DGKJ-Präsident fordert rasche Impfung auch für die Kleinsten

Covid-Zehen-Symptom bei Kindern besorgt Kinderärzte

Es sieht aus wie ein Ausschlag mit roter fleckiger Haut: Eine häufige Nebenwirkung von Covid-19 wird als "Covid Toe" bezeichnet - hier bei einem erwachsenen Mann.
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20. Februar 2021 - 10:41 Uhr

Covid-19-Symptome bei Kindern werden in einem Register erfasst

Deutsche Ärzte wünschen sich eine Impfperspektive für Kinder. Der Gesundheitsminister macht mangels Studien wenig Hoffnung auf eine schnelle Vakzin-Zulassung für diese Gruppe. Kinder- und Jugendärzte erfassen zurzeit aber schon Symptome von Covid-19-Erkrankungen bei Kindern in einem Register. Darunter ist auch die bislang wenig verstandene Erscheinung entzündeter Zehen.

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Gefäße können sich auch bei Kindern durch Corona entzünden

Seit einem Jahr bereits sammeln deutsche Kinderärzte jetzt schon wenig erforschte Covid-Symptome in einem Register. Eines der Symptome nennt sich Covid-Zehen. "Das Symptom zählt zu den Gefäßentzündungen, die durch Covid-19 verursacht werden", sagte Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) jetzt der "Rheinischen Post". Menschen mit Gefäß-Vorerkrankungen seien grundsätzlich anfälliger für Komplikationen, erläuterte er dort. Aber: "Die Gefäße können sich auch bei Kindern entzünden, und bei wenigen Kindern kommt es zur vermehrten Thrombose, also zu Bildung von Blutgerinnseln", sagte Dötsch weiter. Dies könne zu Erkrankungen wie Lungenembolien führen. "Es kann sich aber auch in kleinen Gefäßen wie den Zehen zeigen, dann spricht man von 'Covid Toes'", erklärte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln.

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Seit einem Jahr sammeln deutsche Kinderärzte wenig erforschte Covid-Symptome in einem Register.
Seit einem Jahr sammeln deutsche Kinderärzte wenig erforschte Covid-Symptome in einem Register. (Symboldbild)
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Kinder- und Jugendmedizin-Chef: "So schnell wie möglich ein Impfangebot für Kinder"

Die Fallberichte solcher Krankheitserscheinungen würden systematisch gesammelt, sagte der Mediziner dem Bericht zufolge. "Nun sind wir seit einem Jahr dabei, diese Fälle in einem Covid-Register zu sammeln, um mehr Erkenntnisse über spezifische Erscheinungen zu bekommen. Dennoch behandeln wir diese Erscheinungen schon und greifen dabei auf Erfahrungen mit anderen Gefäßerkrankungen zurück."

Zugleich verlangte der Mediziner auch eine klare Impf-Perspektive für Kinder. "Wir hoffen, dass so schnell wie möglich ein Impfangebot für Kinder kommt", betonte Dötsch. "Einerseits wegen des individuellen Schutzes der Kinder, um sie vor der Krankheit selbst, aber auch vor den Folgen wie Quarantäne zu schützen. Andererseits ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen geimpft sind, um so die weitere Übertragung zu vermindern", sagte der DGKJ-Präsident.

Allerdings hinkt die Forschung dazu hinterher. "In den Zulassungsbescheinigungen der Europäischen Zulassungsbehörde EMA ist festgeschrieben, dass erst bis 2024 entsprechende Studien bei Kinder vorliegen müssen - das hat uns sehr enttäuscht und besorgt gemacht", sagte Dötsch der RP mit Verweis auf das Paul-Ehrlich-Institut.

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Spahn: Bisher keine "belastbaren Studien" zur Impfung von Kindern

"Allerdings hoffen wir, dass es schon bald zu ersten Ergebnissen kommt, denn manche Impfstoff-Hersteller haben schon im Oktober 2020 mit Studien bei Kindern begonnen", sagte der Kinderarzt. Gesundheitsminister Jens Spahn bremste allerdings Hoffnungen auf eine schnelle Zulassung. Die meisten Impfstoff-Hersteller hätten zwar bereits mit Studien zu Kindern und Jugendlichen begonnen. Belastbare Ergebnisse seien jedoch noch "nicht absehbar", sagte der CDU-Politiker in Berlin.

Schwere Kinderkrankheit PIMS zurückgekehrt

Auch Berichte über eine schwere Erkrankung bei Kindern, die dem Kawasaki-Syndrom ähnelt, sorgten weltweit für Aufsehen. Das Phänomen ist als Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome bekannt, kurz PIMS genannt. Dabei werden die Organe von einer Überreaktion des Immunsystems heimgesucht. Ein direkter Zusammenhang mit Covid-19 ist zwar nicht belegt, jedoch taucht das Phänomen in der Regel nach einer Sars-CoV-2-Infektion auf - allerdings erst zwei bis vier Wochen später. Fast ausschließlich Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Indikator ist ein hohes Fieber über zwei Tage lang.

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Mit zunehmender Dauer des Lockdowns wachsen auch die Sorgen vieler Eltern. Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen wirken sich auf die Psyche vieler Kinder aus. Ärzte berichten von ersten depressiven Anzeichen und verstärkten Verhaltensauffälligkeiten. Psychotherapeutin Dr. med. Dunja Voos, Verfasserin des Blogs "Medizin im Text", klärt im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news über die psychischen Folgen der Pandemie bei Kindern auf. Zudem gibt sie Eltern Tipps, wie sie ihren Schützlingen durch die schwere Zeit helfen können.