"Großer Schmerz und große Trauer"

19-Jähriger tot: Ermittlungen gegen Polizei eingestellt

Blumen und Kerzen erinnern in Delmenhorst an den verstorbenen 19-Jährigen.
Blumen und Kerzen erinnern in Delmenhorst an den verstorbenen 19-Jährigen.
© dpa, Sina Schuldt, ssd sei

18. Mai 2021 - 7:17 Uhr

Mann stirbt in Polizeigewahrsam

Anfang März wird ein 19-Jähriger in Delmenhorst wegen möglichen Drogenkonsums kontrolliert. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, die Polizei setzt Pfefferspray ein. Auf der Polizeiwache bricht der junge Mann dann zusammen und stirbt einen Tag später im Krankenhaus. Während die Beamten von einem Unglücksfall ausgehen, erhebt die Familie schwere Vorwürfe und zeigt die am Einsatz beteiligten Polizisten und Rettungskräfte an. Jetzt hat die zuständige Staatsanwaltschaft Oldenburg die Ermittlungen eingestellt. "Den Beamten könne kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten zur Last gelegt werden", teilt die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presseagentur zufolge am Montag mit. Warum der Mann starb, ist aber weiter unklar.

Stellungnahme der Polizei

"Der Tod von Qosay K. bedeutet für die Familie auch weiterhin großen Schmerz und große Trauer. Meine Gedanken sind bei den Eltern und Angehörigen. Ihnen gilt meine aufrichtige Anteilnahme", sagt Polizeipräsident Johann Kühme. Nun sei geklärt, dass der Ursache für den Tod des 19-Jährigen nicht im Verhalten der eingesetzten Polizeibeamten liege.

Die Polizei hatte in ihrer ersten Mitteilung geschrieben, dass der 19-Jährige eine Behandlung durch die Rettungskräfte abgelehnt hätte. Nach dem Obduktionsergebnis konnte eine Gewalteinwirkung von außen als Todesursache aber ausgeschlossen werden.

Mann hatte bestimmte Substanzen im Körper

Die Staatsanwaltschaft verweist laut der Deutschen Presseagentur nun ebenfalls darauf, dass der Mann nach der Festnahme untersucht wurde. Puls und Atmung seien gemessen und als unauffällig befunden worden. Die Ergebnisse der Untersuchung seien entsprechend protokolliert worden. Weiterhin hätten Untersuchungen ergeben, dass der Mann im Magen-Darm-Trakt bestimmte Substanzen hatte, die große Mengen Wasser binden können. Diese könnten wohl auch erklären, warum der 19-Jährige schwere Schäden im Magen-Darm-Trakt hatte und bei der Festnahme nach Wasser verlangt hatte. Die Polizeibeamten hätten keine Anhaltspunkte dafür gehabt, dass der Mann in einem kritischen Gesundheitszustand gewesen sein könnte. Ein Ergebnis der Ermittlungen gegen die beteiligten Rettungssanitäter soll zeitnah kommuniziert werden. (dpa, dka)