Zahlen & Fakten aus den Krankenhäusern

Corona-Intensivstation: Wer sind die Patienten? Alter, Impfstatus & Beatmung

Intensivpfleger versorgen einen schwer an Covid-19 erkrankten Patienten auf der Corona-Intensivstation
Intensivpfleger versorgen einen schwer an Covid-19 erkrankten Patienten auf der Corona-Intensivstation
© dpa, Hendrik Schmidt, hsc wst

07. Dezember 2021 - 12:52 Uhr

Wer wird auf den Corona-Intensivstationen behandelt?

von Thomas Krause

Die vierte Corona-Welle hat Deutschland fest im Griff. Fast 5000 Menschen liegen aktuell mit Covid auf der Intensivstation. Aber wer sind sie? Ein Blick auf die Zahlen.

Mehr als die Hälfte der Corona-Intensivpatienten müssen beatmet werden

Einer Umfrage der Deutschen Krankenhausgesellschaft zufolge müssen bundesweit bereits drei Viertel aller Krankenhäuser planbare Operationen verschieben. Vor allem Anästhesisten und das Anästhesie-Pflegepersonal, die sonst bei Operationen geholfen hätten, müssten nun auf den Intensivstationen aushelfen, sagte der Vizepräsident der Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), Michael Ehrenfeld. "Das sind die naheliegend bestqualifiziertesten Kräfte zum Betreiben von improvisierten zusätzlichen Intensivbetten".

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Aber wer liegt da eigentlich momentan mit Corona auf der Intensivstation? Laut DIVI-Intensivregister (Stand: 6.12.2021, 14 Uhr) sind 83,9 Prozent der aktuell 4905 Corona-Intensivpatienten 50 Jahre und älter. Den größten Anteil davon bilden Menschen im Alter von 60 bis 69 Jahren, gefolgt von den 70- bis 79-Jährigen. Ein gutes Fünftel der Intensivpatienten ist zwischen 50 und 59 Jahre alt. Jeder zehnte Corona-Intensivpatient ist älter als 80. Etwas geringer ist der Anteil an Menschen zwischen 40 und 49, die auf der Intensivstation liegen. Nur 6,2 Prozent der Corona-Intensivpatienten sind jünger als 40.

Mit 2657 Menschen muss mehr als die Hälfte der 4805 Corona-Intensivpatienten beatmet werden.

Im "Covid-Wochenbericht" des RKI vom vergangenen Donnerstag wird die Zahl der Menschen, die mit Covid in den Kalenderwochen 44 bis 47 auf deutschen Intensivstationen lagen, mit insgesamt 1721 an: 4 im Alter von 12 bis 17 und 598 im Alter von 18 bis 59. 1119 Corona-Intensivpatienten sind 60 und älter. In der jüngsten Altersgruppe gibt es keinen einzigen Impfdurchbruch, in der mittleren 94 (entspricht 15,7 Prozent) und in der ältesten Gruppe 498 (entspricht 44,5 Prozent).

Die Zahl der ungeimpften Intensivpatienten ist deutlich höher

Mit Stand vom 1. Dezember meldet das RKI: "59.407.188 Menschen (71,4 % der Bevölkerung) sind mindestens einmal geimpft und 57.024.545 Menschen (68,6 %) sind vollständig geimpft." Noch ohne Impfung seien rund 47 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, 25 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre und 13 Prozent in der Altersgruppe ab 60 Jahre. Umgerechnet auf den Bevölkerungsanteil bedeutet das: In der Altersgruppe von 18 bis 59 Jahren liegen 16,11 mal mehr Ungeimpfte als gegen Corona Geimpfte in der Intensivstation.

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Das Klinikunternehmen Helios betreibt nach eigenen Angaben 89 Krankenhäuser in Deutschland. Auf seiner Homepage schlüsselt das Unternehmen seine Corona-Patienten nach Impfstatus und Behandlung auf. Demnach lagen in Kalenderwoche 47 (22.-28. November) 563 ungeimpfte oder nicht vollständig geimpfte Corona-Patienten in den deutschen Helios-Kliniken. 364 von ihnen waren unter 70 Jahren, 217 von ihnen 70 und älter. 53 Corona-Patienten aus der jüngeren Gruppe lagen auf der Intensivstation sowie 44 der älteren.

Im selben Zeitraum lagen 353 vollständig gegen Corona vollständig geimpfte Patienten in Helios-Kliniken: 236 von ihnen waren 70 oder älter, 117 jünger als 70 Jahre. Von den älteren Geimpften mussten 21 auf der Intensivstation behandelt werden, von den jüngeren 18.

Da laut RKI-Tagesbericht am 22. November 68 Prozent der Deutschen vollständig gegen Corona geimpft waren, landen rechnerisch mehr als doppelt so viele Ungeimpfte auf den "Helios"-Intensivstationen wie Geimpfte. Bei rund 1900 Krankenhäusern in Deutschland haben die Zahlen aus 89 "Helios"-Kliniken zwar nur eine begrenzte Aussagekraft – sie bestätigen aber im Wesentlichen die vom RKI genannten Zahlen.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf stern.de.