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Deutschlands Nachbarn feiern Freedom Day: Schweiz und Österreich heben fast alle Corona-Beschränkungen auf

Warum Deutschlands Nachbarn jetzt lockern

Schweiz und Österreich heben fast alle Corona-Beschränkungen auf

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) stehen an zwei weißen Rednerpulten. Im Hintergrund hängen zwei Österreich- und zwei EU-Flaggen.
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) kündigen Corona-Lockerungen an.
hog aju nwi, dpa, Georg Hochmuth

Die Österreicher und Schweizer sagen den Corona-Regeln Adé. Ab Donnerstag werden in der Schweiz fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben, ab Mitte März auch in Österreich. Auch die Niederlande und Frankreich lockern. Warum entscheiden sich Deutschlands Nachbarn gerade jetzt für den Freedom Day?

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Österreich möchte ein "würdiges Frühlingserwachen"

Deutschlands Nachbarländer sind auf Lockerungskurs: Österreich und die Schweiz haben am Mittwoch verkündet, fast alle Corona-Maßnahmen aufzuheben. Auch Frankreich und die Niederlande kündigten weitreichende Lockerungen an. In Deutschland werden am Mittwoch ebenfalls Corona-Lockerungen diskutiert, die Beschlussvorlage liegt RTL vor .

Pünktlich zum Frühling werden in Österreich ab dem 5. März fast alle Corona-Beschränkungen aufgehoben, trotz höheren Infektionszahlen als in Deutschland. Österreichs Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) begründete den neuen Corona-Kurs damit, dass das jetzige Infektionsgeschehen „ein würdiges Frühlingserwachen aus einem eingefahrenen Krisenmodus“ ermögliche.

Veranstaltungen seien ab März wieder ohne Einschränkungen möglich, die Sperrstunde falle und Nachtgastronomie werde erlaubt. Bleiben soll die Maskenpflicht. In einigen Bereichen wie etwa der Gastronomie und Sportstätten soll statt 2G ab März 3G gelten. „Wir haben die Pandemie noch nicht überwunden“, warnte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP). Aber angesichts der stabilen Lage in den Kliniken seien diese Öffnungsschritte jetzt möglich. Auch Kurzurlauber und Grenzgänger profitieren von den Lockerungen: Die Einreise folgt dann der 3G-Regel und ist damit deutlich erleichtert.

Die Lage im Herbst könne sich aber wieder verschärfen, mahnte der Gesundheitsminister. Deshalb müsse der Sommer fürs Impfen genutzt werden. Die Impfpflicht stehe nicht zur Disposition, so Mückstein. Aktuell liegt die Quote derjenigen mit Grundschutz, für den meist zwei Spritzen nötig sind, bei 70 Prozent.

Donnerstag ist "Freedom Day" für die Schweiz

Alain Berset in einer Nahaufnahme spricht und gestikuliert mit beiden Händen.
Alain Berset, Gesundheitsminister der Schweiz, bei einer Pressekonferenz. Trotz hoher Corona-Infektionszahlen hebt die Schweiz fast alle Schutzmaßnahmen gegen Corona auf.
deutsche presse agentur

In der Schweiz dürfen ab Donnerstag auch Ungeimpfte wieder ungehindert in Restaurants, Kulturbetriebe sowie Freizeiteinrichtungen und Läden. Es gibt keine Einschränkungen für private Treffen mehr, und die Homeoffice-Empfehlung wird aufgehoben. Das teilte die Regierung am Mittwoch mit. Damit hebt auch die Schweiz fast alle Corona-Schutzmaßnahmen auf. Es bleibt lediglich eine Maskenpflicht in Bus und Bahn, sowie Gesundheitseinrichtungen. In Senioren- und Pflegeheimen gilt die allerdings nur für das Personal, nicht jedoch für die Bewohnerinnen und Bewohner.

Die epidemiologische Lage entwickele sich weiter positiv, begründete die Regierung diese Schritte. Dank der hohen Immunität in der Bevölkerung sei eine Überlastung des Gesundheitssystems trotz der weiterhin hohen Viruszirkulation unwahrscheinlich. Seit Ende Januar sinkt in der Schweiz die Zahl der Corona-Infektionen. Knapp 70 Prozent der Bevölkerung sind derzeit vollständig geimpft.

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Die Franzosen und Niederländer können wieder Feiern gehen

Eine Menschenmasse feiert bei einem Fußballspiel in Amsterdam und hält niederländische Flaggen in der Hand.
Gute Stimmung beim Fußballspiel Serbien gegen die Niederlande in Amsterdam - bei Großveranstaltungen ab 500 Personen gilt in den Niederlanden auch weiterhin eine Testpflicht.
www.imago-images.de, imago images/ANP, Netherlands Futsal v Serbia/Belarus Futsal via www.imago-images.de

Grund zu feiern gibt es auch in Frankreich und den Niederlanden. Auch hier werden zahlreiche Beschränkungen aufgehoben. Die Franzosen können etwa wieder in Diskotheken feiern gehen. Auf Konzerten darf es wieder Stehplätze geben. In Zügen darf gegessen werden und auch das geliebte Kaffeetrinken im Stehen an der Bar ist jetzt wieder erlaubt. Falls das Infektionsgeschehen es zulasse, könnten ab Mitte März vielleicht sogar die Masken fallen, stellte Gesundheitsminister Olivier Véran in Aussicht. Auch der Impfpass, der etwa der deutschen 2G-Regel entspricht, soll dann weniger oft vorgezeigt werden müssen.

Doch die Pandemie sei „noch nicht überwunden“, betonte der Gesundheitsminister. Man müsse jetzt schrittweise vorgehen. Wichtig sei dabei auch eine hohe Impfquote. Véran bedauerte daher, dass bislang nur etwa vier Prozent der fünf- bis elfjährigen Kinder und nur 30 Prozent der Schwangeren in Frankreich geimpft seien. Insgesamt sind in Frankreich etwa 77 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Auch die Niederländer dürften dank der neuen Corona-Maßnahmen wieder in Partylaune sein. Ab Freitag dürfen Nachtclubs und Bars wieder bis ein Uhr nachts geöffnet haben, eine Woche später soll es keine zeitlichen Beschränkungen mehr geben. „Das Nachtleben ist ein essenzieller Teil einer gesunden Gesellschaft“, begründete der niederländische Gesundheitsminister Ernst Kuiper am Mittwoch die Entscheidung. Die Öffnung sei nun möglich, da die Niederlande den Höhepunkt der Omikron-Welle überwunden habe. Auch die Maskenpflicht und die Abstandsregeln fallen an den meisten Orten weg. Schlussendlich sollen laut Gesundheitsminister nur zwei Corona-Regeln bleiben: Erstens, bei Veranstaltungen ab 500 Personen bleibt eine Testpflicht. Zweitens, die Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flugzeugen bleibt bestehen. (dpa/jbr)

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