Wegen Fall von Coronavirus

Kreis Heinsberg: Schulen und Kitas bleiben am Aschermittwoch geschlossen

26. Februar 2020 - 13:41 Uhr

Schulen und Kitas bleiben aus Sicherheitsgründen zu

Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch hat den Fall einer Corona-Infektion in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Pusch erklärter der Düsseldorfer "Rheinischen Post", am Dienstagabend sei der Krisenstab des Kreises zusammengekommen, um über den Fall zu beraten. Als erstes Ergebnis sollen demnach alle Schulen und Kitas im Kreisgebiet vorerst geschlossen bleiben. Außerdem werde der komplette öffentliche Personennahverkehr ausgesetzt. In einem Facebook-Video rief er die Bürger dazu auf, Ruhe zu bewahren und in die amtlichen Nachrichten nichts "hineinzuinterpretieren".

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden sie bei uns im Live-Ticker +++

47-Jähriger aus Heinsberg mit Coronavirus infiziert

Coronavirus-Fall bleiben im Kreis Heinsberg
Wegen eines Coronavirus-Falles bleiben alle Schulen und Kitas im Kreis Heinsberg vorerst geschlossen.
© picture alliance/Guido Kirchner/dpa

Über weitere Maßnahmen im öffentlichen Raum werde beraten. Es wurde ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 02452/131313 eingerichtet. Der Krisenstab bat außerdem darum, die Notrufnummern 112 und 110 nicht unnötig zu blockieren. Auch die Kreisverwaltung ist für den Publikumsverkehr geschlossen. Der Krisenstab des Landes Nordrhein-Westfalen soll am Mittwoch zu dem Fall tagen.

Zuerst hatte es geheißen, die Schulen und Kindergärten würden 14 Tage lang geschlossen bleiben. Laut der Stadt sollen dies aber erst nur für den Aschermittwoch gelten. Danach werde entschieden, wie es weitergehen soll.

Corona-Patient aus dem Kreis Heinsberg in kritischem Zustand

Die Infektion wurde bei einem Mann aus dem Kreis Heinsberg diagnostiziert, wie NRW-Gesundheitsministerium und Kreis am späten Dienstagabend mitteilten. Der Betroffene war am Montagmittag mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung in einem Erkelenzer Krankenhaus aufgenommen worden. "Der Patient befindet sich in einem kritischen Zustand und wird zurzeit auf der Intensivstation isoliert." Nach dpa-Informationen ist er Mitte 40 und leidet an einer Vorerkrankung. Er wird inzwischen in der Uniklinik in Düsseldorf versorgt.

Zuvor hatte sich der Mann auch in der Uniklinik Köln behandeln lassen. Der Patient sei zur Nachsorge nach einer anderen Erkrankung vor wenigen Tagen zweimal kurzzeitig in der Uniklinik in ambulanter Behandlung gewesen, teilt die Klinik in Köln mit. "Das Gesundheitsamt der Stadt Köln hat in Zusammenarbeit mit dem Krisenstab der Uniklinik Köln in der vergangenen Nacht insgesamt zehn Beschäftigte und eine Reihe von Patienten – von denen sich noch sechs in stationärer Behandlung befinden – als Kontaktpersonen identifiziert". Diese befänden sich entweder in häuslicher Isolierung oder in der Uniklinik und würden derzeit virologisch getestet.

Die Ehefrau des Patienten werde mit Symptomen einer Viruserkrankung ebenfalls stationär behandelt. Ihr Zustand sei aktuell stabil. Die Diagnose, ob sie sich ebenfalls mit dem Virus infiziert habe, stehe noch aus.

Der erkrankte Mann hatte nach Angaben des dortigen Landrats Stephan Pusch Kontakt mit einem Bekannten, der sich geschäftlich in letzter Zeit in China aufgehalten habe. Das meldete die "Aachener Zeitung". Ob sich dieser Mann auch in Behandlung begeben habe, konnte Pusch zunächst nicht sagen. 

Zweiter Coronavirus-Fall in Nordrhein-Westfalen

Inzwischen gibt es in Nordrhein-Westfalen einen zweiten bestätigen Coronavirus-Fall. Wie das Universitätsklinikum Düsseldorf am Mittwoch mitteilte, werden dort aktuell zwei Patienten behandelt, die infiziert sind. "Bei der zweiten Person, aus dem engen persönlichen Umfeld des Patienten, liegt nun auch ein positives Testergebnis vor", hieß es in einer Mitteilung. Ob es sich dabei um die Ehefrau des ersten Patienten aus dem Kreis Heinsberg handele, wollte ein Sprecher auf dpa-Anfrage nicht kommentieren.

Für wen das Coronavirus besonders gefährlich ist, haben wir hier für Sie zusammengefasst. 

Eine Wisssenschaftlerin erklärt: Das Coronavirus ist für Männer gefährlicher als für Frauen.

Keine Einschränkungen im Bahnverkehr

Im Bahnverkehr in der Region in Nordrhein-Westfalen sind zunächst keine Einschränkungen geplant. Das sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochmorgen. Man sei jedoch "im ständigen Austausch" mit den Behörden, erklärte die Sprecherin mit Blick auf Maßnahmen gegen eine mögliche Ausbreitung, zu denen auch eine Einschränkung des öffentlichen Nahverkehrs gehören könnte.