeit bleibt, kann man sich vorstellen. Um den schwer kranken Patienten, die von ihren angehörigen nicht besucht werden dürfen, wenigstens etwas Wärme zu spenden, hat sich das Krankenhauspersonal die "Hand Gottes" einfallen lassen.

"Zwei Einweg-Handschuhe gefüllt mit heißem Wasser, die den unmöglichen menschlichen Kontakt simulieren sollen", beschreibt der Journalist Sadiq 'Sameer' Bhat das von ihm auf Twitter veröffentlichte Foto. "Ich ziehe den Hut vor denen, die an vorderster Front arbeiten. Dies ist eine eindringliche Erinnerung daran, in welcher düsteren Lage sich die Welt befindet."

Im Video: So verheerend ist die Corona-Lage in Brasilien

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

So erfand eine Krankenschwester aus Rio de Janeiro "Die Hand Gottes"

Laut dem brazilianischen News-Portal "G1 Globo" stammt die Idee von Krankenschwester Lidiane Melo (36), die in einem Krankenhaus in Rio de Janeiro arbeitet. Sie habe die warmen Handschuhe zunächst nur genutzt, um die Durchblutung ihrer Patienten zu fördern, berichtet die Medizinerin dem Portal. Später habe sie eine Corona-Patientin behandelt, die intubiert werden musste und deshalb schreckliche Angst hatte. "Sie hat sich nicht von uns beruhigen lassen", erinnert sich die Krankenpflegerin im Gespräch mit "G1 Globo". "Sie hat nur gesagt, dass wir sie nicht sterben lassen können und dass sie zwei Töchter und zwei Enkelinnen hat."

Nach dem Gespräch habe die Patientin sie gebeten, ihre Hand zu halten, berichtet Lidiane Melo weiter. Da sie andere Patienten betreuen musste, habe sie die warmen Handschuhe um die Hand der verängstigten Frau gelegt. Dabei sei auch der Name des Handschuh-Tricks entstanden: "Sie beruhigte sich und sagte, es sehe so aus, als würde ich ihre Hand halten. Ich sagte, es sei nicht meine, aber sie sollte denken, es sei die Hand Gottes", so die Krankenschwester.

TVNOW-Dokus: Corona und die Folgen

Das Coronavirus hält die Welt seit mehr als einem Jahr in Atem. Auf TVNOW finden Sie jetzt spannende Dokumentation zur Entstehung, Verbreitung und den Folgen der Pandemie.

10 Fakten zur Corona-Impfung

Für viele Menschen rückt der erste Corona-Impftermin immer näher. Aber noch sind viele Fragen offen und täglich kommen neue hinzu. Wann kann ich mir einen Termin machen? An wen kann ich mich für einen Impftermin wenden? Worauf müssen Menschen mit Krebserkrankung und Schwangere achten? Darf ich mir meinen Wirkstoff selbst aussuchen und muss ich nach der Impfung die AHA-Regeln beachten? Sollte ich mich impfen lassen, obwohl ich schon Corona hatte? Diese und mehr Fragen beantworten wir in unserer Web-Story hier.