Wenn das Gehirn nicht mehr versorgt wird

Das passiert bei einem Schlaganfall im Körper

9. Mai 2019 - 16:36 Uhr

Im Video: Was passiert beim Schlaganfall im Körper?

Jedes Jahr erleiden 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Lähmungen, Sprachstörungen oder Depressionen sind mögliche Folgen. Im schlimmsten Fall kommt es zum Tod. Doch was ist ein Schlaganfall eigentlich? Und was passiert dabei genau im Körper?

Was ist ein Schlaganfall?

Der Begriff "Schlaganfall" wurde geprägt, als es noch nicht möglich war, die verschiedenen Formen der Erkrankung zu unterscheiden. Tatsächlich handelt es sich bei einem Schlaganfall aber nicht um eine einheitliche Erkrankung, sondern mehr um einen Oberbegriff, der für unterschiedliche Erkrankungen verwendet wird.

Diese haben unterschiedliche Ursachen und benötigen unterschiedliche Therapien, wie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe erklärt. Heute unterscheiden Ärzte hauptsächlich zwischen zwei Fällen: einem Hirnfarkt und einer Hirnblutung.

Der Hirnfarkt

Der Hirnfarkt oder ischämischer Schlaganfall (Ischämie = Minderdurchblutung oder vollständiger Durchblutungsausfall) entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn akut durch ein Blutgerinnsel verstopft oder allmählich im Verlauf einer Arteriosklerose verschlossen wird.

Verschluss durch Blutpropfen: Ein Blutpfropf (Thrombus) bildet sich zunächst im Herz oder in den großen hirnversorgenden Gefäßen wie der Halsschlagader. Löst er sich, kann er mit dem Blutstrom in die Hirngefäße gelangen und diese dort verschließen. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Thromboembolie.

Verschluss durch Gefäßverkalkung: Auch eine Gefäßverkalkung kann zu einem Arterienverschluss und damit zu einem Schlaganfall führen. Meist sind davon die großen Hals- oder Hirnarterien betroffen. Die Folge: Größere Hirnareale können nicht mehr ausreichend durchblutet werden.

Die Hirnblutung

Seltener zu einem Schlaganfall kommt es durch eine sogenannte Hirnblutung. Bei einer Hirnblutung oder einem hämorrhagischen Schlaganfall (Hämorrhagie = Austreten von Blut aus dem Blutkreislauf) platzt ein Gefäß im Gehirn. Dadurch werden bestimmte Bereiche im Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Unterschieden wird hier zwischen einer Blutung im Gehirn und Blutungen zwischen den Hirnhäuten.

Blutung im Gehirn: Bei einer Hirnblutung tritt Blut unter hohem Druck aus geplatzten Gefäßen in das umliegende Hirngewebe ein. Ausgelöst wird dies meist durch Bluthochdruck oder dem plötzlichen Riss eines Blutgefäßes.

Blutungen zwischen den Hirnhäuten: Zwei bis fünf Prozent der Schlaganfälle werden durch Blutungen in den eigentlich mit Hirnwasser gefüllten Zwischenräumen von Gehirn und weicher Hirnhaut hervorgerufen.

Der „kleine" Schlaganfall

Bei dem sogenannten "kleinen" Schlaganfall handelt es sich um eine unvollständige oder nur vorübergehende Mangeldurchblutung. In diesem Fall spricht man von einer Transitorisch Ischämischen Attacke (TIA). Die Symptome sind die gleichen wie bei einem vollendeten Schlaganfall, bilden sich aber innerhalb von wenigen Minuten wieder zurück. Trotzdem sollte man einen "kleinen" Schlaganfall nicht als harmlos abtun. Es handelt sich auch hier um einen Notfall, bei dem schnelle Hilfe extrem wichtig ist. Eine TIA kann Vorbote für einen schwereren Schlaganfall sein, warnt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Folgen einer Mangeldurchblutung

Beim Hirnfarkt und bei einer Hirnblutung kommt es zu einer Mangeldurchblutung von Hirnarealen. Diese werden dann mit zu wenig Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Je nach Hirnregion kann es dadurch zu Störungen oder Ausfällen unterschiedlicher Körperfunktionen kommen. Häufig sind bleibende Behinderungen die Folge.