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Coronavirus: Immer noch kurzatmig? Arzt rät Betroffenen zu einfachen Atem-Übungen

Nach Corona-Erkrankung

Wie Sie sich Ihre Puste zurückholen – Experte gibt Tipps

Eine junge Frau nimmt die Treppe.
Nach überstandener Corona-Infektion leiden Patienten während der Erholungsphase häufiger noch an Luftnot, zum Beispiel beim Treppensteigen.
iStockphoto, istock

von Madeline Jäger

Geht Ihnen beim Treppensteigen noch ordentlich „die Pumpe?“ So geht es vielen Genesenen in der Corona-Erholungsphase. Doch „ Long-Covid “ muss das unangenehme „Schnappatmung-Gefühl“ noch lange nicht bedeuten. Vielmehr kann die Luftnot laut des Medizinjournalisten und Arzt Dr. Christoph Specht zur Corona-Erholungsphase dazugehören. Der RTL-Experte gibt konkrete Tipps und rät in Absprache mit dem Hausarzt zu Atemübungen, damit Sie sich Ihre Puste schnell wieder zurückholen.

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Omikron-Erholungsphase: Wer sich zu schnell zu viel zumutet, leidet anfangs an Kurzatmigkeit

Bei Omikron-Patienten kommt die Kurzatmigkeit häufig in der Erholungsphase vor. Also wer sich zu schnell, zu viel zumutet, kann anfangs sogar am Treppensteigen scheitern. Laut RTL-Experte Christoph Specht sei diese Symptomatik nicht unbedingt ein spezifisches Phänomen, das bei Omikron-Patienten vorkomme.

„Die Kurzatmigkeit kann sich nach verschiedenen Viruserkrankungen bei Patienten einstellen. Im Spezifischen meint man damit oft eine Schädigung der Lunge, die aber bei der Omikron-Infektion sehr selten vorkommt. Die Omikron-Viren verteilen sich selten tiefer in den Lungenabschnitten. Omikron bleibt eine Infektion der oberen Atemwege“, so Dr. Specht im RTL-Gespräch.

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Arzt und Medizinexperte Dr. Christoph Specht.
Arzt und Medizinexperte Dr. Christoph Specht ordnet das Symptom der Kurzatmigkeit ein.
RTL

Luftnot nach Corona-Erkrankung: Kommt sie vom Herzen oder der Lunge? Ursache unbedingt abklären

Doch die Atemnotbeschwerden könnten laut des RTL-Experten viele Ursachen haben, auch eine vorübergehende Schwäche des Herzens oder eine Herzinsuffizienz könnte die Ursache für die Luftnot sein. „Es gibt hilfreiche Übungen, die gegen Kurzatmigkeit helfen, jedoch muss zuvor immer die genaue Ursache für die Luftnot abgeklärt werden“, appelliert Specht.

Denn: „Wenn die Atemnot vom Herzen kommt, gibt es keine Übung, die die Beschwerden lindern könnte. Dann ist die Therapie: Schonung. Und bei einer schweren Herzinsuffizienz muss sowieso eine medikamentöse Therapie erfolgen“, erklärt Dr. Specht.

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Kurzatmig in der Corona-Erholungsphase? Mit diesen Übungen wird das besser

Für die Betroffenen, die sich noch in der regulären Erholungsphase nach der Corona-Erkrankung befinden und deren Atembeschwerden keine schwerwiegende organische Ursache haben, hat Arzt Dr. Christoph Specht hilfreiche Atemübungen und Tipps:

  • Atmen Sie koordiniert und bewusst im Sitzen langsam ein und aus
  • Atmen Sie ein paar Minuten in ruhiger Atemfrequenz
  • Versuchen Sie nun ihr Atemvolumen langsam zu steigern
  • Schritt für Schritt: Atmen Sie tiefer ein und atmen Sie dann länger aus

Wer diese Übungen in der Erholungsphase drei bis viermal am Tag wiederholt, könne in einigen Tagen schon Verbesserungen bemerken, zum Beispiel beim Treppensteigen, so Specht.

Denn: „Wer länger einatmet, wie auch bei diesen Übungen, kann auch mehr Sauerstoff in der Lunge aufnehmen. Kurzatmigkeit ist nichts anderes, als ein Mangel an Sauerstoff. Die Atemübungen lindern das Gefühl der Kurzatmigkeit und können schrittweise dazu beitragen, dass sich Tätigkeiten weniger anstrengend anfühlen“, schildert Dr. Specht.

Noch kurzatmig und schon Lust auf Sport? RTL-Experte: „Lieber eine Woche länger warten“

Auch für sportaffine Betroffene hat Dr. Christoph Specht einen deutlichen Ratschlag. „Gerade die junge Altersgruppe, also die bis 40-Jährigen, die ihre Corona-Erkrankung gerade überstanden haben und noch Atemnot haben, müssen wir Mediziner leider ein bisschen bremsen. Dieser Gruppe sage ich: Lieber eine Woche länger mit dem Sportprogramm warten. Sonst könnte Patienten bei zu früher körperlicher Belastung eine Herzmuskelentzündung erwarten“, appelliert Specht.

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Bei den älteren Patienten sei oft eine zu lange Wartezeit nach der Corona-Erkrankung die Problematik. Sich in Absprache mit dem Arzt langsam wieder mit Sport zu befassen und sich nicht zu lange zu schonen, sei aber ein wichtiger Teil der Erholungsphase. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt könnte auch eine Therapie mit einem Atemphysiotherapeuten für rekonvaleszente Corona-Patienten infrage kommen.