Deutsche Studie entdeckt:

mRNA-Impfstoff bei Immunerkrankten kaum wirksam

Ein Mann bekommt seine Impfung in Köln.
Ein Mann bekommt seine Impfung in Köln.
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08. Juni 2021 - 10:53 Uhr

Corona-Impfung bei Immunerkrankung

Eine Studie des Zentrums für Immuntherapie an der Uniklinik Erlangen zeigt, Geimpfte mit Autoimmunerkrankung haben eine verminderte Impfstoff-Wirksamkeit. Acht Prozent der deutschen Bevölkerung haben eine Autoimmunerkrankung und könnten von diesem Ergebnis betroffen sein. Was Ihnen die Forscher raten.

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Die Studie der Uniklinik Erlangen

In der Studie der Uniklinik Erlangen wurden 266 Probanden untersucht. 182 davon sind gesund und haben keine Autoimmunerkrankung. 84 davon sind beispielsweise an Rheuma, Arthritis oder an chronischer Darmentzündung erkrankt. Alle Probanden wurden zu diesem Zeitpunkt mindestens einmal einige Wochen vorab mit dem Corona-Impfstoff von Biontech geimpft.

Zum einen weniger Nebenwirkungen für Immunkranke ...

Die Studie zeigt, dass anders als erwartet, die mRNA-Biontech-Impfung unbedenklich für Autoimmunerkrankte sei. Viel mehr noch, hätten die Erkrankten einen Vorteil, heißt es in der Pressemitteilung der Uniklinik Erlangen. Die Erkrankten haben weniger Reaktionen auf die Impfung. Während Gesunde oft auf die Impfung mit Schüttelfrost und Kopfweh reagieren, bleibt das bei ihnen aus.

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... aber auch weniger Wirksamkeit bei Immunerkrankten

Andererseits finden die Forscher in derselben Studie auch heraus, dass die mRNA-Impfstoffe bei Autoimmunerkrankten schlechter wirken. Jeder zehnte Immunkranke habe nach seiner Impfung mit einem mRNA-Vakzin keine Antikörper gebildet. Bei den gesunden Probanden hat nur einer von 100 Geimpften keine wichtigen Antikörper entwickelt. Die Unwirksamkeit der Impfung habe aber nichts mit den Medikamenten der Erkrankten zutun, betonen die Forscher. Vielmehr seien die Autoimmunerkrankungen selbst dafür der Auslöser. Wieso wird noch erforscht.

Tipp der Forscher

Die Forscher raten dringend dazu, zwei Wochen nach der Zweitimpfung einen Antikörper-Test zu machen. Sind zu wenig Antikörper gegen das Coronavirus gebildet worden, müsse man über eine dritte Impfung nachdenken, so die Forscher der Studie. (gas)

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