Dirk Zingler rechnet mit der Corona-Politik ab

Boss von Union Berlin bezeichnet Söder als "der Clown aus München"

Dirk Zingler (l.) rechnet unter anderem mit Markus Söder ab.
Dirk Zingler (l.) rechnet unter anderem mit Markus Söder ab.
© Imago Sportfotodienst

03. Dezember 2021 - 12:06 Uhr

Zingler gegen die Politik

Rumms! Union Berlins Präsident Dirk Zingler hat sich auf der Mitgliederversammlung des Bundesligisten die Corona-Politik der Noch-Regierung zur Brust genommen. Die große Koalition habe Deutschland in einen Zustand des "Vollchaos" versetzt, ihn ärgern die sich immer wieder ändernden Verordnungen und ganz besonders hat es Zingler auf Markus Söder abgesehen.

Deutschland "im Vollchaos"

Dirk Zingler ist immer mit dem Herzen dabei, und nicht selten trägt der Union-Boss sein Herz auf der Zunge. "Aber ich wollte doch gar nichts über Corona sagen", entfuhr es ihm in einer kurzen Gesprächspause – doch da hatten die anwesenden Journalisten seine Schimpftiraden längst niedergeschrieben und gespeichert.

Bevor der Präsident des Bundesligisten auf der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend die "sportlich erfolgreichste und wirtschaftlich wertvollste Phase der Vereinsgeschichte" verkündete, hatte er in einer Medienrunde einmal mehr die Corona-Politik scharf kritisiert. Vor allem die abgewählte Bundesregierung und Markus Söder bekamen ihr Fett weg.

"Die Abwälzung der Verantwortung auf die Menschen, Veranstalter und Unternehmen ist kaum noch zu ertragen", wetterte Zingler. "Unser Land ist in einem katastrophalen Zustand, weil es katastrophal geführt wird und katastrophal kommuniziert wurde." Das politische Handeln in der Krise sei teilweise "absurd", man befinde sich "im Vollchaos".

Kritik über die Einmischung bei Joshua Kimmich

Dies betreffe auch die Zuschauer-Thematik, so der 57-Jährige. Man erhalte "täglich andere Signale von der Politik". Ob Union am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen RB Leipzig wie geplant vor 13.500 Zuschauern in der Alten Försterei auflaufen kann, war aufgrund der Bund-Länder-Beratungen am Donnerstag lange nicht sicher.

Zingler kritisierte zudem die Einmischung höchster politischer Kreise in den Fall des Impfskeptikers Joshua Kimmich. "Dass sich unsere Bundesregierung mit einer Einzelperson aus einer Branche befasst, die zu über 90 Prozent geimpft ist, ist ein Skandal", sagte er.

Die Empörung über volle Stadien in der vierten Welle empfindet Zingler ebenfalls als unangebracht. "Wir regen uns über volle Stadien auf, aber nicht über lange Schlangen an Impfzentren." Der Staat solle "bitte zuerst seine Hausaufgaben machen und erst dann bei den Menschen die Grundrechte einschränken". Hoffnung mache ihm die neue Ampel-Koalition, was auch daran läge, dass "der Clown aus München" nicht mehr dabei sei. Gemeint war offenbar Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU), der kürzlich Geisterspiele für alle Bundesligisten gefordert hatte. (sid/sho)