Rasantes Wachstum

RKI: Delta-Variante in Deutschland jetzt schon bei 15 Prozent

In der letzten Woche lag der Anteil von Delta noch bei 6,2 Prozent.
In der letzten Woche lag der Anteil von Delta noch bei 6,2 Prozent.
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24. Juni 2021 - 9:39 Uhr

Delta-Anteil in einer Woche mehr als verdoppelt

Die erstmals in Indien entdeckte Coronavirus-Variante "Delta" hat ihren Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche mehr als verdoppelt. Der Wert liege nun bereits bei 15 Prozent, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochabend in einem Bericht zur Virusvarianten-Verbreitung in der Kalenderwoche 23 (7. bis 13. Juni) bekannt gibt. Im Bericht der vorherigen Woche lag der Anteil von Delta noch bei 6,2 Prozent, der korrigierte Wert betrug acht Prozent.

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Alpha wird von Delta verdrängt

Weiterhin sei die Variante Alpha (B.1.1.7, vormals als "britische Variante" bezeichnet) in vielen Ländern die dominierende Variante, heißt es in dem RKI-Bericht. In Deutschland habe der Anteil der Variante zuletzt einige Wochen auf hohem Niveau (ca. 90 Prozent) stagniert. Es scheint sich jedoch bereits abzuzeichnen, dass Alpha nun nach und nach von Delta verdrängt wird. In der KW 23 lag der Anteil von Alpha nur noch bei 75 Prozent. "Mit der zunehmenden Verbreitung der Variante Delta (B.1.617.2) nimmt der Anteil von Alpha bei gleichzeitig zurückgehender Inzidenz ab", heißt es im RKI-Bericht weiter.

Noch könne man bei einer PCR-bestätigten Corona-Infektion allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Infektion mit der Alpha-Variante ausgehen. Dennoch sei eine "varianten-spezifische Testung auf besorgniserregende Mutationen und Varianten zielführend", empfiehlt das Robert Koch-Institut. Dadurch könne man die Ausbreitung besorgniserregender Varianten erkennen und Maßnahmen entsprechend anpassen.

Virologe Drosten: Verdopplung ist ein "sehr schlechtes Signal"

Noch am Dienstag hatte der Virologe Christian Drosten im Podcast "Coronavirus-Update" gewarnt, es wäre ein "sehr schlechtes Signal", sollte sich in den neuen RKI-Daten eine Verdopplung des Delta-Anteils im Wochentakt zeigen. Da sich die Werte stets auf einen Zeitpunkt von vor etwa zwei Wochen beziehen, sei das im Nachhinein nicht mehr kontrollierbar, sagte der Leiter der Virologie der Berliner Charité.

Es drohe in der Folgewoche wieder eine Verdopplung. "Wenn das so wäre, dann müssen wir eben uns darauf einstellen, dass andere Effekte so laufen wie sie in England nun mal gelaufen sind mit der Delta-Variante." Die Entwicklung des Anteils der Delta-Variante in Deutschland sei ein wichtiger Frühindikator, den man anschauen müsse, sagte Drosten. (dhe, dpa)

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